Prinzipat (27 v. Chr. - 285 n. Chr.)


Die julisch-claudische Dynastie (14-68)

Die julisch-claudische Dynastie (14-68)

Augustus (27 v. Chr. - 14)

Übersicht/Zusammenfassung

Inhaltsverzeichnis

1. 

2.

3.

4.

5.

Inhalt

1.

2.

3.

4.

5.

Verlinkungen:

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Quellen:

Internetquellen

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Sekundärliteratur

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Die julisch-claudische Dynastie (14-68)

Tiberius (14-37)

Übersicht/Zusammenfassung

Inhaltsverzeichnis

1. Arminius gegen Germanicus. Duell an der Weser.

1. Arminius gegen Germanicus. Duell an der Weser.

Mitten im freien Germanien prallen zwei entschlossene Kriegsherren aufeinander, deren Rivalität die Geschichte nachhaltig prägen wird: 16 n. Chr. treffen sich der Cheruskerfürst Arminius und der designierte römische Kaiser Germanicus mit ihren Truppen an der Weser zur Schlacht. Es ist der Höhepunkt eines zähen Ringens, das über nicht weniger als die Zukunft der gesamten Region zwischen Rhein und Elbe entscheidet

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AM EHRENMAL für den gefallenen römischen Feldherrn Drusus bei Mainz schwört Germanicus seine Männer auf den Krieg ein. Ob er seine Ansprache 15 n. Chr. wirklich hier gehalten hat, ist unbekannt, aber nicht unwahrscheinlich ILLUSTRATIONEN: Timo Zett exklusiv für GEOEPOCHE

Manchmal entscheidet sich, fast wie in einem melodramatischen Roman, die Zukunft ganzer Völker im Duell zweier Menschen. Vor 2000 Jahren fechten mitten in Europa jedenfalls zwei Männer einen Kampf aus, der unsere Zivilisation bis heute mitbestimmt. Auf der einen Seite tritt Germanicus Iulius Tiberii filius Augusti nepos divi pronepos Caesar auf die historische Bühne, der designierte Kaiser Roms. Ihm entgegen steht der Cheruskerfürst Arminius, der sich – so hat es jedenfalls zeitweilig den Anschein – zum König über alle Germanen aufschwingen will. Kaiser gegen König, Rom gegen Germanien, Germanicus gegen Arminius: Am Ende wird für beide Kontrahenten der Tod schneller sein als ihre Erhebung auf den Thron. Und doch entscheidet das Ringen dieser Todgeweihten das Schicksal Germaniens. Dabei haben die beiden Kontrahenten einiges gemeinsam. Arminius wird 19 v. Chr. geboren, oder vielleicht 18 oder 16 v. Chr. Schon das genaue Jahr kennt niemand, denn das wenige, was man heute über Arminius weiß, haben seine späteren Feinde überliefert, die Römer. „Arminius“ ist möglicherweise die lateinische Version eines germanischen Namens, möglicherweise auch nicht. (Dass er eigentlich „Hermann“ heiße, ist eine Erfindung der Neuzeit.)

Kein Bildnis von ihm hat die Zeiten überdauert, seine Angehörigen sind bloße Schatten: Segimer ist der Vater, ein vermutlich jüngerer Bruder wird von den Römern Flavus genannt, von der Mutter kennt man nicht einmal einen Namen. Sein Charakter? Ein Kämpfer ist er und ein brillanter Stratege, das werden die Ereignisse zeigen, ehrgeizig auf jeden Fall, grausam vielleicht auch, ganz sicher charismatisch. Er wird in eine archaische, aber keinesfalls stabile Welt hineingeboren. Die Cherusker leben westlich und östlich der Weser, ein schroffes, schwer zugängliches Land: Bergrücken, Flüsse mit sumpfigen Ufern, Moore, schier endlose Wälder. Sie zählen wohl einige Zehntausend Seelen, Bauern, die in Dörfern oder Gehöften inmitten der Wildnis leben. Keine Städte, keine Brücken, keine Straßen. Man braucht Tage, um ein paar Dutzend Kilometer durch dieses Land zu reisen, und zwischen Herbst und Frühjahr ist es für größere Verbände praktisch unpassierbar.

Chauken, Angrivarier, Friesen und weitere Stämme siedeln einige Tages- oder Wochenreisen entfernt. In Lebensweise, auch in Sprache und Religion sind sie sich ähnlich. Aber es gibt kein „Germanien“ als Reich, nicht einmal den Traum davon: Jeder Stamm lebt für sich, oft genug sind Nachbarn verfeindet und verheeren das Land mit Raubzügen. Und selbst innerhalb eines Stammes ist längst nicht ausgemacht, wer eigentlich herrscht.

„Fürsten“ nennen die Römer die führenden Germanen in Ermangelung eines besseren Begriffs, und so werden sie noch heute in der Forschung bezeichnet. Doch darf man sich darunter keine Adeligen in Burgen vorstellen, mit stolzem Titel und fest umrissenem Territorium. Eher sind es Warlords, die durch Tollkühnheit und Geschick in Raubzügen Beute machen und so eine Gefolgschaft entschlossener Krieger um sich scharen. Der Vater des Arminius ist so ein „Fürst“, und der Sohn folgt ihm. Allerdings ist diese traditionelle Gesellschaft in den Sog Roms geraten. Als Arminius geboren wird, stehen die Römer bereits seit 30 Jahren am Rhein, der Strom ist jetzt Teil der Nordgrenze des Imperiums. Einige Germanenstämme, die Ubier etwa, haben sich bereits dem fernen Kaiser unterworfen, handeln mit den Römern, leben in römischen Siedlungen, kleiden sich gar schon wie Römer.

Auch die Cherusker schließen im Jahr 4 n. Chr. einen Vertrag mit dem mächtigen Nachbarn. Fortan sind sie gens foederata Roms, ein „verbündetes Volk“. Sie stellen Hilfstruppen für dessen Armee – und so kommt der Warlord Arminius als Anführer eines bewaffneten Germanenhaufens zu den Legionen. Viele Details sind nicht überliefert, auch wenn man sie hier wirklich gerne wüsste. Da findet sich ein junger Krieger aus den Wäldern Germaniens plötzlich in der mächtigsten Kriegsmaschine des Zeitalters wieder: Tausende gedrillte Soldaten, Befehl und Gehorsam, in Großserie geschmiedete Waffen, präzise Manöver, Märsche, Schlachtordnungen. Selbst ein simples Marschlager, das eine vorrückende Legion für eine einzige Nacht aus dem Boden stampft, mit Wall, Toren, schachbrettartigen Wegen, ist beeindruckender als alle Siedlungen, die die Cherusker je errichtet haben.

Arminius und sein Bruder Flavus machen mindestens drei Jahre lang Feldzüge östlich des Rheins mit, in denen Nachbarstämme der Cherusker unterworfen werden, kämpfen vielleicht auch – die Quellen sind wieder uneindeutig – in Pannonien, dem heutigen Ostösterreich und Westungarn. Der römische Chronist Velleius Paterculus, selbst Offizier, lernt Arminius dabei kennen. Dieser Augenzeuge beschreibt ihn als „jungen Mann, an Herkunft edel, im Kampf tapfer, im Denken schnell, der das Feuer seines Geistes in Miene und Blick verriet“. Arminius reift zum Truppenführer, der selbst in der kampferprobten römischen Armee auffällt.

Spätestens 9 n. Chr. jedoch verlässt Arminius das Heer und eilt in die Heimat zurück. Weshalb, ist nicht sicher; womöglich will er das Erbe des Vaters antreten. Die Cherusker sind ja bereits Roms Verbündete, Arminius ist nun ein militärisch erfahrener und in Teilen des eigenen Volks anerkannter Anführer – er wäre der ideale Mann, um dem Kaiser zu helfen, dass die Cherusker den Weg der Ubier gehen, Städte gründen, wohlhabend werden, vom Luxus der römischen Zivilisation profitieren – und Steuern zahlen. Doch Arminius entscheidet sich für das genaue Gegenteil.

Die Berichte der antiken Chronisten geben keine überzeugende Antwort auf die Frage, warum der Mann, der eben noch mit den Legionen kämpfte, sich nun plötzlich gegen sie stellt.

Die CHERUSKER sind eigentlich VERBÜNDETE ROMS

Ist Arminius enttäuscht oder gedemütigt worden? Oder hat ihn das Schicksal der bereits von Rom niedergeworfenen Völker schockiert? Oder: Will Arminius die Römer aus dem freien Germanien heraushalten, damit er selbst über die Germanen herrschen kann? Hat er sich vom Kaiser Augustus inspirieren lassen?

Wenn ein Mann über ein Weltreich vom Nil bis zum Rhein herrscht, dann kann ein anderer Mann doch auch über das Land zwischen Rhein und Elbe herrschen? Denkt Arminius nach drei Jahren in Roms Diensten nicht länger wie ein cheruskischer Räuberhauptmann, sondern wie ein Möchtegern-Imperator? Sieht er sich als den Germanen, der alle Germanen vereint? Pure Spekulation. Sicher ist jedenfalls, dass Arminius spätestens 9 n. Chr. heimlich den Krieg gegen Rom plant. Allerdings kann er sich dabei nicht auf alle seine Leute verlassen. Der Bruder Flavus ist in der römischen Armee geblieben. Und romtreue Cherusker um den einflussreichen Führer Segestes weigern sich, seine Aufstandspläne zu unterstützen. Arminius, der Mann, der davon träumt, das Imperium herauszufordern, ist nicht einmal im eigenen Stamm sicher.

UND GENAUSO MAG ES bei seinem zukünftigen Gegner sein: Auch Germanicus ist wohl ein Mann, der den Krieg plant, aber seinen eigenen Leuten nicht den Rücken zuwenden kann. Doch von ihm weiß man viel mehr: Geboren ist er am 24. Mai 15 v. Chr., sein Porträt ist auf zahllosen Münzen und als Marmorskulptur erhalten. Ein junger Mann mit ebenmäßigen Zügen, sein Biograf Sueton rühmt an ihm die Eloquenz im Lateinischen und Griechischen, seine Gelehrsamkeit, Schönheit, Tapferkeit, Liebenswürdigkeit – ganz sicher ist er, wie Arminius, charismatisch. Und mehr noch als Arminius, auch das wird die Zukunft zeigen, liebt er den Kampf, scheut nicht Massaker, hat einen fatalen Hang zum Draufgängertum.

Germanicus ist der Stiefenkel des Kaisers Augustus sowie Neffe und Adoptivsohn des designierten Thronfolgers Tiberius. Er, so bestimmt es der amtierende Herrscher, soll der dritte Imperator Roms werden, soll auf Augustus und Tiberius folgen. Ab 7 n. Chr., da ist er gerade 22 Jahre alt, kämpft er unter seinem Adoptivvater Tiberius in Pannonien. Als er dort zwei Jahre später den Oberbefehl erhält, riskiert er so viel, dass er seine Truppen bei Vorstößen gefährdet, und so setzt ihm Augustus wieder Tiberius als Oberbefehlshaber vor.

Der brillante Feldherr, so lässt es zumindest der Bericht des Tacitus vermuten, verurteilt seit diesem ersten Kriegseinsatz das Ungestüm seines Adoptivsohnes – und Germanicus ist damit in einer misslichen Lage: Der alternde Herrscher Augustus baut ihn als übernächsten Kaiser auf, doch der designierte nächste Kaiser Tiberius misstraut womöglich seinen Fähigkeiten. Diese Zwangslage zwischen äußeren und inneren Gegnern wird das historische Duell der beiden Kontrahenten Arminius und Germanicus fortan bestimmen: Der Cherusker will die Römer besiegen, aber er muss sich auch gegen Rivalen in seinem Stamm behaupten, vielleicht gegen seinen romtreuen Bruder Flavus, sicher gegen Rivalen wie Segestes.

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ÜBER DIE WESER hinweg, so der Chronist Tacitus, verhöhnt der Cheruskerfürst Arminius seinen Bruder Flavus im Feldlager der Legionäre am anderen Ufer als Knecht Roms. Kurz darauf setzen die Römer über den Fluss

Der zum Herrschen erzogene Germanicus will die Germanen unterwerfen, doch zugleich Tiberius und womöglich noch anderen Skeptikern in Rom beweisen, dass er zum zukünftigen Kaiser taugt.

DABEI WIRKT DAS LAND zwischen Rhein und Elbe zu Anfang des Jahres 9 n. Chr. eigentlich schon fast wie eine Provinz des Imperiums, zumindest wie eine befriedete Region. Die von östlicher nach westlicher Richtung fließenden Flüsse Main, Lippe und Lahn sind für die Römer Schnellstraßen durch die Wildnis. An ihren Ufern haben Legionäre bereits Kastelle errichtet. Um die Militärlager siedeln römische Händler, Soldatenfamilien und Germanen. Märkte entstehen und so etwas wie die ersten Städte der Region, etwa beim heutigen Waldgirmes (siehe Seite 36). Römische Schiffe fahren über die Nordsee und ziehen von dort sogar die Elbe hinauf. Der für Germanien verantwortliche Statthalter Publius Quinctilius Varus amtiert zwar westlich des Rheins, aber während der Sommermonate bereist er mit seinem Heer weite Gebiete östlich davon. Dabei tritt er dort als oberster Richter auf, empfängt lokale Würdenträger, entscheidet Stammesstreitigkeiten, legt Tribute auf. Kurz: Der Kaiser ist bemüht, Germanien militärisch, administrativ und wirtschaftlich zu durchdringen – so wie es Rom stets tut, wenn es neue Territorien erobert hat.

Zudem, so lässt sich vermuten, vertrauen die Römer auf die Macht ihres Wohlstands und ihrer Kultur. Sollen doch Händler, Waren, ja auch die Sprache und die Götter Roms ruhig langsam das freie Germanien durchdringen, bis es nahezu unmerklich Teil des Weltreiches wird. Als Varus im Frühjahr 9 n. Chr. mit drei der vier am Rhein stationierten Legionen erneut zu einem Zug jenseits des Rheins aufbricht, ahnt er nicht, dass Arminius, den er für einen Verbündeten hält, längst unter den Germanen gegen ihn hetzt: Früher hätten die Fürsten ihre Angelegenheiten selbst geregelt, so Arminius, notfalls mit dem Schwert in der Hand, nicht aber durch Unterwerfung unter einen fremden Feldherrn. Und Tribute hat erst recht niemand gezahlt.

