# Proteste und Revolten

#### Inhaltsverzeichnis

1\. Liberté, Égalité, Bohnenkaffee: Der Paderborner Kaffeelärm von 1781

##### 1. Liberté, Égalité, Bohnenkaffee: Der Paderborner Kaffeelärm von 1781

<section class="page-element page-element-2 page_topic hasbg" data-da-style="true" data-elementnumber="2" id="bkmrk-eine-geschichte-von-"><div class="page-element-inner contentWidth contentSpeak" data-da-style="true"><div class="page_topic-wrapper contentlimit"><div class="headlines "><div class="subheadline" style="text-align: justify;">Eine Geschichte von der ausgehöhlten fürstbischöflichen Macht Ende des 18. Jahrhunderts und ein Lehrstück über das, was bürgerliche Proteste und eine gute Tasse Kaffee bewirken können</div></div></div></div></section><section class="page-element page-element-3 text_image hasbg" data-da-style="true" data-elementnumber="3" id="bkmrk-%C2%A9-erzbistumsarchiv-p"><div class="section-anchor" data-da-style="true" id="">  
</div><div class="page-element-inner contentWidth contentSpeak" data-da-style="true"><div class="text_image-wrapper contentlimit template"><div class="text_image fullwidth"><div class="text_image-content image_text-1_2"><div class="image"><div class="flib-gallery has-gallery initialized"><div class="previewimage"><div class="image-container"><div class="image-box">![Kaffeelärm von 1781 - Eine Urkunde, die für viel Aufruhr sorgte](https://www.erzbistum-paderborn.de/wp-content/uploads/sites/6/2024/03/Kaffeelaerm-1781.-rot-18_0001-scaled.jpg "Kaffeelärm von 1781 - Eine Urkunde, die für viel Aufruhr sorgte")<span class="author" data-da-style="true">© Erzbistumsarchiv Paderborn</span></div><div class="caption"><div class="caption-inner" data-da-style="true">Die fürstbischöflichen Kaffeeedikte haben sich im Archiv des Erzbistums Paderborn erhalten.</div></div></div></div></div></div><div class="text">  
</div></div></div></div></div>Es ist ein Kuriosum in der Stadthistorie. Wer die Geschichte vom Paderborner Kaffeelärm von 1781 gut zu erzählen weiß, dem ist ein lachendes Publikum sicher. Aber worum geht es genau? Was war passiert in Paderborn, dem beschaulichen Bistumsstädtchen, dass Ende des 18. Jahrhunderts plötzlich sonst so sittsame Bürger und treue Untertanen gegen die Obrigkeit revoltierten, Schmähschriften verfassten, missliebigen Beamten heimlich die Keller fluteten, aufsässige Spottgesänge anstimmten und ihren Protest auf die Straße trugen, bis sich der Fürstbischof und Landesherr Wilhelm Anton von der Asseburg gezwungen sah, zwei Kompanien Soldaten in Marsch zu setzen, um die Ruhe wiederherzustellen?

**Kaffee als Getränk der privilegierten Schichten**

Der Grund für den Aufruhr war ein Erlass des Fürstbischofs. Gleich mehrfach hatte Wilhelm Anton von der Asseburg versucht, seinen Untertanen per Gesetz das Kaffeetrinken auszutreiben. Auf Basis der Bestände des [Erzbistumsarchivs](https://www.erzbistum-paderborn.de/erzbistum-und-erzbischof/bistumsgeschichte/erzbistumsarchiv/) kennt die Geschichtswissenschaft vier Paderborner Kaffeeedikte aus den Jahren 1766, 1767, 1777 und 1781. Begründet wurden die Verbote jeweils mit der Sorge, der Genuss des Luxusartikels könnte die Kaffeesüchtigen in den finanziellen Ruin treiben. Daher war der Kaffeegenuss lediglich den niederen Ständen untersagt. Die Privilegierten, der Adel, die Geistlichkeit und die höheren Beamten, durften weiterhin nach Lust und Laune die Mokkatässchen erheben. Nachdem die ersten Kaffeeedikte trotz hoher Geldstrafen und Belohnungen für Denunziationen nicht zum gewünschten Erfolg führten, ließ der Fürstbischof 1781 einen letzten und verschärften Erlass folgen.

</section><section class="page-element page-element-4 text_image hasbg" data-da-style="true" data-elementnumber="4" id="bkmrk-%C2%A9-cornelius-stiegema">[![webimage-Wilhelm-Anton-von-der-Asseburg-3.png](https://wiki.pickablue.info/uploads/images/gallery/2026-03/scaled-1680-/webimage-wilhelm-anton-von-der-asseburg-3.png)](https://wiki.pickablue.info/uploads/images/gallery/2026-03/webimage-wilhelm-anton-von-der-asseburg-3.png)