Möglich, allerdings unbeweisbar, dass Varus und seine Offiziere zudem mit jener Arroganz auftreten, die Römer gemeinhin armen Grenzstämmen gegenüber an den Tag legen. („Mehr als von einem Barbaren zu erwarten, ein fähiger Kopf“, schreibt selbst Velleius Paterculus über den von ihm eigentlich bewunderten Arminius.) Jedenfalls gewinnt Arminius rasch Tausende Mitstreiter: Fürsten wie er selbst ebenso wie einfache Krieger – Männer, die die traditionelle Freiheit verteidigen wollen, worunter sie verstehen, dass die Welt am besten wieder so sein sollte wie vor der Zeit der Römer.

Wohl kaum jemand denkt ernsthaft daran, die Germanen zu einen, schon gar nicht unter einem König. Sollte Arminius schon im Jahr 9 n. Chr. von diesem Plan träumen, so hält er ihn noch geheimer als seinen Hass auf Rom. Als Varus sein Sommerlager an der Weser aufschlägt, ist Arminius bei ihm, spielt ihm den treuen Anführer der cheruskischen Hilfstruppen vor, schmeichelt, lockt, täuscht. Arminius’ Kunst beschränkt sich nicht aufs Waffenhandwerk, er muss ein begnadeter Diplomat, Redner, Schauspieler, Intrigant sein, dass er einen in Jahrzehnten erfahrenen Statthalter derart hintergehen kann.

Varus jedenfalls marschiert schließlich sorglos durch die waldreichen Mittelgebirge zurück in Richtung Rhein, lässt sich von den Germanen sogar dazu überreden, einen Umweg über die Region des Wiehengebirges zu machen, um dort einen angeblichen Aufstand niederzuschlagen, und wird nicht einmal dann misstrauisch, als sich Arminius mit seinen Leuten unter einem Vorwand von den Legionen absetzt. Wohl Anfang August lauert der Germanenfürst den schwerfälligen, langsamen Römern im dichten Unterholz auf. Vier Tage dauert die „Varusschlacht“, die vermutlich beim heutigen Kalkriese in der Nähe von Osnabrück geschlagen worden ist – wenn man das denn „Schlacht“ nennen will (siehe Seite 152). Eher ist es eine Serie endloser Guerillaüberfälle, ein gnadenloser, beständiger Angriff versteckter Germanenkrieger auf die Flanken der marschierenden Legionen. Am Ende dieses hundertstündigen Gemetzels stürzt sich Varus ins eigene Schwert, und seine drei Legionen existieren nicht mehr.

Die NIEDERLAGE des Varus ist ein Schock für ROM

Ist die Schlacht am Kalkrieser Berg die Entscheidung? Hat Rom verloren? Ist Germanien wieder „frei“? Arminius selbst wird wohl keinen Augenblick daran glauben. Die Germanen dringen jedenfalls nicht einmal bis zum Rhein vor, geschweige denn, dass sie jenseits des Stroms das Imperium selbst überfallen würden. Sie berennen bloß die römischen Kastelle in Germanien – und rüsten sich im Übrigen für die Rache, die unweigerlich kommen wird. Für Augustus, für ganz Rom ist es ein Schock: drei Legionen verloren! Verloren auch das weite Land zwischen Rhein und Elbe, das man beinahe schon als Provinz gewonnen glaubte.

Um die Kontrolle zurückzuerlangen, müssen nun erst einmal neue Truppen ausgehoben, Waffen und Vorräte herbeigeschafft, die Rheinfront stabilisiert werden. Zum Oberbefehlshaber im Norden ernennt Augustus trotz möglicher Vorbehalte des Tiberius seinen Stiefenkel Germanicus. Damit schickt er ihn an eine entscheidende Front des Imperiums, hier kann sich ein zukünftiger Herrscher bewähren. Doch noch während der Vorbereitungen für den Feldzug stirbt Augustus 14 n. Chr. Tiberius wird, wie geplant, neuer Kaiser.

NACH UND NACH WERDEN am Rhein acht Legionen zusammengezogen, fast ein Drittel der gesamten Armee Roms, bis zu 70 000 Soldaten. Wenn man mit dieser Streitmacht Germanien nicht bezwingen kann, mit welcher dann? Germanicus will das Land bis zur Elbe wieder unterwerfen, um den Traum des Augustus zu erfüllen – und um Tiberius und jedem Römer zu zeigen, dass er selbst das Zeug zum Kaiser hat.

Im Herbst 14 n. Chr. schickt Germanicus erstmals ein paar Truppen über den Rhein. „Fröhlich lebten nicht weitab die Germanen dahin“, schreibt nicht ohne zynische Ironie der römische Historiker Tacitus rund 90 Jahre später, der wichtigste Chronist jener nun anbrechenden Kriege, denn niemand ist so spät im Jahr noch auf Kampf eingestellt. Die Legionäre umzingeln eine Siedlung der Marser und einen heiligen Hain. „Nicht Geschlecht, nicht Alter brachte Erbarmen“, notiert Tacitus über das darauffolgende Massaker. Danach ziehen sich die Römer zurück. Im nächsten Frühjahr bricht Germanicus dann mit seiner ganzen Streitmacht auf. „Denn die Hoffnung war aufgetaucht, der Feind sei gespalten in die Anhänger des Arminius und des Segestes“, berichtet Tacitus.

Woher kann der Feldherr das wissen? Spione? Überläufer? Jedenfalls geht er mit Feuer und Schwert durch Germanien, erschlägt Menschen, verwüstet Siedlungen, brennt Felder nieder. Die Römer erreichen das Schlachtfeld, auf dem Varus mit seinen Männern gestorben ist, bestatten die Skelette der gefallenen Kameraden, was, wie Tacitus vermerkt, „Trauer zugleich und Hass im Herzen“ der Legionäre entflammt. Segestes unterwirft sich freiwillig und übergibt den Römern seine schwangere Tochter Thusnelda, die sich Arminius kurz zuvor gegen den Willen des Vaters zur Frau genommen hat, die sich aber nun – die Gründe sind unbekannt – bei Segestes aufhält. Was für ein Triumph! Thusnelda, „mehr von des Gatten als von des Vaters Gesinnungsart“, so Tacitus, wird mit dem ungeborenen Sohn nach Italien verschleppt.

Arminius ist darüber „zum Wahnsinn“ gereizt, schreibt der römische Chronist weiter – aber dann doch nicht so irrsinnig, dass er in blinder Wut losschlägt. Er fordert seine Krieger zwar immer wieder auf, „wenn sie Vaterland, Eltern, die alten Zeiten mehr liebten als Zwingherrn und neue Römerstädte“, ihm zu folgen. Doch er denkt nicht daran, sich acht Legionen in offener Schlacht zu stellen. Er zieht sich in die Wälder zurück, weicht aus, beschränkt sich auf Überfälle und vertraut seiner besten Verbündeten: der germanischen Wildnis. Am Ende des Jahres 15 n. Chr. haben Germanicus’ Truppen vermutlich Tausende Tote zu verzeichnen, aber den Feind weder zur Entscheidungsschlacht gestellt noch die Kontrolle über Germanien gewonnen.

Für Kaiser Tiberius ist wohl genau das eingetreten, was er befürchtet hat: Der ungestüme Thronerbe riskiert seine Armee, ohne dabei irgendetwas zu erreichen. Der Imperator wahrt zwar die Form, schickt Germanicus ein Schreiben, in dem er ihn mit Ehren überhäuft, doch darin versteckt die eindeutige Botschaft: Der Krieg in Germanien ist vorbei! Zu blutig ist dieser Kampf, zu teuer, zu aussichtslos – Rom soll fortan seine Grenze am Rhein ausbauen und auf Germanien verzichten. Aber Germanicus verweigert sich der kaiserlichen Anordnung. Für das Jahr 16 n. Chr. bereitet er den nächsten Feldzug vor, statt, wie befohlen, bloß den Rhein zu verteidigen. Arminius muss bezwungen werden! Ein Feldzug noch, nur noch ein einziger!

Den Winter über lässt Germanicus in Gallien Zimmerleute hämmern, bis er neben den acht Legionen auch noch eine Flotte von 1000 Schiffen kommandiert. Er plant einen nie da gewesenen Zangenangriff: Zwei Legionen werden im Frühjahr den Rhein queren und von Westen her über Land frontal gegen die Cherusker ziehen. Germanicus selbst wird sechs Legionen per Schiff über die Nordsee und die Weser bis ins Herzland der Feinde führen. Das Ziel: Arminius alle Wege abschneiden und zur Entscheidungsschlacht zwingen.

Germanicus vollbringt mit dem Zangenangriff zu Lande und zu Wasser eine herausragende militärische und logistische Leistung. Trotzdem ist er nicht schnell genug. Arminius und seine Armee sind schon wieder irgendwo in den dichten Wäldern verschwunden. Schlimmer noch: Der erst im Vorjahr errichtete Grabhügel am Ort der Varusniederlage ist zerstört worden. Stachelt das die Wut der Römer zusätzlich an? Oder sehen sie es als böses Omen? Germanicus stellt das Grab nicht wieder her, weil es, wie Tacitus vage notiert, „nicht zweckmäßig“ ist. Irgendwo an der Weser stehen sich die Feinde schließlich doch gegenüber. (Wo genau sich das Drama dieses Feldzugs abspielt, weiß man bis heute nicht, denn antike Chronisten bleiben unklar, Archäologen haben keine Spuren gefunden.) Allerdings marschieren die Legionen am westlichen, die Germanen am östlichen Ufer auf.

Tacitus überliefert ein denkwürdiges Treffen, so romanhaft, dass man es kaum glauben möchte, aber möglicherweise hat es sich tatsächlich so zugetragen: Flavus dient immer noch in der Legion. Arminius erkennt den Bruder, den er seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Die Männer schreien sich von den gegenüberliegenden Ufern aus an, ein Gemisch aus Germanisch und Latein. Arminius erfährt erst bei dieser Begegnung, dass Flavus bereits vor einiger Zeit im Kampf ein Auge verloren hat. Er fragt daraufhin nach der Belohnung, die der Bruder dafür erhalten hat. Eine Solderhöhung und eine Auszeichnung. „Höhnisch“, so Tacitus, macht sich Arminius über diesen „armseligen Preis der Sklaverei“ lustig, die Worte werden hitziger, schließlich müssen an beiden Ufern Getreue dazwischengehen, sonst hätten sich die Brüder wohl in den Fluss gestürzt, um sich zu erschlagen.

Kurz darauf setzt Germanicus über die Weser, zwingt die Germanen zum Gefecht, an einem Ort, den Tacitus Idistaviso nennt (vielleicht dem heutigen Bückeburg). Arminius wird verwundet, schmiert sich Blut ins Gesicht, um unerkannt zu fliehen. Trotz allem ein schaler Sieg für die Römer: So wie Arminius entkommt, wieder einmal, ein Großteil der Feinde in den Wäldern. Die Germanen sind kaum geschwächt, im Gegenteil, die Schlappe steigert noch ihre Wut und ihren Kampfesmut.

FÜR DAS NÄCHSTE GEFECHT mit den Römern wählt Arminius eine sumpfige Ebene am Weserufer, umgeben von Wäldern und Mooren, dahinter ragen Berge auf. Quer durch diese Ebene hat der Stamm der Angrivarier einst einen Wall gezogen, eine vielleicht zwei oder drei Meter hohe Befestigung aus Erde. Die Anlage stammt aus der Zeit der innergermanischen Fehden, denn die Angrivarier grenzten damit ihr Territorium ausgerechnet von dem der verfeindeten Cherusker ab. Nun kämpfen beide gemeinsam gegen Rom – und Arminius stellt die meisten seiner Fußsoldaten hier auf. Auf freiem Feld hätten sie gegen die perfekt gedrillten Legionen keine Chance, doch wenn sie sich hinter diesem Wall verschanzen, so hofft Arminius, dann könnten sie die heranstürmenden Römer stoppen. Mit seinen zuverlässigsten Fußsoldaten und allen Reitern versteckt er sich im Wald, um dem Feind dann in die Flanke zu fallen und ihn zu vernichten.

Germanicus erkennt sehr wohl, dass es eine Falle ist, ein versuchter Überfall aus dem Dickicht. Doch der Feldherr liebt das Risiko, und er kommandiert doppelt so viele Legionen wie der unglückselige Varus, und überhaupt: Welche Wahl hat er denn? Wenn er Arminius jetzt nicht vernichtet, wie würde er dann in Rom dastehen? Mit leeren Händen von einem Feldzug zurückkehren, den der Kaiser ausdrücklich verboten hat? Germanicus lässt einige Fußtruppen und alle seine Reiter in den Wald stürmen, um dem Flankenangriff zuvorzukommen. Er selbst berennt mit dem Großteil der Armee den Wall. Wie genau, das hat Tacitus, der Chronist der Schlacht, nicht überliefert, er schreibt nur von „wuchtigen Abwehrstößen von oben“ und einem „ungleichen Nahkampf “. Vermutlich rücken die Legionäre Schild an Schild vor wie ein gepanzerter Lindwurm. Doch am Wall müssen sie nach oben klettern – wo die Germanen sie mit Lanzen massakrieren.

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Germanicus zieht die Legionen ein wenig zurück und lässt aus dem Tross die Artillerie heranschaffen: Schleudern, die bleierne Geschosse abfeuern, sowie riesige Geschütze, die Bolzen Dutzende Meter weit verschießen.

„Je mehr sich die Verteidiger blicken ließen, mit umso größeren Verlusten wurden sie heruntergeholt“, schreibt Tacitus grimmig. Germanicus stellt sich schließlich an die Spitze der Prätorianer-Kohorten, der Eliteeinheit seiner Armee. Mit ihnen bezwingt er die zusammengeschossenen Verteidiger – der Wall gehört den Römern. Die Schlacht wogt nun im Wald im „Kampf Mann gegen Mann. Dem Feind versperrte im Rücken der Sumpf, den Römern der Fluss oder die Berge den Ausweg: Für beide bestand der Zwang zum Standhalten an Ort und Stelle, lag Hoffnung nur in der Tapferkeit, ergab sich Rettung nur aus dem Sieg.“ Germanicus nimmt seinen Helm ab, damit ihn seine Männer besser erkennen können, feuert sie an, „sie sollten weitermachen mit dem Morden: Man brauche keine Gefangenen, allein die Vernichtung des Stammes werde dem Krieg ein Ende machen.“ „Spät am Tag“, so der Chronist, endet der Kampf. Arminius, noch von der Verletzung aus dem vorigen Gefecht geschwächt, führt die Germanen tief in die Wälder. Die Römer behaupten das Schlachtfeld.

Germanicus lässt ein Siegesdenkmal mit erbeuteten Waffen als Trophäen errichten, dazu die Inschrift: „Nach Niederwerfung der Stämme zwischen Rhein und Elbe hat das Heer des Kaisers Tiberius dieses Denkmal dem Mars und Jupiter und Augustus geweiht.“ Reine Propaganda, und wen wird er damit noch täuschen? Da es, wie Tacitus überliefert, „bereits Hochsommer“ ist, müssen sich die Legionen nun auf den langen Rückmarsch ins sichere Winterlager links des Rheins machen. Germanien ist jedoch keineswegs unterworfen, denn Arminius und seine Cherusker sind eben nicht Opfer der „Vernichtung“ geworden. Vielleicht hat Germanicus deshalb in seinem Siegesdenkmal zwar zwei Götter und zwei Kaiser genannt, nicht aber, wie sonst üblich, seinen eigenen Namen – aus „Furcht vor Missgunst“, spekuliert Tacitus. Vermutlich ahnt Germanicus selbst, dass auch dieser Feldzug, den er gegen den ausdrücklichen Befehl des Kaisers unternommen hat, gescheitert ist und dass ihn in Rom Kritik erwartet.

Und es kommt noch schlimmer: Auf der Nordsee erfasst ein Sturm „die Schiffe und verschlug sie auf den offenen Ozean oder nach den Inseln, die mit schroffen Klippen oder verborgenen Untiefen Unheil brachten.“ Manche Boote treiben bis nach Britannien ab, viele Soldaten ertrinken oder gehen als Gestrandete „am Hunger zugrunde“, wieder andere überstehen die nächsten Tage nur, weil sie verwesende Pferdekadaver der Kavallerie essen.

Auch Germanicus rettet sich nur mit knapper Not, rafft nach Abflauen des Sturms seine Armee zusammen. Doch als er endlich am sicheren Rhein angelangt ist, sind Legionen und Flotte schwer gezeichnet. Vermutlich hat er auf den Feldzügen der Jahre 14 bis 16 n. Chr. ein Viertel seiner Truppen verloren – die Mannschaftsstärke zweier Legionen! Und was hat er damit in Germanien erreicht? Nichts. Diesmal bleibt Tiberius unerbittlich und beordert Germanicus ab. Die Form ist höflich, schließlich ist er der designierte Kaiser, und es wäre ein enormer Prestigeverlust für die gesamte Dynastie, würde man ihn öffentlich kritisieren. Germanicus darf am 26. Mai 17 n. Chr. einen Triumphzug in Rom feiern – und präsentiert dem jubelnden Volk dabei Thusnelda und deren inzwischen geborenen Sohn Thumelicus. (Beide werden Germanien nie wiedersehen.) Doch einen Gefangenen führt er nicht mit: Arminius. „Man nahm den Krieg als beendet an“, kommentiert Tacitus sarkastisch diesen Triumphzug, der mit Pomp eine Niederlage zum Sieg verklärt. Denn Tiberius belässt die Legionen fortan auf dem linken Rheinufer.

Bis auf eine, vielleicht mehrere Strafexpeditionen wird Rom niemals mehr versuchen, bis zur Elbe vorzustoßen, Germanien bleibt unbesetzt – und Germanicus selbst darf nie wieder dorthin zurück. „Unter einem ehrenvollen Vorwand“, so der Chronist, wird er sogar aus Rom „entfernt“: Tiberius schickt ihn auf diplomatische Mission in den Nahen Osten, wo er 19 n. Chr. in Syrien unter nie geklärten Umständen stirbt.

Möglich, dass er, wie andere Mitglieder der herrschaftlichen Familie, einen frühen, doch natürlichen Tod erleidet. Möglich aber auch, dass er einer politischen Intrige zum Opfer fällt. Kaiser jedenfalls wird er nie. Arminius hat der zu diesem Zeitpunkt vermutlich stärksten Militärmaschine der Welt auf dem Höhepunkt ihrer Macht widerstanden. Nicht die Niederlage des Varus bringt die Entscheidung – sondern die Zähigkeit des Arminius, der die verheerenden Feldzüge des Germanicus zwischen 14 und 16 n. Chr. durchsteht und sein Heer zusammenhält.

Und keine gewonnene Schlacht des Arminius ist wohl so folgenreich wie der Kampf am Angrivarierwall, den er zwar verloren hat, in dem er seine Armee aber intakt hält, während der Gegner abziehen muss. Ein beispielloser Erfolg und zugleich die Erfüllung seines Versprechens: Germanien bleibt frei. Und nun?

Sobald Rom nicht länger Krieg führt, interessieren sich auch die Chronisten nur noch wenig für Germanien, die Nachrichten sind noch spärlicher als zuvor. Arminius scheint ein loses Bündnis mehrerer Stämme zu schmieden und greift bereits 17 n. Chr. rivalisierende Germanenvölker im heutigen Böhmen an. (Was nebenbei die Weisheit des Tiberius belegt, der seine Entscheidung zum Rückzug aus Germanien auch damit begründete, dass Rom die dortigen Stämme nun wieder beruhigt ihren „inneren Zwistigkeiten“ überlassen könne.)

Der Krieg ist heftig, aber siegreich. 19 n. Chr., im selben Jahr, in dem sein einstiger Rivale Germanicus fern von Rom stirbt, erfüllt sich der Traum des Arminius: Er beherrscht eine Art germanische Stammesföderation von der Nordseeküste bis nach Böhmen, es ist so etwas wie der Schatten eines geeinten Germanien. Zumindest eine historische Sekunde lang. Denn die Kräfte, die Arminius entfesselt hat, wenden sich nun gegen ihn. Die Fürsten und Krieger haben nur deshalb den Legionen getrotzt, weil sie wollen, dass alles so bleibt, wie es schon immer gewesen ist. Keine Städte, keine Straßen, keine Märkte, keine neuen Religionen und Sprachen, kein Oberherr. Kein Kaiser in Rom – aber auch kein König in Germanien.

Zumindest manche Männer, die gerade noch an seiner Seite fochten, wenden sich nun gegen ihn, sogar einige aus der eigenen Familie. Auch hier ist es Tacitus, der über das Ende des legendären Kämpfers berichtet: „In seinem Streben nach dem Thron stieß Arminius auf den Widerstand seiner freiheitsliebenden Landsleute. Es kam zu einer bewaffneten Auseinandersetzung, bei der er mit wechselndem Glück kämpfte und durch die Hinterlist seiner Verwandten fiel.“ Eine Auseinandersetzung mit wem? Was für eine Hinterlist? Wer sind diese Verwandten? Darüber schweigt der Geschichtsschreiber.

GALLIER, BRITEN, IBERER … zahllose europäische Völker werden von Rom jahrhundertelang beherrscht. Die Römer gründen in ihren Ländern Städte, die noch heute bedeutsam sind, London, Lyon, Köln und viele weitere. Sie bringen das Latein, das etwa in Gallien die einheimischen Sprachen komplett verdrängt. Mit dem Latein kommen Schriftlichkeit, Gelehrsamkeit, das niedergeschriebene Recht, noch in der Spätantike auch das Christentum. Das und vieles mehr wird es im freien Germanien nicht geben. Arminius ist, schreibt deshalb Tacitus, „unstrittig der Befreier Germaniens, in den Schlachten von wechselndem Erfolg begleitet, im Krieg unbesiegt. 37 Jahre währte sein Leben, zwölf seine Macht, und noch heute besingt man ihn bei den Barbarenvölkern.“

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VON DEM LAGER Vetera Castra am Rhein aus ziehen römische Truppen zu Lande gegen Arminius. Zugleich stößt ein gewaltiges Herr unter Führung des Germanicus über die Nordsee und die Weser in das Gebiet der Cherusker vor. Nahe dem Fluss kommt es schließlich zu zwei großen Gefechten

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Sekundärliteratur

-> Rademacher, Cay: Arminius gegen Germanicus. Duell an der Weser, in: Rom und die Germanen (GEO Epoche Jg. 2021, Heft Nr. 107), Hamburg 2021, S. 38-51.

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Die julisch-claudische Dynastie (14-68)

Caligula (37-41)

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Sekundärliteratur

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Die julisch-claudische Dynastie (14-68)

Claudius (41-54)

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Sekundärliteratur

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Die julisch-claudische Dynastie (14-68)

Nero (54-68)

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Quellen:

Internetquellen

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Sekundärliteratur

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Die flavische Dynastie (69-96)


Die flavische Dynastie (69-96)

Niederschlagung des Bataveraufstandes am Rhein


Zusammenfassung der Grundlagen

Im Jahr 69 n. Chr. kam es im Zuge des römischen Bürgerkriegs im Vierkaiserjahr zum sogenannten Bataveraufstand, einer Rebellion germanischer Hilfstruppen des Stammes der Bataver, die ursprünglich auf der Bataverinsel im Rhein-Delta siedelten. Acht Kohorten dieser Hilfstruppen meuterten zunächst in Mainz, nachdem Kaiser Vitellius ihre Forderungen nach höheren Soldzahlungen und anderen Zugeständnissen ignoriert hatte. Vitellius, der während der Unruhen des Bürgerkriegs in Italien Unterstützung von diesen Truppen erhalten hatte, hatte sie nach einem ersten Konflikt zurück an den Rhein beordert, um sie dann erneut nach Italien zu rufen – was sie verweigerten.

Unter der Führung des batavischen Offiziers Iulius Civilis, der zuvor im römischen Heer gedient hatte, schlossen sich die Bataver weiteren germanischen und gallischen Stämmen an. Die Rebellion eskalierte, als sie römische Lager wie Vetera (heute Xanten) belagerten und auf Unterstützung des neuen Kaisers Vespasian hofften, der jedoch nach seinem Sieg über Vitellius die Revolte militärisch niederschlug. Die Bataver kapitulierten 70 n. Chr. nach schweren Verlusten. Der Aufstand wird sowohl als Reaktion auf römische Unterdrückung als auch als Teil des Bürgerkriegs betrachtet, ohne dass klare separatistische Ziele nachweisbar sind.

Quellen: 

Künzer, Isabelle: Der Bataveraufstand - Versuch einer Deutung der Revolte am Niederrhein, in: Portal Rheinische Geschichte, online seit 06.01.21, verfügbar unter: https://rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/der-bataveraufstand-–-versuch-einer-deutung-der-revolte-am-niederrhein-6970-n.-chr./DE-2086/lido/5ff42d7b0c5278.11582508, zuletzt geprüft am 27.01.25.

Die flavische Dynastie (69-96)

Eroberung Jerusalems

Übersicht/Zusammenfassung

Inhaltsverzeichnis

1. 

2.

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Inhalt

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Verlinkungen:

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Quellen:

Internetquellen

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Sekundärliteratur

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Die flavische Dynastie (69-96)

Feldzug gegen die Chatten

Übersicht/Zusammenfassung

Inhaltsverzeichnis

1. 

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Inhalt

1.

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Sekundärliteratur

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Die flavische Dynastie (69-96)

Geschichte Pompejis

Inhaltsverzeichnis

1. Das antike Rom. Pompeji (Artikel)

1. Das antike Rom. Pompeji 

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Pompeji war eine römische Stadt, die im Jahr 79 nach Christus durch einen Ausbruch des Vulkans Vesuv verschüttet wurde.

Wohlhabende Stadt am Mittelmeer

Aus heutiger Sicht ist diese Katastrophe ein Glücksfall für die Archäologie. Denn der Vulkanausbruch konservierte das römische Alltagsleben der beiden Städte wie eine unverfälschte Momentaufnahme für die Nachwelt. In der Antike galt Pompeji als eine wohlhabende Stadt. Sie lag auf einer kleinen Hochebene etwa zehn Kilometer südlich des Vesuv und bot den Bewohnern einen reizvollen Blick auf den Golf von Neapel. Vor den Toren der festungsartigen Stadtmauer mündete der Fluss Sarno ins Meer.

Hier war ein geschäftiger Hafen entstanden, in den regelmäßig Schiffe aus Griechenland, Spanien, Nordafrika und dem Nahen Osten einliefen. Papyrus, Gewürze, Trockenobst und Keramik wurden gegen Wein, Getreide und die teure Fischsoße Garum aus der Region getauscht. Pompeji dehnte sich über eine Fläche von etwa 60 Hektar aus. Die Straßen bildeten dabei das typisch antike Gitternetz. Die gesamte Stadt wurde von einer Mauer mit acht Toren und elf Wachtürmen umgeben. Neben der Sicherheit wurde viel Wert auf Luxus gelegt.

Ein Theater und die Stabianischen Bäder sorgten für Kurzweil der reicheren Bürger. Eine römische Prachthalle (Basilika) diente zugleich als Börse und Gerichtshof. Unweit davon fand sich das Forum – der zentrale Platz einer Stadt in der Antike – mit dem Jupitertempel. Eine große Sportanlage war von Säulenhallen und schattigen Platanen umgeben, ein Schwimmbad bot den Athleten Abkühlung.

Lebensbedingungen in Pompeji 

Die meisten Einwohner Pompejis lebten jedoch in beengten Verhältnissen. Meist bewohnten sie eine Ein- oder Zweizimmerwohnung über einem Laden. Da es weder Herde noch fließendes Wasser gab, kaufte man sein Essen in einer öffentlichen Garküche, einer Art Imbissstube der Antike. Das Wasser wurde an öffentlichen Brunnen geholt, die es an jeder Straßenecke gab. In Pompeji lebten aber auch zahlreiche wohlhabende Bürger. Dokumentiert ist dies durch Ausgrabungen größerer Häuser und Paläste. Ein Beispiel ist das Haus der Vettier. Es ist heute vollständig ausgegraben. Die beiden Kaufleute Vettius Restitutus und Aulus Vettius Convivus müssen eine Riesensumme für die Ausschmückung ausgegeben haben.

Das Gebäude ist in zwei Hälften aufgeteilt und wird durch einen Garten mit überdachtem Säulengang (Perystil) verbunden. Mehr als die Architektur beeindrucken aber die Gemälde. Sie stammen vorwiegend aus der Zeit nach dem großen Erdbeben, das die Region 62 nach Christus erschütterte, und bilden eine Pinakothek – in der Antike der Raum des Hauses, in dem Tafelbilder aufbewahrt wurden.

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Fresken zierten die Häuser der reichen Bürger 

Der große Ausbruch

Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, dass der Vesuv am 24. August 79 nach Christus ausgebrochen ist. Es waren Briefe erhalten geblieben, die Plinius der Jüngere viele Jahre nach der Katastrophe an den Geschichtsscheiber Tacitus geschrieben hatte. Darin beschrieb er detailgenau den Ausbruch, den sein Onkel Plinius der Ältere als Augenzeuge miterlebte.