<div class="page-element-inner contentWidth contentSpeak" data-da-style="true"><div class="text_image-wrapper contentlimit template"><div class="text_image fullwidth"><div class="text_image-content text_image-1_1"><div class="image"><div class="flib-gallery has-gallery initialized"><div class="previewimage"><div class="image-container"><div class="image-box"><span class="author" data-da-style="true">© Cornelius Stiegemann / Erzbistum Paderborn</span></div><div class="caption"><div class="caption-inner" data-da-style="true">Darstellung des Paderborner Fürstbischofs Wilhelm Anton von der Asseburg (amt. 1763-1782) auf seinem Grabmal im Paderborner Dom.</div></div></div></div></div></div><div class="text">  
</div></div></div></div></div>**Nur eine Provinzposse?**

Mit der heftigen Reaktion seiner Untertanen aber hatte er nicht gerechnet. Das Volk zeigte sich widerständig – und zwar aus zwei unterschiedlichen Motiven. Zum einen wollten sich die Menschen nicht von der Obrigkeit den Kaffeegenuss verbieten lassen. Zum anderen erregte die Ungleichbehandlung ihren Zorn: Kaffee sollte nicht länger ein Privileg sein, sondern ein Getränk des Volkes.

Die etwas beschwichtigende Bezeichnung „Paderborner Kaffeelärm von 1781“ erfand der Paderborner Chronist Georg Joseph Rosenkranz erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Man kann darin eine Provinzposse um ein belebendes Heißgetränk sehen, ein „Viel Lärm um nichts“. Es gibt aber auch andere Lesarten.

</section><section class="page-element page-element-5 text_image hasbg" data-da-style="true" data-elementnumber="5" id="bkmrk-aufruhr-%E2%80%93-acht-jahre"><div class="section-anchor" data-da-style="true" id="">  
</div>**Aufruhr – acht Jahre vor der Französischen Revolution**

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</div><div class="page-element-inner contentWidth contentSpeak" data-da-style="true"><div class="text_image-wrapper contentlimit template"><div class="text_image fullwidth"><div class="text_image-content image_text-1_2"><div class="image"><div class="flib-gallery has-gallery initialized"><div class="previewimage"><div class="image-container"><div class="image-box">![Kaffeelärm von 1781 - Eine Urkunde, die für viel Aufruhr sorgte](https://www.erzbistum-paderborn.de/wp-content/uploads/sites/6/2024/03/Kaffeelaerm-1781.-rot-18_0004-scaled.jpg "Kaffeelärm von 1781 - Eine Urkunde, die für viel Aufruhr sorgte")<span class="author" data-da-style="true">© Erzbistumsarchiv Paderborn</span></div><div class="caption"><div class="caption-inner" data-da-style="true">Der Geheime Rat Otto von Spiegel berichtet seinem Fürstbischof Wilhelm Anton von der Asseburg über die Tumulte in Paderborn.</div></div></div></div></div></div><div class="text">  
</div></div></div></div></div>Zum Beispiel die, dass in Paderborn das Bürgertum allmählich selbstbewusst wurde und mit Mitteln des Protestes begann, für seine Rechte einzutreten – und dies acht Jahre vor dem Ausbruch der Französischen Revolution. In dieser Deutung zeigt der Paderborner Aufruhr zudem die allmähliche Aushöhlung alter Machtstrukturen. Mit dem Aufmarsch seiner Soldaten gelang es Fürstbischof Wilhelm Anton von der Asseburg zwar, den Aufruhr niederzuschlagen, glücklicherweise ohne Blutvergießen. Aber langfristig durchzusetzen war das Kaffeeverbot nicht – auch nicht mit Mitteln der Drohung, mit Denunziation und militärischer Gewalt.

**Das Kaffeeverbot – es gilt bis heute!**

Widerrufen wurde das Kaffeeedikt übrigens niemals und wäre das Hochstift Paderborn mit der Säkularisation und der Angliederung an Preußen im Jahre 1803 nicht als Staat untergegangen, würde das Gesetzeswerk dem Papier nach immer noch gelten. An einem besonderen Ort ist der Kaffeegenuss sogar bis heute strengstens untersagt: Es ist das Erzbistumsarchiv, wo auch die Originaldokumente zum Paderborner Kaffeelärm lagern, darunter die fürstbischöflichen Kaffeeerlasse, die brieflichen Berichte von den Aufständen und die Bittschriften der Bürger. Anders als gegen das historische Edikt regt sich gegen das aktuelle Kaffeeverbot in den Magazinräumen und im Lesesaal des Erzbistumsarchivs kein Protest. Es gilt schließlich für alle gleichermaßen und es hat gute Gründe: Wo einzigartige Handschriften, historisches Aktenmaterial und wertvolle Druckwerke für die Nachwelt erhalten werden, ist nun wirklich kein Platz für Kaffee.

</section>##### Verlinkungen:

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##### Quellen:

**Internetquellen**

-&gt; Pöllmann, Hans: Liberté, Égalité, Bohnenkaffee: Der Paderborner Kaffeelärm von 1781, in: Erzbistum Paderborn, online verfügbar seit 07.03.2024 unter: [https://www.erzbistum-paderborn.de/news/liberte-egalite-bohnenkaffee-der-paderborner-kaffeelaerm-von-1781/](https://www.erzbistum-paderborn.de/news/liberte-egalite-bohnenkaffee-der-paderborner-kaffeelaerm-von-1781/), zuletzt geprüft am 24.03.2026.

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**Sekundärliteratur**

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