Das in den Briefen beschriebene Datum des 24. Augusts wird von der modernen Geschichtswissenschaft allerdings mittlerweile in Zweifel gezogen. Konservierte Funde von Lebensmitteln, die eigentlich erst im Herbst hergestellt oder geerntet werden konnten, geben Aufschluss darüber, dass der Ausbruch einige Wochen nach dem 24. August erfolgt sein musste. Trotz zahlreicher Warnzeichen kam der Ausbruch für viele überraschend. Schwarzer Rauch zog in Richtung Stadt, der Himmel verdunkelte sich, und es begann Asche und Bimsstein zu regnen. Panik griff um sich. Einige flohen, andere suchten Schutz in ihren Häusern. Etwa ein Drittel der Bevölkerung kam bei dieser Eruption ums Leben. Die Menschen erstickten oder wurden durch herabfallendes Gestein erschlagen.

Noch verheerender war der zweite Ausbruch am nächsten Tag. Lavamassen drangen in die Häuser ein, und es gab kaum ein Entkommen. Die meisten Opfer wurden bei diesem zweiten Ausbruch getötet. Von den 20.000 Einwohnern wurden später etwa 2000 gefunden. Deshalb gehen die Wissenschaftler davon aus, dass viele Menschen noch flüchten und somit überleben konnten. Die Stadt aber wurde verschüttet und geriet für Jahrhunderte in Vergessenheit.

Pompeji wird geplündert 

Das Wissen um Pompeji und die nahegelegene Stadt Herculaneum war nach der Katastrophe verloren gegangen. Erst in der Renaissance wurde man auf vereinzelte Funde am Fuß des Vesuvs aufmerksam. Die Beschreibungen des Archäologen Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) entfachten einen regelrechten Antikeboom. Wer etwas auf sich hielt und es finanzieren konnte, fuhr nach Pompeji, um sich die frühen Ausgrabungen anzusehen. Dabei wurde eher willkürlich nach einzelnen Fundobjekten gewühlt als systematisch gegraben. War eine Stelle vielversprechend, wurden Löcher gegraben. Anschließend wurden davon ausgehend waagerechte Schächte in das Lavagestein getrieben. Vieles wurde dabei zerstört. Vor allem aber war ein Objekt später selten seinem Fundort zuzuordnen. Was für eine Sammlung als wertvoll erachtet wurde, nahm man mit, anderes wurde zerstört. Dabei scheute man sich nicht, ganze Wandgemälde von den Mauern zu lösen und wegzuschaffen.

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Winckelmann entfachte einen Run auf Pompeji

Systematische Grabungen 

Im 19. Jahrhundert erkannte der italienische Monarch Vittorio Emmanuele II. die Bedeutung der römischen Vergangenheit für Italien. Er setzte sich als erster für eine systematische Forschung ein und berief Giuseppe Fiorelli zum Leiter der Ausgrabung des antiken Pompeji. Von Anfang an bemühte sich der Archäologe Fiorelli darum, Ordnung in die bisher chaotischen Ausgrabungsversuche zu bringen. Er begann, das Gestein horizontal Schicht für Schicht abzutragen. So konnte er ganze Häuser ans Tageslicht bringen und einen Plan der gesamten Stadt rekonstruieren. Dazu gehörte vor allem eine lückenlose Dokumentation der Fundobjekte, die er mit genauem Fundort und Datum versah und in einem ausführlichen Tagebuch beschrieb. Die meisten Funde beließ Fiorelli an Ort und Stelle. Einmal ausgegraben, versuchte er die Häuser vor Wetter und Dreck zu schützen. Dennoch verloren viele Malereien durch Sonneneinstrahlung unwiederbringlich ihre Leuchtkraft.

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Durch Fiorelli konnte die Stadt rekonstruiert werden

Die schlafenden Toten 

Durch seinen Ordnungssinn und die vorsichtigen Grabungen hinterließ Fiorelli der Nachwelt ein einzigartiges Zeugnis antiker Stadtkultur. Da die Asche des Vulkans die Stadt über die Jahrhunderte hinweg so gut konservierte, ist in Pompeji viel mehr erhalten geblieben als in anderen antiken Städten. Die meisten menschlichen und tierischen Skelette fand Giuseppe Fiorelli unter dem meterhohen vulkanischen Material begraben. Mit der Zeit hatten sich die Körper der Toten zersetzt. In der erkalteten Lava blieben nur die Knochen in einer Hohlform zurück. Giuseppe Fiorelli kam auf die Idee, diese Hohlräume mit Gips auszufüllen. Nachdem man anschließend das vulkanische Gestein abgeschlagen hatte, entstanden so Skulpturen, die den Todeskampf der Bewohner Pompejis bis heute festhalten. Nur bei wenigen der geborgenen Toten fanden sich ernsthafte Verletzungen. Die meisten Menschen scheinen in ihrem "Gefängnis aus Lava" erstickt zu sein.

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Viele Menschen wurden vom Ausbruch überrascht 

Fürs Publikum freigegeben 

Bis zu Fiorellis Arbeiten waren die Ausgrabungen in Pompeji eine recht exklusive Angelegenheit. Nur Prominente und gesellschaftlich Hochgestellte konnten sie besuchen. Giuseppe Fiorelli öffnete Teile der Ausgrabungen für die gesamte Öffentlichkeit.

Es war ihm ein Anliegen, dass jedermann Zugang zur römischen Antike bekam. Was er nicht ahnen konnte, war der ständig zunehmende Strom an Touristen, der sich von nun an durch die antiken Straßen drängelte. Durch Verschmutzung, Willkür und den Abrieb tausender Rucksäcke wurden zahlreiche Kunstwerke unwiederbringlich zerstört. Es fehlt auch zunehmend an Geld, das riesige Areal weiter zu erforschen und die bereits ausgegrabenen Häuser entsprechend zu schützen. Viele Bauten sind nach ihrer Ausgrabung von der Zerstörung bedroht, wenn sie nicht konserviert oder restauriert werden.

2010 stürzten bereits einige Gebäude nach heftigen Regenfällen ein, da sie aufgrund drastischer Kürzungen im Kulturhaushalt nicht mehr vor dem Verfall gerettet werden konnten. Große Teile des Areals sind aus diesen Gründen für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Durch Fördergelder der Europäischen Union (EU) konnten notwendige Restaurierungsarbeiten wieder aufgenommen werden. 2015 wurden sechs restaurierte Häuser wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.


Verlinkungen:

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Quellen:

Internetquellen

-> Gummich, Sven u. Aufmkolk, Tobias: Das antike Rom. Pompeji, in: planetwissen online, online verfügbar seit 22.06.2021 unter: https://www.planet-wissen.de/geschichte/antike/das_antike_rom/pwiepompeji100.html, zuletzt geprüft am 29.05.2025.

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Sekundärliteratur

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Die Adoptivkaiser (96-192)


Die Adoptivkaiser (96-192)

Trajan (53-117)

Inhaltsverzeichnis

1. 1900. Todestag Kaiser Trajans. Musterexemplar eines römischen Kaisers (Artikel)

1. 1900. Todestag Kaiser Trajans. Musterexemplar eines römischen Kaisers

Sie nannten ihn „Optimus“: Kaiser Trajan galt schon zu Lebzeiten als der Beste. Er stabilisierte das Römische Reich im Inneren und erweiterte es um das Gebiet des heutigen Rumänien. Seine Bauten in Rom werden immer noch bewundert. Doch sein letzter Feldzug geriet zum Fiasko.

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Galt als bürgernah und pflichtbewusst: Statue des Kaiser Trajan in Bukarest. (Imago / Jaap Arriens)

Seine Bauten sind bis heute ein Blickfang für Romtouristen: die wuchtigen Reste der Trajansthermen. Das Trajansforum mit der gleichnamigen Säule, deren Reliefs die Taten des Erbauers im Krieg gegen die Daker verherrlichen.

Marcus Ulpius Traianus, der nach knapp 20-jähriger Herrschaft am 8. August 117 starb, galt der Nachwelt als Musterexemplar eines römischen Kaisers. Seine Regierungszeit sei die glücklichste der Menschheitsgeschichte gewesen, schwärmte im 18. Jahrhundert der Engländer Edward Gibbon. Nach den Worten des Kölner Althistorikers Werner Eck war es die Begabung, konfliktfrei mit dem Senat umzugehen, die Trajan so nachhaltig populär machte.

„Der Senat war immer noch die entscheidende Stelle des römischen Reiches, wo über Politik und über ihre Nachwirkung entschieden wurde. Und vor allem kamen auch aus dem Senat oder aus Leuten, die den Senatoren nahestanden, diejenigen, die darüber berichteten.“

Der richtige Mann für Krieg und Frieden

Zum Beispiel der Trajan-Vertraute Plinius, der den Kaiser als Multitalent pries.

„Andere mögen sich im Kriege hervorgetan haben, aber waren nutzlos im Frieden. Oder sie zeichneten sich im politischen Leben aus, nicht jedoch im Waffendienst. Vergleicht nun damit unseren Princeps, in dessen Person alle bewundernswerten Verdienste in glücklicher Eintracht zu finden sind.“

Trajan entstammte einer Familie aus der südspanischen Provinz, die in die oberen Ränge der römischen Gesellschaft aufgestiegen war. Werner Eck:

„Trajan war selber über Jahrzehnte hinweg im Senat gewesen. Er kannte die ganzen Befindlichkeiten oder Empfindlichkeiten seiner Mitsenatoren. Er wusste, wodurch man deren Vertrauen gewinnen konnte.“

Ein „senatsfreundlicher“ Kaiser

Eine Gruppe weitblickender Senatoren half Trajan auch auf den Thron. Sie hatten seinen Vor-Vorgänger Domitian in unguter Erinnerung. Domitian war bei den Soldaten beliebt, in Roms besseren Kreisen als Tyrann gefürchtet gewesen. Wer sollte jetzt dem amtierenden Kaiser, dem betagten Nerva, nachfolgen?

„Da gab es jemanden im Osten, in der Provinz Syrien, ein gewisser Cornelius Nigrinus, der hat den Anspruch erhoben: Ich müsste der Nachfolger von Nerva werden, denn er war in der Zeit Domitians einer der hoch angesehensten Heerführer. Und da ist die Mehrheit der Senatoren, vor allem ganz bestimmte, die sind hoch erschreckt gewesen.“

Sie wünschten sich ja nicht wieder einen militärhörigen, sondern einen senatsfreundlichen Kaiser. So sorgten sie dafür, dass Nerva den Kollegen Trajan als Gouverneur nach Obergermanien schickte und dann als Nachfolger adoptierte. Das Kalkül: Von der Provinzhauptstadt Mainz aus war Rom schneller zu erreichen als von Syrien aus:

„Man setzt jemanden, der mit vielen Senatoren vertraut war oder deren Vertrauen er genoss, den setzt man nach Germania Superior mit etwa einem gleich starken Heer wie in Syrien, dann kann man sehen, dass die Sache eigentlich entschieden war.“

Bürgernah: Wasserleitungen anstelle Paläste

Als Kaiser erfüllte Trajan die Erwartungen. Er gab sich pflichtbewusst und bürgernah. Kehrte im Umgang mit dem Senat nicht den Machthaber heraus, sondern wusste stets den Eindruck zu erwecken, sich unter Seinesgleichen zu bewegen. Die Bevölkerung hielt er mit aufwendigen Gladiatorenspielen bei Laune. Um die Geburtenrate zu steigern, führte er für Bedürftige ein Kindergeld ein, die „alimenta“. Zeitgenossen rühmten ihm nach, dass er als Bauherr keine Paläste errichtete, sondern Anlagen zum Nutzen der Öffentlichkeit, Bäder, Markthallen, Stadien, Wasserleitungen, Häfen, Straßen.

Trajans größter außenpolitischer Erfolg war die Erweiterung des Imperiums über die Donaugrenze hinaus ins Gebiet des heutigen Rumänien. Dort lag damals das Reich der Daker. Trajan besiedelte die neue Provinz mit lateinisch sprechenden Kolonisten, deren Nachfahren bis heute die einzige romanische Bevölkerung Südosteuropas geblieben sind.

Der letzte Feldzug – ein Fiasko

Zum Fiasko geriet acht Jahre nach dem Dakersieg der Versuch, in einem Ostfeldzug gegen das Partherreich das Gebiet Roms bis zum Persischen Golf auszudehnen. Werner Eck:

„Einen eigentlichen Kriegsgrund hat es nicht gegeben, sondern da kommt wirklich das persönliche Motiv von Trajan zum Tragen, dass er ein großer Eroberer sei.“

Er gelangte bis ins heutige Basra. Doch letztlich musste Rom die eroberten Gebiete östlich des Euphrat wieder aufgeben. Auf der Rückreise nach drei Feldzugsjahren starb Trajan in Selinus an der Südküste der heutigen Türkei.

 

https://www.deutschlandfunk.de/1900-todestag-kaiser-trajans-musterexemplar-eines-100.html

Verlinkungen:

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Quellen:

Internetquellen

-> Dolderer, Winifried: 1900. Todestag Kaiser Trojans. Musterexemplar eines römischen Kaisers, in: Deutschlandfunk, online verfügbar seit 08.08.2017 unter: https://www.deutschlandfunk.de/1900-todestag-kaiser-trajans-musterexemplar-eines-100.html, zuletzt geprüft am 03.02.25.

-> Seewald, Berthold: Kaiser Trajan. Unter ihm erreicht das Römische Reich seinen Zenit, in: Welt online, online verfügbar seit 14.12.2027 unter: https://www.welt.de/geschichte/article171572645/Unter-ihm-erreichte-das-Roemische-Reich-seinen-Zenit.html, zuletzt geprüft am 03.02.25.

-> Wirtler, Lars: Marcus Ulpius Traianus. Römischer Kaiser 53-117, in: Portal Rheinische Landesgeschichte, online verfügbar seit 02.09.2016 unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/marcus-ulpius-traianus/DE-2086/lido/57c9401d5c9ec0.94168988, zuletzt geprüft am 03.02.2025.

Sekundärliteratur

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Die Adoptivkaiser (96-192)

Marc Aurel (121-180)

Übersicht/Zusammenfassung

Inhaltsverzeichnis

1. 

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Inhalt

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Verlinkungen:

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Quellen:

Internetquellen

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Sekundärliteratur

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Die Adoptivkaiser (96-192)

Markomannenkriege (166-180)

Zusammenfassung/Übersicht

Unter Mark Aurel (161–180 n. Chr.) führte diese Entwicklung schließlich zu einem langen, äußerst gewalttätigen und grausamen Konflikt, den Markomannenkriegen (166–180 n. Chr.). Damals kämpften fast alle Nachbarstämme gegen die Römer, Hauptgegner waren jedoch die Markomannen, Quaden und ihre Verbündeten, die sarmatischenJazygen östlich der Donau in der Theißebene. Infolge von Einfällen kriegerischer germanischer Stämme 170 n. Chr. in das römische Gebiet, verbunden mit Plünderungen und Verwüstungen in den Provinzen, sahen sich die Römer zu militärischen Gegenmaßnahmen genötigt. Der römischen Offensive gingen zwar Friedensverhandlungen in Carnuntum voraus, in den nachfolgenden Jahren führten die Römer jedoch mehrere Kriegszüge durch. Zunächst erfolgte im Jahr 172 n. Chr. ein Kriegszug gegen die Markomannen, ein Jahr später gegen die Quaden. Diese Expedition wurde von Kaiser Marc Aurel geleitet, der gleichzeitig auch gegen die Sarmaten Krieg führte. Nach siegreichen Feldzügen, aber vor allem wegen des Aufstands in Syrien, schloss er im Jahr 175 n. Chr. eilig Frieden und beendete die erste Phase der kriegerischen Auseinandersetzung. Im Jahr 177 n. Chr. kam es erneut zu Unruhen an der Donaugrenze, wobei wiederum die Markomannen und Quaden die Hauptakteure waren. Die Offensive gegen sie wurde von Marc Aurel und seinem mittlerweile zum Mitregenten ernannten Sohn Commodus geführt. Zum Ende dieser Expeditionen im Jahr 179 n. Chr. wurden die Gebiete der Markomannen und der Quaden mit zahlreichen Militäreinheiten besetzt. Nach Aussage schriftlicher Quellen wurden jeweils 20 000 römische Soldaten auf dem Gebiet der beiden Stämme stationiert. Dies lässt vermuten, dass der Kaiser in den besetzten Gebieten neue Provinzen einrichten wollte. Marc Aurel starb jedoch im März 180 n. Chr. Sein Nachfolger Commodus setzte die Kriege noch für kurze Zeit fort, schloss aber schließlich im selben Jahr sowohl mit den Germanen als auch mit den Sarmaten Frieden, woraufhin die römischen Besatzungstruppen an die Donaugrenze zurückgezogen wurden.

Quelle:

Komoroczy, Balazs; Rjtar, Jan: Im Feindesland. Die römischen Expeditionen nördlich der Mitteldonau, in: Nachrichtenblatt der Deutschen Limeskommission (Jg. 18, 2024), S. 12.

Die Adoptivkaiser (96-192)

Die Antoninische Pest

Inhaltsverzeichnis

1. Antoninische Pest - wie eine Seuche den Untergang des römischen Imperiums einleitete (Artikel)

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1. Antoninische Pest - wie eine Seuche den Untergang des römischen Imperiums einleitete 
Fünf "gute" Kaiser führten Rom in eine Blütezeit, bis eine Seuche aus China das Reich verwüstete. Rom verlor mehr als ein Drittel der Bewohner. Das Imperium überstand die Pest – aber schwer geschwächt.

Krankheiten, Seuchen und Tod waren die Bürger des römischen Imperiums gewohnt. Doch eine Krankheit wie die Antoninische Pest, die 165 n. Chr. ausbrach, hatte das Imperium zuvor noch nicht gesehen. In den Jahrzehnten davor war Rom zu nie da gewesener Größe emporgestiegen, nach der Pest begann der Zerfall der römischen Macht - auch wenn der Niedergang immer wieder für kurze Zeit gestoppt werden konnte.

Blütezeit der Adoptivkaiser

Vor der Pest - vermutlich handelte es sich um die Pocken - erlebte das Reich eine Blütezeit, wie es sie vorher nur in der langen Herrschaft des ersten Kaisers, des großen Augustus, gab. Der damalige Herrscher, Marcus Aurelius Antoninus, war der letzte der "fünf guten Kaiser". Alle kämpften zwar unentwegt an den Außengrenzen des Reiches, doch im Gebiet des Imperiums bewahrten sie Frieden, Sicherheit und Wohlstand.

Ostrom Griechisches Feuer: Wie das Napalm der Antike 800 Jahre lang Byzanz beschützte

Der Verlauf der Krankheit wurden vom griechischen Arzt Galen genau dokumentiert. Die Opfer litten zwei Wochen lang unter Fieber, Erbrechen, Durst, Husten und einem geschwollenen Rachen. Andere bekamen rote und schwarze Pusteln auf der Haut, schlechten Atem und schwarzen Durchfall. Von den Infizierten starb jeder Vierte, die Übrigen genasen und wurden immun gegen die Krankheit. Fast zehn Prozent des Imperiums mit 75-Millionen Einwohnern kamen bei mehreren Wellen der Seuche ums Leben. Doch das ist nur ein Durchschnittswert. Während manche Gebiete kaum betroffen waren, wütete die Seuche woanders weit stärker. Vor allen in den großen Städten und insbesondere in Rom war die Zahl der Toten höher. "Wie wildes Tier ", so ein Römer, "vernichtete die Krankheit nicht nur einige Menschen, sondern wütete in ganzen Städten und zerstörte sie".

Krankheit kam aus China 

Sicher ist, dass die Krankheit zum Jahreswechsel 165 zu 166 n. Chr. erstmals im Osten des Reiches bei der Belagerung von Seleucia auftrat. Ursprünglich kam die Krankheit aus China und verbreitete sich entlang der Seidenstraße. Die römischen Legionen verbreiteten sie dann weiter bis nach Gallien und an den Rhein. Verwaltung und Medizin standen der Seuche vollkommen hilflos gegenüber. Die Römer konnten viel, doch vom Wesen der Ansteckungskrankheit verstanden sie nichts.

An die Entwicklung eines Gegenmittels war nicht zu denken. Das ganze Reich duckte sich weg, als die Seuche über es hinwegbrandete. Überall im Reichsgebiet finden Archäologen noch heute Amulette und bearbeitete Steinchen aus der Zeit, die die Krankheit abwehren sollten. Dazu passt die zeitgenössische Entstehungslegende: Die Römer glaubten, sie seien von den Göttern gestraft worden, weil der Feldherr Lucius Verus bei der Belagerung von Seleucia ein Grab aufbrechen ließ und so den Fluch des Toten heraufbeschwor.

Enorme Bevölkerungsverluste 

Die Seuche brandete in mehreren Wellen durch das Reich. Sie erfüllte das Leben ganzer Generationen mit Schrecken. Den Höhepunkt erreichte sie erst im Jahr 189, damals starben jeden Tag 2000 Menschen in der Stadt Rom. Vermutlich wegen der Herdenimmunität verschwand die Seuche später, für die Römer war das genauso unerklärlich wie ihr Kommen. Das Imperium wankte. Erstaunlich ist, dass der Verwaltungsapparat es schaffte, das Reich trotz der Bevölkerungsverluste zusammenzuhalten. Um das Funktionieren des Reiches zu sichern, ergriffen die Römer radikale Maßnahmen. Sie versuchten mit pragmatischen Mitteln die Lücken aufzufüllen, die die Seuche gerissen hatte. Die Söhne von Freigelassenen besetzten die verwaisten Magistrate. Sklaven wurden zu Legionären gemacht. Marcus Aurelius lud fremde Stämme ein, sich in den verwaisten Regionen niederzulassen.

Modernität des Reiches verstärkt die Seuche

Die Pest attackierte das Imperium an den Stellen, die zu seinen Stärken gehörten. Straßen, Metropolen und ein "globaler" Handel begründeten den Wohlstand. Doch gerade entlang der Handelsachsen wütete die Krankheit besonders. Die Modernität des Reiches pumpte die Seuche in jeden Winkel. Die Legionen, die die Seuche maßgeblich verbreiteten, litten besonders. 150.000 Soldaten sollen verstorben sein, das war der Großteil der Berufssoldaten. Kaiser Marc Aurel rekrutierte Sklaven und Gladiatoren, die so die Freiheit erhalten konnten.

Das Reich klammerte sich zäh an sein Leben und zerbrach in der Krise nicht. Doch die Seuche schwächte das Imperium enorm. Die Wirtschaftskrise traf das Reich an der empfindlichsten Stelle: bei den Einnahmen. Anders als die Stammesgesellschaften war Rom eine sehr arbeitsteilige Gesellschaft, die auf Geldwirtschaft basierte. Das Reich schützte mit seinen Legionen die wohlhabenden und fruchtbaren Regionen am Mittelmeer, doch es war auf den steten Zustrom an Steuern und Abgaben angewiesen, um die Infrastruktur zu unterhalten und den Schutz der Grenzen zu gewährleisten. Versiegten die Abgaben, erodierte auch die Machtbasis des Kaisers.

Ein angeschlagenes Reich 

So verhinderten die Maßnahmen Marc Aurels den Kollaps, doch das Reich blieb geschwächt zurück. Die neu aufgefüllten Legionen konnten gegen die germanischen Stämme nicht bestehen, die den Rhein überrannten. Rom hatte nicht mehr die Kraft, die neu angesiedelten Barbaren zu integrieren. Eine gefährliche Entwicklung. Allmählich entstanden im Reich weite Gebiete, die nur noch pro forma dem Kaiser unterstellt waren. Dazu schuf sich das Reich einen weiteren Feind im Inneren. Wegen ihrer Weigerung, den Göttern und Kaisern zu opfern, gab man den Christen die Schuld für den Ausbruch der Seuche. Sie wurden schwer verfolgt.

Doch in vielen Gegenden überstanden die Strukturen ihrer Kirche die Seuche besser als die staatliche Verwaltung. Die Christen waren die einzigen, die den Kranken und Genesenden halfen. So stiegen ihr Ansehen und auch ihr Anteil in der Bevölkerung. Während die römischen Strukturen schwer geschwächt wurden, bildete sich mit den Bistümern des Christentums eine Art von Gegenstaat, der den westlichen Reichsteil sogar überlebte.

Vielleicht hätte sich das Imperium nach der Antoninischen Pest regieren können, aber es folgten weitere Pandemien, die das Reich weiter schwächten. Dazu kam ein Zufall. Das für Rom fatalste Opfer der Krankheit war der Feldherr Lucius Verus. Er war Mitkaiser von Marc Aurel, als er starb, endete die segensreiche Tradition der Adoptivkaiser. Marc Aurels Nachfolger wurde sein eigener Sohn Commodus. Die klassische Geschichtsschreibung setzte hier den Scheitelpunkt der Macht Roms, danach ging es bergab. Commodus wurde zum Sinnbild für Grausamkeit, Degeneration und Cäsarenwahn. Einen Abglanz von ihm zeigte Joaquin Phoenix im Hollywood-Film "Gladiator".

Verlinkungen:

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Quellen:

Internetquellen

-> Kramper, Gernot: Antoninische Pest. Wie eine Seuche den Untergang des römischen Imperiums einleitete, in: Stern online, online verfügbar seit 07.05.2024 unter: https://www.stern.de/panorama/wissen/antoninische-pest---wie-eine-seuche-den-untergang-des-roemischen-imperiums-einleitete-9252416.html, zuletzt geprüft am 09.04.2025. 

-> https://www.geschichte.fm/archiv/gag472/

-> https://de.wikipedia.org/wiki/Antoninische_Pest

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Sekundärliteratur

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Das severische Herrscherhaus (193-235)


Das severische Herrscherhaus (193-235)

Septimius Severus (193-211)

Übersicht/Zusammenfassung

Inhaltsverzeichnis

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Sekundärliteratur

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Das severische Herrscherhaus (193-235)

Caracalla (211-217)

Übersicht/Zusammenfassung

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Quellen:

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Sekundärliteratur

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Das severische Herrscherhaus (193-235)

Elagabal (218-222)

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Internetquellen

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Sekundärliteratur

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Das severische Herrscherhaus (193-235)

Severus Alexander (222-235)

Übersicht/Zusammenfassung

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Internetquellen

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Sekundärliteratur

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Die Soldatenkaiser (235-305)


Die Soldatenkaiser (235-305)

Der ,,Limesfall'' (Mitte des 3. Jahrhunderts)

Übersicht/Zusammenfassung

Mit dem Limesfall ist die Aufgabe weiter Teile des Limes gemeint, die in einem engen Zusammenhang mit politischen, ökonomischen und klimatischen Krisen stehen. Der Limesfall ist nicht wie einst angenommen die Folge großangelegter Germanenstürme, sondern Folge vieler Faktoren die als Reichskrise des 3. Jahrhunderts zusammengefasst werden. 

Dazu gehörten u.a. Abspaltungen von Provinzen durch die Niederlage Valerians bei Edessa und der damit zusammenhängenden Schwächung der römischen Zentralgewalt. Verschärft wurde diese Krise durch die Entstehung des gallischen Sonderreichs unter der Führung von Marcus Cassianius Latinius Postumus, einem ernannten Gegenkaiser. Innenpolitische Konflikte wurden zudem von Plünderungszüge der Germanen, allen voran der Alemannen, flankiert. Zu der politischen Instabilität und den externen Bedrohungen kamen noch ökologische Gründe hinzu. So sorgten klimatische Veränderungen für Krankheiten und Ernteausfälle, die wiederum die Wirtschaft und das Militär schwächten. 

Inhaltsverzeichnis

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Internetquellen

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Sekundärliteratur

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-> Reuter, Marcus; Thiel, Andreas: Der Limes. Auf den Spuren der Römer, Darmstadt 2015.

Der Limes


Der Limes

Der Obergermanisch-Raetische Limes

Inhaltsverzeichnis

  1. Basisinformationen
  2. Verlauf und Stationen
  3. Leben am Limes
  4. Rezeptionsgeschichte
  5. Heutige Nutzung
  6. Verlinkungen
  7. Quellen 

1. Basisinformationen

Der Obergermanisch-Raetische Limes ist ein Abschnitt der römischen Außengrenze zur Zeit der größten Ausdehnung des Römischen Reiches. 2005 wurde er zum UNESCO-Welterbe ernannt und ist Teil des seriellen, transnationalen Welterbes »Grenzen des Römischen Reiches«. Mit seinen 550 km ist er das längste Bodendenkmal Europas. Die 1.800 Jahre alte Grenzanlage bestand aus Wachttürmen, Palisaden, Grenzmauern, Wällen und Gräben sowie 120 Kastellen. Noch heute sind seine Überreste im Gelände erkennbar.

Der Obergemanisch-Raetische Limes bildete die Außengrenze zum unbesetzten Germanien. Heute zieht er sich von Rheinbrohl am Rhein durch die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern bis an die Donau bei Eining. Die künstliche Landgrenze führte dabei durch verschiedenste Landschaften wie den Westerwald, entlang des Mains und durch die Hohenloher Ebene. Ihr stellenweise schnurgerader Verlauf bezeugt den fortgeschrittenen Wissensstand der römischen Ingenieure und Landvermesser.

Die Überwachung des Obergermanisch-Raetischen Limes erfolgte mit ca. 900 Wachttürmen und Kleinkastellen. Im nahen Hinterland befanden sich ca. 120 Kastelle mit fest stationierten Truppen. Die Grenzanlage diente aber nicht als militärisches Bollwerk. Sie war eine überwachte Zone, an der die Ein- bzw. Ausreise kontrolliert und Zölle auf gehandelte Waren erhoben wurden.

https://www.alm-konstanz.de/welterbe/welterbe-limes

2. Auswahl Verlauf und Stationen

Rheinbrohl und der Vinxtbach (Startpunkt): Der Vinxtbach bei Rheinbrohl entspringt bei Burg Rheineck und mündet im Rhein. Er stellte in der Römerzeit die natürliche Grenze zwischen Ober- und Niedergermanien dar. Sein Name leitet sich vom lateinischen ad fines ab, was für ,,an der Grenze‘‘ steht.

Bad Ems: Silber- und Bleierzvorkommen sowie der Reichtum an heißen Quellen sorgten womöglich dafür, dass der Limes einen Bogen um Bad Ems machte, um diese Vorkommen zu schützen. 2008 wurde ein Steingebäude freigelegt, welches als Speicher für diese Bodenschätze dienen konnte.

Kastell Niederbieber: Zur Zeit des Kaiser Commodus wurde das Steinkastell Niederbieber mit vicus in unmittelbarer Nähe zum Limes errichtet. Es war das größte Truppenkastell des nördlichen Limes und beherbergte um die 1.000 Reiter. Zudem gab es im vicus Handwerker und Händler, Wirtschaften und Hurenhäuser. Ebenso gab es ein großes Kastellbad in den eigenen Mauern.

Kohortenkastell Holzhausen: Das kleinste Kohortenkastell mit 1,4 Hektar liegt inmitten des Waldes und ist heute noch in Teilen erhalten. Mitten im Buchenwald liegt die Ruine, die damals als Außenposten in den Wäldern des Barbaricums genutzt wurde.

Mainz und Wiesbaden?: Kampf gegen die Chatten von Mainz aus organisiert. Kontrolle beider Rheinseiten in den vierziger Jahren nach Christus unter Claudius. Im Vierkaiserjahr 69 werden römische Truppen abgezogen und die Chatten erobern die rechtsrheinischen Gebiete und belagern Mainz. Der neue Kaiser Vespasian entsendet wiederum Truppen, um die Gebiete erfolgreich zurückzuerobern.

Justinusfelsen bei Lindschied: An der östlichen Seite des Seifenberges befindet sich eine Inschrift auf Tonschiefer, die einem römischen Soldaten namens Ianuarius Iustinus gewidmet ist. Der Grund für die Inschrift ist unklar, allerdings besteht die Vermutung, dass er ein Soldat am Limes war der in unmittelbarer Nähe verläuft.

Kastell Zugmantel zwischen Taunusstein und Idstein: Eines der bekanntesten und ältesten Militärlager am Obergermanischen Limes, welches Hinweise auf ein Amphitheater beinhaltet.

Feldbergkastell: Mit knapp 700 m. ü. NHN ist das Feldbergkastell das am höchsten gelegene römische Militärlager am Obergermanischen Limes. Zwischen dem Großen und dem Kleinen Feldberg gelegen, konnte von dort aus das Rhein-Main-Gebiet überblickt werden.

Saalburg: Die Besonderheit ist der angeordnete Wiederaufbau des Kastells ab 1897 durch das große Interesse für die Römer seitens Wilhelm II. Er war oft zur Kur in Bad Homburg und auf seinen Reisen besuchte er regelmäßig die Ausgrabungsarbeiten. Allerdings verfälschte er die Originalrekonstruktion durch individuelle persönliche Wünsche.   

Kastell Osterburken: Auch im Kastell Osterburken wurde viel Handel betrieben. Es gibt sogar Nachweise über polizeiähnliche Einheiten, die sogenannten Benefiziarier. Sie kontrollierten den Grenzhandel mit den nahegelegenen germanischen Stämmen.

Kastell Jagsthausen: Das Kastell Jagsthausen wurde etwa mit vierhundert Metern Entfernung zum Limes erbaut. Die stationierte Germanenkohorte überwachte das Gebiet der Hohenloher Ebene mit den Flüssen Jagst und Kocher. Zudem wurde reichlich Handel betrieben, was Funde von Töpferöfen, Ziegeleien und anderen metallverarbeitenden Betrieben belegen.

Reiterkastell Aalen: In Aalen befand sich das größte Reiterkastell nördlich der Alpen. Untergebracht waren etwa 1.000 Soldaten und es zählte als Aufmarschbasis und als das schlagkräftigste Kastell Raetiens. Die flache Umgebung war ideal für die Sammlung von berittenen Einheiten und Weideflächen für die Pferde.

Limestor Dalkingen: Das Limestor in Dalkingen ist die Ruine eines einzigartigen Bauwerks, welches zu Ehren Kaiser Caracallas errichtet wurde. Sein Feldzug gegen die Germanen wurde mit dem Bau eines Triumphbogens geehrt in dem auch bronzene Kaiserstatuen gefunden wurden.

Römerpark Ruffenhofen: Neben dem Nachbau von Kastellanlagen gibt es im Römerpark Ruffenhofen die Möglichkeit Gärten nach römischem Vorbild zu besuchen. Die Anlage liegt ungefähr zwei Kilometer hinter der Raetischen Mauer und diente als militärischer Standort einer Kavallerieeinheit. Die Hauptfunktion bestand in der Überwachung der Handelswege Richtung der Provinzhauptstadt Augsburg (lat. augusta vindelicum).

Der Römerschatz von Weißenburg: Einer der größten Funde römischer Schätze ist aus dem Tempel des Kastells Biriciana, dem heutigen Weißenburg. Entdeckt wurden insgesamt 156 Fundstücke, zu denen elf silberne Votivtafeln gehören und zahlreiche Bronzestatuen und verzierte Alltagsgegenstände.

3. Leben am Limes

3.1 Limesbau und Konstruktionen

Bauphasen: Die Grenzanlage hat mehrere Ausbauphasen. So wurde aus einer Waldschneise gedeckt mit Türmen eine dauerhafte Barriere mit Palisade und später mit Wall-Graben-System bzw. mit Mauer.

Limeskastelle: Die Kastelle entlang des Limes dienten den Soldaten nicht nur als Unterkünfte. Auch andere Bereiche des Lebens spielten sich innerhalb der Mauern ab. So waren auch Werkstätten, Vorratsspeicher und Ställe vorhanden. Neben den Mannschaftsbaracken für die Soldaten (lat. centuriae) und weiteren Gebäuden wie die Getreidespeicher (lat. horrea) gab es auch das Wohnhaus des Kommandanten (lat. praetorium).

Zivilsiedlungen: An vielen Limeskastellen gab es zivile Siedlungen, die entweder um das Kastell herum oder an dessen Hauptstraße entstanden sind. Im sogenannten vicus kam es zur Ansiedlung von Händlern und Handwerkern und es wurden neben Betrieben wie Schmieden, Töpfereien und Glasmanufakturen auch Bäder und gelegentlich Tempel erbaut. In den meisten Fällen waren die Siedlungen im Gegensatz zum Kastell ungeschützt.

Ziegelproduktion: Das Baumaterial für die Wachtürme und die Kastelle am Limes wurde oft von den Soldaten selbst produziert. In einigen Fällen wurden die fertigen Ziegelsteine mit Kürzeln der jeweiligen Einheiten gestempelt. Für die Erforschung der Bewegung der Truppen sind diese Kürzel besonders hilfreich.

3.2 Handel und Transport

Schiffe: Ihnen kamen einige Funktionen zu. Sie sicherten den Nachschub mit Rohstoffen, Lebensmitteln und anderen benötigten Materialien. Auch wurden sie zu Zwecken der Kommunikation und Aufklärung genutzt. Hinzu kam der militärische Einsatz bei Kampfeinsätzen oder Landungsunternehmen.

Germanische Waren: Der Handel mit den Germanen florierte und so kam es zu einem wechselseitigen Warenaustausch. In germanischen Hofstellen wurden Keramiken, Spiegel, römische Münzen und sogar, trotz Exportverbots, römische Waffen gefunden. Auf der anderen Seite profitierten die Römer von Honig, Pelzen und aus Talg hergestellten Seifen. Besonders beliebt waren lange blonde Frauenhaare, aus denen Perücken für die Römerinnen gefertigt wurden.

3.3 Grenzüberwachung und Schutz

Wachtürme und Kastelle: Die Überwachung des Limes erfolgte mit ca. 900 Wachttürmen und Kleinkastellen. Im nahen Hinterland befanden sich ca. 120 Kastelle mit fest stationierten Truppen. Die Grenzanlage diente aber nicht als militärisches Bollwerk. Sie war eine überwachte Zone, an der die Ein- bzw. Ausreise kontrolliert und Zölle auf gehandelte Waren erhoben wurden.

Kommunikation: Der Limes war mit Wachtürmen geschützt, die in Sichtkontakt miteinander standen. Bei einem Angriff konnten die Truppen mit einem Hornsignal Alarm schlagen. In der Nacht haben sie v. a. mit Lichtzeichen Kontakt zu den benachbarten Türmen und den Reiterkastellen im Hinterland gehalten. Die Grenzverteidigung funktionierte somit mit einer antiken Form eines Frühwarnsystems.

4.4 Militär

Provinzialflotten: Mit den Provinzialflotten wurden die strategisch wichtigen Handelswege über den Rhein und die Donau militärisch abgesichert. Neben den militärischen Anlagen sorgten die Flotten u. a. für die Absicherung der Nebenflüsse, die aus dem Barbaricum kamen.

Auxiliartruppen: Die Truppen am Limes waren überwiegend Auxiliarverbände. Diese wurden häufig aus den unterworfenen Stämmen heraus rekrutiert. Nach 25 Jahren in den Diensten des Römischen Reiches erhielten sie das römische Bürgerrecht. Das ermöglichte ihnen eine Heirat und das Erbe des Bürgerrechts auf die Kinder.

3.4 Kultur und Traditionen

Fahnenheiligtum: In manchen Kastellen gab es im Stabsgebäude Räumlichkeiten, in denen eine Art religiöses Zentrum für die Soldaten eingerichtet wurde. Im Fahnenheiligtum standen die hoch verehrten Feldzeichen der jeweiligen Truppen, deren Verlust unbedingt vermieden werden sollte. Zu weiteren religiösen Artefakten gehörten Statuen und Altare vor denen Opferzeremonien abgehalten wurden. Außerdem wurde im Keller unter dem Fahnenheiligtum oftmals die Truppenkasse aufbewahrt.  

Statuen: Viele Kastelle waren mit Statuen von Herrschern ausgestattet. Diese erfüllten gleich mehrere Funktionen. Sie wurden nicht nur zur Würdigung und Erinnerung der jeweiligen Persönlichkeiten erbaut, sondern dienten darüber hinaus als religiöse Stätten und als Zeichen der zivilisatorischen Überlegenheit gegenüber anderen Völkern. Auch sind sie oft Ausdruck politischer Propaganda und imperialen Ansprüchen.     

3.5 Kunst und Handwerk

Krüge und Gefäße: Zahlreiche Funde am Limes haben dafür gesorgt ein umfangreiches Bild von den Trink- und Gastmahlsitten der Römer zu gewinnen. Zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten oder Gewürzen nutzten die Römer Gefäße und Krüge aus Keramik oder sogar Bronze. Letztere waren oft aufwendig verziert und enthielten Hinweise auf Gottheiten oder Tierbilder.

4. Rezeptionsgeschichte

5. Heutige Nutzung

5.1 Museen

-> Rheinbrohl: RömerWelt am Caput Limitis

-> Koblenz: Landesmuseum Koblenz

-> Bad Ems: Museum Bad Ems

-> Bad Homburg: Römerkastell Saalburg

-> Butzbach: Museum der Stadt Butzbach

-> Hungen: Limesinformationszentrum Landkreis Gießen

-> Echzell: Museum Echzell

-> Großkrotzenburg: Museum Großkrotzenburg

-> Seligenstadt: RegioMuseum

-> Stockstadt am Main: Heimatmuseum Stockstadt

-> Aschaffenburg: Stiftsmuseum Aschaffenburg

-> Obernburg am Main: Römermuseum Obernburg am Main

-> Wörth am Main: Römerausstellung im Bürgerhaus

-> Miltenberg: Museum Stadt Miltenberg

-> Bürgstadt: Museum Bürgstadt

-> Walldürn: Stadt- und Wallfahrtsmuseum Walldürn

-> Osterburken: Römermusem Osterburken

-> Widdern: Wachthaus Am Limes

-> Jagsthausen: Schlossmuseum Jagsthausen

-> Öhringen: Weygang-Museum Öhringen

-> Mainhardt: Römermuseum Mainhardt

-> Großerlach: Großerlach-Grab – Wachtturm auf dem Heidenbuckel

-> Welzheim: Museum Welzheim

-> Schwäbisch Gmünd: Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd

-> Aalen: Limesmuseum Aalen

-> Rainau-Dalkingen: Limestor Dalkingen

-> Wittelshofen: LIMESEUM und Römerpark Ruffenhofen

-> Gunzenhausen: Archäologisches Museum Gunzenhausen

-> Weißenburg i. Bay.: RömerMuseum Weißenburg

-> Kipfenberg: Römer und Bajuwaren Museum

-> Regensburg: Historisches Museum Regensburg

-> Straubing: Gäubodenmuseum

-> Künzing: Museum Quitana

-> Passau: RömerMuseum Kastell Boiotro

6.2 Kastellbäder/Thermenanlagen

-> Therme des Kastells Marköbel

-> Freilichtmuseum Römerbad Jagsthausen

-> Schwäbisch Gmünd: Kastellbad Schirenhof

-> Theilenhofen Kastellbad

-> Weißenburg: Römische Thermen

-> Limestherme Bad Gögging

6. Verlinkungen

6.1 Ausbau des Limes (1. bis 2. Jh. n. Chr.)

6.2 Bataveraufstand (69 bis 70 n. Chr.)

6.3 Kampf gegen die Chatten (1. Jh. v. Chr. bis 2. Jh. n. Chr.)

6.4 Markomannenkriege (166-180 n. Chr.)

6.5 Alamanneneinfälle im 3. Jahrhundert

6.6 Limesfall (ca. 250 bis 260 n. Chr.)

7. Quellen

7.1 Internet-Quellen:

https://www.limesstrasse.de/deutsche-limes-strasse/home/obergermanischer-limes, zuletzt geprüft am 24.01.25. 

https://www.roemer-welt.de/Limes-Infozentrum/Limes-Informationszentrum/Limes-damals/, zuletzt geprüft am 24.01.25.

https://gdke.rlp.de/kulturerbeonline/lesehaeppchen/landesarchaeologie, zuletzt geprüft am 24.01.25. 

https://www.deutsche-limeskommission.de, zuletzt geprüft am 24.01.25.

https://www.welterbetour.de/limes, zuletzt geprüft am 24.01.25. 

Krausse, Dirk: Als die Gallier Römer wurden, in: spektrum.de online verfügbar seit 01.02.2003, unter: https://www.spektrum.de/magazin/als-die-gallier-roemer-wurden/829492, zuletzt geprüft am 14.02.25.

7.2 Literatur:

Graichen, Gisela: Limes. Roms Grenzwall gegen die Barbaren. Frankfurt a. M. 2009.

Reuter, Marcus; Thiel, Andreas: Der Limes. Auf den Spuren der Römer, Darmstadt 2015.


Der Limes

Niedergermanischer Limes

Inhaltsverzeichnis

1. Militärische Basis im Norden des Römischen Reiches. Der Niedergermanische Limes. (Aufsatz Limesreihe)

1. Militärische Basis im Norden des Römischen Reiches. Der Niedergermanische Limes..

Die UNESCO-Welterbestätten „Grenzen des Römischen Reiches“ haben ein neues „Familienmitglied“:
Der Nieder­ germanische Limes wurde am 27. Juni 2021 auf Antrag der Niederlande in die Welterbeliste
aufgenommen. Dank einer intensiven niederländisch-deutschen Zusammenarbeit konnte der außer-
gewöhnliche universelle Wert von Roms ältester Flussgrenze erfolgreich begründet werden.

VON STEVE BÖDECKER, MARINUS POLAK UND JENNIFER SCHAMPER

VON DER ANTIKEN GRENZE ZUM GEMEINSAMEN WELTERBE

Der Rhein war Roms erste lineare Außengrenze. Doch was heute unter dem Begriff „Grenze“ ver- standen wird, unterscheidet sich in Vielem vom antikenVerständnis, das zudem einer langen Ent- wicklung unterworfen war. Die 450-jährige Ge- schichte des Niedergermanischen Limes (NGL) spiegelt dabei wie kaum ein anderer Grenzab- schnitt des Imperium Romanum diesen komple- xen Prozess wider – vom ersten Garnisonsraum für die Legionen des Augustus über einGrenzsystem aus Kastellen und Wachttürmen noch im 1. Jahr- hundert bis zum Festungsbollwerk unter den spät- antiken Kaisern. All dies spielte sich entlang des Rheinufers ab, auf dem Gebiet der Provinz Germa- nia inferior, Niedergermanien. Heute misst der Rhein vom Vinxtbach bei Bad Breisig bis zur Nord- seeküste beiKatwijk (NL) ziemlich genau 400 mo- derne Flusskilometer. Die Flusslandschaft hat schon römischen Ingenieuren viele Innovationen abverlangt und sorgtgleichzeitig bis heute für her- ausragende organische Erhaltungsbedingungen. Die Besonderheiten dieser Flussgrenze tragen da- bei entscheidend zur Begründung des außerge- wöhnlichen universellen Wertes der UNESCO- Welterbestätte bei.

Als Niedergermanischen Limes bezeichnet man heute die archäologischen Denkmäler der mili- tärischen Anlagen in diesem Grenzabschnitt. Das Bewusstsein um dieses gemeinsame archäologi- sche Erbe war Anspruch für die Provinzen Zuid- Holland, Utrecht und Gelderland sowie die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, den Weg des Antragsverfahrens gemeinsam zu ge- hen. Somit wirkt die antike Verwaltungseinheit heute verbindend übermoderne Grenzen hinweg. Mit 32 niederländischen und deutschen Kommu- nen ist ein Großteil der Anrainer am heutigen Rheinufer eingebunden. Gemeinsam wählten sie insgesamt 44 archäologische Plätze aus, die nun den Welterbestatus innehaben.

ROMS ERSTE LINEARE GRENZE

Caesars Sieg über die Menapier 53 v. Chr. bedeutete einen Meilenstein für die römische Okkupation am nördlichen Rhein. Die Menapier lebten ursprüng- lich beiderseitsdes Niederrheins, waren aber von ihren östlichen Nachbarn nach Westen verdrängt und dort von Caesar geschlagen worden. Damit war Roms Machtanspruch auch amUnterlauf gel- tend gemacht, jedoch gleichzeitig ein erhebliches Machtvakuum geschaffen worden. Augustus nutz- te die Neuordnung der Rheinzone dann für ein gänzlichneues Konzept römischer Außengrenzen. Der Rhein wird für die jetzt zur Berufsarmee refor- mierten Legionen als dauerhafter Garnisonsraum auserkoren. Dies hatte gleich mehrere Vorteile, sowohl außen- als auch innenpolitisch. Bis dato hat- te Rom an seinen Außengrenzen immer nur auf Adhoc-Basis agiert, nun sollten die Truppen aber einen festen Bestandteil der Grenzsicherung bilden, um die Grenzen zu verteidigen oder vorzuschie- ben. Gleichzeitig gelang es damit,die Truppen als Machtfaktor abseits des innenpolitischen Gesche- hens zu halten. Ein Dienstvertrag mit zwanzig-jähriger Laufzeit, staatlich geregelte Besoldung so- wie der allein auf den Princeps geleistete Eid der Soldaten waren wichtige Lehren aus den Bürger- kriegen der Römischen Republik. Das älteste Standlager der Kaiserzeit, 19 v. Chr. auf dem Huner- berg bei Nijmegen errichtet, markiert den Beginn dieser epochalen Entwicklung. Doch Stillstand kannte auch die augusteische Staatsdoktrin vom „Reich ohne Grenze“ (Vergil, Aeneis 1,278–279) nicht. Der Rhein wurde ab 12 v. Chr. Sprungbrett und Versorgungsachse für die Operationen bis zur Elbe. Mit deren Ende9 n. Chr. fiel dem Rhein wie- der die alte Aufgabe als Garnisonsraum zu, die er bis zum 5. Jahrhundert erfüllen sollte. Auf dem Fürstenberg bei Xanten entstand kurz nachder Va- rusniederlage ein vollständig ausgebautes Zwei- legionenlager mit umfangreichen Außenanlagen. Sie sind Anzeichen für einen weiteren Entwicklungsschub: Die Standorte wurden nun zu Siedlungszen- tren, eingebunden in ein reichsweites Netzwerk von Handel und Verkehr. Der Reform der Legionen unterAugustus folgte unter Claudius die feste Ein- gliederung der auch zahlenmäßig aufgestockten Hilfstruppen in die Provinzheere. Das Kohorten- kastell Valkenburg steht stellvertretend für das neue Bild einer dichten Kastellkette, die ihre An- fänge im Rheindelta sogar bereits unter Caligula hatte. Dieser setzte im Jahr 39 n.Chr. von hier aus zur Besetzung Britanniens an, die seinem Nachfol- ger Claudius 43 n. Chr. schließlich gelang. Die sen- sationelle Entdeckung eines großen Standlagers aus dieser Zeit bei Valkenburg unterstreicht die Be- deutung des Rheindeltas als Bindeglied zwischen Rom und Britannien. Die Idee einer raumgreifen- den Überwachung durch kleinere Auxiliarkastelle findet sich dann in Wales wieder. Dendrochronolo- gische Daten belegen auch die frühe Einbindung vonWachttürmen in die Kastellkette im Rheindel- ta, etwa aus Utrecht-Zandveld. Bis in die 60er Jahre des 1. Jahrhunderts war das Bild eines dicht gestaf- feltenGrenzsystems komplett und diente als Blau- pause auch für die Landgrenzen des 2. Jahrhunderts.

DYNAMIK EINER FLUSSLANDSCHAFT

Der Rhein galt als natürlicher „Schutzgraben gegen die Germanen“, zumindest literarisch, so etwa bei Cicero (In Pisonem 33). Doch bildete der Fluss für Heere keinesfalls eine unüberwindliche Barriere, allenfalls ein Annährungshindernis. Dennoch, die „gewalttätige Strömung“ (Tacitus, Annalen 2,6) war – und ist – real und verlangte von den Militär- ingenieuren innovative Lösungen. Das Flussufer des Rheins eignete sich zwar grundsätzlich zum Anlanden von Schiffen, doch erst Kaianlagen ermöglichten das sichere Be- und Entladen von Schwerlasten wieBausteinen und Ziegeln, dringend benötigten Baustoffen am steinarmen Nieder- rhein. Zudem hatte der Rhein zwei Gesichter: Seine starke Strömung konnte sich in trockenen Som- mern in gefährliches Niedrigwasser wandeln. Mit- ten im Bataveraufstand entbrannte so im Sommer 69 n. Chr.zwischen römischen und germanischen Truppen ein dramatisches Tauziehen um einen auf Grund gelaufenen Getreidetransporter (Tacitus, Historien IV,27). Hydrologische Studien der Univer- sität Bonn lieferten dazu jüngst konkrete Daten: Der antike Wasserstand war im Mittel etwa 2 m niedriger als heute. Dies macht verständlich, wa- rum die mächtigen Kaianlagen der Colonia Ulpia Traiana/Xanten ausgerechnet an der erosions- stärksten Position eines Prallhanges lagen – hier war nämlich ein hoher Wasserstand garantiert. Bei Forum Hadriani / Voorburg trafen die Wasser zweier Rheinarme aufeinander, und auch hier ent- stand einer derwichtigsten Hafenplätze, und zwar mit gleich doppelter Funktion: Er verknüpfte die Rheinschiene mit einem der aufwendigsten Was- serbauprojekte des Römischen Reiches, dem Cor- bulo-Kanal. Dieser ca. 34 km lange Schiffskanal verband Rhein und Maas. Noch heute sind davon weite Strecken als Bodendenkmal erhalten. Tacitus berichtet von einem Baubeginn 47 n. Chr.; Bauhöl- zer des erst 1989 archäologisch nachgewiesenen Mammutbauprojektes belegen eine Dauer der Bau- maßnahmen zumindest bis ins Jahr 50 n. Chr.

BANDBREITE UND LANGLEBIGKEIT DER MILITÄRANLANGEN

Neben den besonderen Eigenarten einer Flussgren- ze gehört ein weiterer Aspekt zum außergewöhnli- chen universellen Wert des Niedergermanischen Li- mes: diegroße Bandbreite an militärischen Einrich- tungen, über die in dieser Zeitschrift schon mehrfach berichtet wurde. Neben Wachttürmen, Kleinkastel- len und Hilfstruppenlagern, den typischen Bestand- teilen römischer Grenzräume, sind am NGL auch die Legionslager und ein Flottenlager direkt in die vor- dere Grenzzoneeingebunden. Zwischen Bonn und Nijmegen bestimmten diese Lager sogar das Bild der vorderen Grenzlinie, während die Hilfstruppen- infanterie bis auf wenigeAusnahmen wie Remagen im nördlichen Abschnitt stationiert war. Eng mit den Standlagern verbunden ist eine Viel- zahl weiterer Einrichtungen, wie etwa Marschla- ger im Raum Bonn und Xanten, die wohl vor allem mit derTruppenausbildung in Verbindung stehen. Die Legionsziegelei von Holdeurn und die Kalk- brennerei der 30. Legion in Iversheim stehen für die Bedeutung derLegionen als Bautruppe, auch für den zivilen öffentlichen Sektor. Schließlich vereinigten sich in den Händen des niedergerma- nischen Statthalters die höchstenzivilen und mili- tärischen Befugnisse eines legatus Augusti pro praetore. Nur einem solchen „Gesandten des Kai- sers im Range eines Prätors“ war die Befehlsge- walt über mehrere Legionen und deren Komman- deure gegeben. Sein Dienstsitz, das Praetorium von Köln, zählt dabei zu den am besten erhaltenen des RömischenReiches. Als oberste Schaltzentra- le und Schnittstelle von Militär- und Zivilverwal- tung bildet es einen elementaren Baustein zum Verständnis römischer Grenzorganisation (siehe den Beitrag S. 30). Damit ist am Niedergermani- schen Limes vom Wachtturm bis zum Statthalter- palast die gesamte Bandbreiterömischer Militäreinrichtungen abgebildet. Dieses Schwerpunkt- heft des Nachrichtenblattes zum NGL widmet sich der Spitze derMilitärhierarchie an den römischen Grenzen, den Legionslagern und der Rolle Kölns als Statthaltersitz.

Verlinkungen:

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Quellen:

Internetquellen

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Sekundärliteratur

-> Der Limes. Nachrichtenblatt der deutschen Limeskommission (15. Jahrgang, Heft 2), Stuttgart 2021. 

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Der Limes

Donau-Iller-Rhein-Limes

Der Limes

Der norisch-pannonische Limes

Persönlichkeiten

Inhaltsverzeichnis

  1. Nero Claudius Drusus
  2. Agrippina die Jüngere

1. Nero Claudius Drusus

(* 14. Januar 38 v. Chr. in Rom, + 14. September 9 v. Chr. irgendwo zwischen der Saale und dem Rhein; beigesetzt wurde er in Rom)

Drusus hatte einen um vier Jahre älteren Bruder, den späteren Kaiser Tiberius. Beide waren die Söhne von Tiberius Claudius Nero und Livia Drusilla. Während der zweiten Schwangerschaft zwang Kaiser Augustus die Eltern zur Scheidung, weil er selbst Livia Drusilla heiraten wollte. Drei Monate nach der Hochzeit kam dann Drusus zur Welt. Der Stiefvater der Beiden, Kaiser Augustus, bevorzugte Drusus. Dennoch erhielten beide die beste Ausbildung, die man sich denken kann. Schon in jungen Jahren übernahmen sie wichtige politische und militärische Aufgaben.

Im Jahr 15 v. Chr. unterwarfen Tiberius und Drusus als Befehlshaber römischer Legionen erfolgreich die schwer zu erschließenden Alpen und das Alpenvorland bis zur Donau. Durch ihren Erfolg erhielt das Römische Reich eine neue Provinz, die sie ‚Rätien‘ nannten. Schon zwei Jahre später wurde Drusus Statthalter der drei gallischen Provinzen. Damit war er für ein sehr großes Gebiet, das das heutige Frankreich, Belgien, die Niederlande und das linksrheinische Deutschland umfasste, zuständig. Sein Amtssitz war Lyon.

Kaiser Augustus wollte zunächst den nordöstlichen Abschnitt der Grenze des römischen Reiches sichern und die rechtsrheinischen Gebiete bis hin zur Elbe militärisch und politisch kontrollieren. Umgehend ordnete Drusus den Bau eines Kanals zwischen dem Rhein und der Zuiderzee an, damit die am Rhein stationierte römische Flotte schneller die Nordsee erreichen konnte. Mit gerade einmal 25 Jahren ließ er ab dem Jahre 13 v. Chr. das linke Rheinufer mit 50 Kastellen befestigen. Besonderen Wert legte er auf die Legionslager in Mainz und Xanten. In Mainz ließ er ein großes Lager für zwei Legionen errichten. Neben den 12.000 Legionären musste das Lager auch noch Hilfstruppen aufnehmen können. Besonders geeignet erschien ihm die Anhöhe gegenüber der Mainmündung. Das Lager nannte er nach dem keltischen Gott Mogon Mogantiacum.

Um keine Zeit zu verlieren, wurde hinter einem Graben ein Erdwallaufgeschüttet und mit Palisaden versehen. Dieser Wall umfasste das Gebiet der heutigen Universitätskliniken bis hin zur heutigen Kupferbergterrasse. Die Unterkünfte waren zunächst sehr einfach; der Bau steinerner Kasernen musste warten. Aber Lazarett, Magazine, Stallungen für die Pferde, Werkstätten und Verwaltungsgebäude ließ Drusus von Anfang an aus Stein errichten. Unterhalb des Lagers bildeten sich schnell kleine Siedlungen – sog. Canabae legionis – mit Geschäften, Werkstätten und Tavernen. Neben Händlern und Handwerkern zogen in diese Siedlung auch einige Familien der Legionäre. Hier drückte Drusus ein Auge zu, weil die Legionäre offiziell ledig bleiben mussten.

In den folgenden Jahren führte Drusus insgesamt drei Feldzüge gegen die Germanen; zunächst gegen die aufständischen Friesen und im Jahr darauf gegen die an der Lippe siedelnden Sugambrer und andere Stämme. Bei diesem Feldzug stießen seine Legionen bis zur Weser vor. Im Spätherbst mussten sie sich allerdings wieder zurückziehen – jedoch nicht wegen der Cherusker, in deren Gebiet sie sich befanden, sondern aufgrund ernsthafter Versorgungsprobleme. Seine ca. 30.000 Legionäre und eine noch größere Anzahl von Hilfstruppen waren auf den Nachschub von der linken Rheinseite angewiesen. Die Römer sahen ihre militärische Überlegenheit gefährdet, da sie offensichtlich nicht in der Lage waren, während des Feldzuges jederzeit Verpflegung, Waffen und Kleidung für eine so große Armee zu beschaffen.

Also ordnete Drusus an, dass in Germanien schnellstens befestigte Lager errichtet werden sollten, in denen Proviant gespeichert werden konnte. So wurden z. B. in dem römischen Lager in Rödgen in der Wetterau große Lagerhäuser errichtet, in denen mehr als 60.000 Zentner Getreide gespeichert werden konnten. Im Jahre 10 v. Chr. reiste Drusus nach Rom, um dort zum Konsul ernannt zu werden. Übrigens: Das Reisen auf den gut ausgebauten Straßen im römischen Reich war recht angenehm.

Als er nach Mainz zurückkam, waren die Vorbereitungen für den dritten Germanien-Feldzug bereits abgeschlossen. Bei diesem Feldzug erreichten die Römer unter Drusus die Elbe. Die Nachschublager in der Etappe hatten sich bestens bewährt. Aber beim Rückmarsch scheute das Pferd und warf Drusus ab. Bei dem Sturz wurde er so stark verletzt, dass er auf einer Trage transportiert werden musste. Die Ärzte konnten die Entzündung seines gebrochenen Beines nicht heilen. Auf dem Weg nach Mogontiacum erlag er am 14. September 9 v. Chr. seinen Verletzungen. Sein Bruder Tiberius eilte, als er von dem Tod seines Bruders erfuhr, sofort nach Mainz und leitete einen imposanten Trauerzug bis Pavia. Von dort begleitete Kaiser Augustus selbst den Trauerzug bis Rom. Beigesetzt wurde Drusus mit allen Ehren im Mausoleum des Kaisers.

In Mainz haben die Legionen ihrem beliebten Feldherrn ein Denkmal errichtet – den Drususstein. [Anm. 1] Die Reste dieses gewaltigen Turmes kann man heute noch in der Zitadelle sehen. Am Drususstein haben sich in den folgenden Jahrhunderten – einmal im Jahr zum Gedenken an Drusus – Abordnungen der in Gallien und Germanien stationierten Legionen getroffen. Für diese Gedenkfeiern wurde in Mainz das größte Bühnentheater nördlich der Alpen errichtet.

 

2. Agrippina die Jüngere

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Agrip­pi­na die Jün­ge­re, auch Iu­lia Agrip­pi­na, gilt als Stadt­grün­de­rin von Köln. Ih­re Be­deu­tung für die Stadt­ge­schich­te ver­deut­licht die 1989 über­ge­be­ne Sta­tue auf dem Rat­haus­turm (Bild­hau­er: He­ri­bert Cal­le­en). Ihr Na­me schmückt ei­ne Ufer­stra­ße und ei­ne Werft. Ei­ne Ver­si­che­rung grün­de­te sich 1844 mit ih­rem Na­men. Die Lis­te ih­rer Spu­ren in Köln lie­ße sich er­wei­tern. Der rö­mi­sche Au­tor Sue­ton (um 70-130/140) sag­te über sie, sie sei ein „hef­ti­ges und herrsch­süch­ti­ges Weib" ge­we­sen, Ta­ci­tus (um 58-um 120) be­schrieb sie als „ent­brannt in völ­li­gem Ver­lan­gen nach Schre­ckens­herr­schaft". Am En­de be­fahl ihr ei­ge­ner Sohn ih­ren Tod. 

Am 6. No­vem­ber ver­mut­lich 15 nach Chris­tus wur­de Agrip­pi­na die Jün­ge­re im Zen­tra­lort des Ger­ma­nen­stam­mes der Ubier, dem op­pi­dum Ubio­rum, dem heu­ti­gen Köln, ge­bo­ren. Sie war in di­rek­ter Ab­stam­mung Ur­en­ke­lin des ver­gött­lich­ten Au­gus­tus (27 vor Chris­tus-14 nach Chris­tus), über das dy­nas­ti­sche In­stru­ment der Ad­op­ti­on En­ke­lin des am­tie­ren­den Kai­sers Ti­be­ri­us (Re­gie­rungs­zeit 14-37). Ihr Va­ter war Ger­ma­ni­cus Iu­li­us Cae­sar (15 vor Chris­tus-19 nach Chris­tus) Ad­op­tiv­sohn und Nef­fe des Ti­be­ri­us, der wie­der­um über ei­ne na­tür­li­che Ver­bin­dung zu Au­gus­tus ver­füg­te: sei­ne leib­li­che Mut­ter An­to­nia die Jün­ge­re (36 vor Chris­tus-37 nach Chris­tus) war ei­ne Nich­te des Au­gus­tus. Agrip­pi­na wur­de al­so in höchs­te herr­schaft­li­che Krei­se hin­ein­ge­bo­ren.

Als Agrip­pi­na zur Welt kam, be­fand sich Ger­ma­ni­cus mit sei­ner Fa­mi­lie am Rhein, wo­hin ihn Au­gus­tus im Jahr 12 hin be­or­dert hat­te. Er führ­te mi­li­tä­ri­sche Straf­ak­tio­nen öst­lich des Flus­ses durch und ver­such­te das im Jahr 9 ver­lo­re­ne Ter­rain in meh­re­ren Kam­pa­gnen zu­rück zu er­obern. Das op­pi­dum Ubio­rum be­her­berg­te der­weil sei­ne hoch­schwan­ge­re Frau Agrip­pi­na die Äl­te­re (14 vor Chris­tus-33 nach Chris­tus) und sei­nen klei­nen Sohn, den spä­te­ren Kai­ser Ca­li­gu­la (Re­gie­rungs­zeit 37-41). Nicht lan­ge nach der Ge­burt Agrip­pi­nas be­en­de­te Kai­ser Ti­be­ri­us die Un­ter­neh­mun­gen öst­lich des Rheins und be­rief Ger­ma­ni­cus zu­rück. Agrip­pi­na kehr­te nie­mals in ih­re Ge­burts­stadt zu­rück.

Im Jah­re 28, als Agrip­pi­na zwölf oder 13 Jah­re alt war, ver­hei­ra­te­te sie Ti­be­ri­us mit Gna­eus Do­mi­ti­us Ahen­o­bar­bus (ge­stor­ben 40). Die­ser ge­hör­te zum er­wei­ter­ten Kreis der Fa­mi­lie, und so stell­te die Hei­rat ein Mit­tel dar, Fa­mi­li­en­st­rän­ge zu­sam­men­zu­füh­ren und die An­zahl der mög­li­chen An­wär­ter auf die Macht zu be­gren­zen. Die Herr­schaft des Ti­be­ri­us war mit Tra­gö­di­en im engs­ten Fa­mi­li­en­kreis Agrip­pi­nas ver­bun­den. Ihr Va­ter Ger­ma­ni­cus er­hielt ei­nen Son­der­auf­trag im Os­ten des Rei­ches: Sy­ri­en, Iudäa und wei­te­re Pro­vin­zen wur­den ihm un­ter­stellt. Im Jah­re 19 ver­starb er plötz­lich un­ter nie ge­klär­ten Um­stän­den. Sei­ne Gat­tin Agrip­pi­na die Äl­te­re ver­mu­te­te ei­nen Gift­an­schlag durch den Statt­hal­ter von Sy­ri­en, Gna­eus Cal­pur­ni­us Pi­so (ge­stor­ben 20) und ver­däch­tig­te in­di­rekt den Kai­ser selbst, der zu Pi­so ein freund­schaft­li­ches Ver­hält­nis pfleg­te. Ein Ver­fah­ren vor dem Se­nat ent­las­te­te Cal­pur­ni­us Pi­so; Agrip­pi­na die Äl­te­re je­doch wur­de im Jahr 29 auf die In­sel Pan­da­te­ria ver­bannt, wo sie 33 den Hun­ger­tod wähl­te. Dies blieb je­doch nicht der ein­zi­ge Schick­sals­schlag in der Ju­gend Agrip­pi­nas der Jün­ge­ren. Bis 33 ver­lor sie zwei ih­rer Brü­der, un­ter an­de­rem Dru­sus Cae­sar (ge­stor­ben 33), als Op­fer der ge­fähr­li­chen po­li­ti­schen La­ge un­ter Ti­be­ri­us. 

Der Tod des Kai­sers im Jah­re 37 brach­te ei­ne Wen­de für Agrip­pi­na. Der drei bis vier Jah­re äl­te­re ver­blie­be­ne Bru­der wur­de zum Nach­fol­ger ge­kürt. Ca­li­gu­la hob sei­ne drei Schwes­tern, ne­ben Agrip­pa wa­ren dies Drusil­la und Li­vil­la (18-42), eh­rend her­vor. Er ließ so­gar Mün­zen mit ih­nen in Ge­stalt von Göt­tin­nen prä­gen. Am 15.12.37 brach­te Agrip­pi­na ei­nen Sohn zur Welt: Lu­ci­us Do­mi­ti­us Ahen­o­bar­bus, bes­ser be­kannt als der spä­te­re Kai­ser Ne­ro (Re­gie­rungs­zeit 54-68). Das Ver­hält­nis zu ih­rem Bru­der muss sich in der Fol­ge­zeit grund­sätz­lich ge­än­dert ha­ben. 

Im Jah­re 39 be­tei­lig­te sie sich an ei­ner Ver­schwö­rung ge­gen Ca­li­gu­la, die je­doch auf­ge­deckt wur­de. Der Mann ih­rer Schwes­ter Drusil­la, Mar­cus Ae­mi­li­us Le­pi­dus (6-39), mit dem sie ein Ver­hält­nis hat­te, wur­de ne­ben wei­te­ren Be­tei­lig­ten be­sei­tigt. Von ih­rem ei­ge­nen Gat­ten ist in die­sem Zu­sam­men­hang nichts über­lie­fert. Er starb An­fang des Jah­res 40. Of­fen­sicht­lich war er be­reits län­ge­re Zeit vor­her krank ge­we­sen. Agrip­pi­na wur­de ge­zwun­gen, die Asche „ih­res" Le­pi­dus nach Rom zu brin­gen, wie einst ih­re Mut­ter die Asche des Ger­ma­ni­cus aus Sy­ri­en über­führt hat­te. In letz­te­rem Fal­le je­doch frei­wil­lig. 

Als Fol­ge der Ver­schwö­rung wur­de Agrip­pi­na auf die Pon­ti­schen In­seln ver­bannt, ih­re Gü­ter wur­den ein­ge­zo­gen. Auch in die­sem Punkt schien sie das glei­che Schick­sal zu er­ei­len wie ih­re Mut­ter, doch es soll­te über­ra­schend an­ders kom­men. Am 24.1.41 wur­de Ca­li­gu­la um­ge­bracht. Un­er­war­tet wähl­ten die Prä­to­ria­ner Clau­di­us zum Kai­ser (Re­gie­rungs­zeit 41-54). Agrip­pi­na war sei­ne Nich­te. Er ließ die Ver­bann­te zu­rück­keh­ren und stat­te­te sie mit ih­rem Ver­mö­gen aus. Auf der Su­che nach ei­nem ge­sell­schaft­lich ein­fluss­rei­chen Ehe­mann hei­ra­te­te sie den Se­na­tor C. Sal­lus­ti­us Cris­pus Pas­si­e­n­us (ge­stor­ben 47/48), der 44 zum zwei­ten Mal das Kon­su­lat be­klei­de­te, aber bald dar­auf starb. Da­bei bleibt un­klar, ob Agrip­pi­na ihn mög­li­cher­wei­se er­mor­det hat, wie spä­ter über­lie­fert wur­de. Je­den­falls erb­te sie ein gro­ßes Ver­mö­gen und war zu je­nem Zeit­punkt im Jah­re 48 Wit­we, als Clau­di­us nach der Hin­rich­tung sei­ner Gat­tin Mes­sa­li­na (um 20-48) frei für ei­ne neue Bin­dung war. In der Aris­to­kra­tie be­gann ein Wer­ben um die va­kan­te Stel­le der Kai­ser­ge­mah­lin, wo­bei Agrip­pi­na selbst ein nicht zu un­ter­schät­zen­der Macht­fak­tor war, da sie im Ge­gen­satz zu Clau­di­us in di­rek­ter ver­wandt­schaft­li­cher Li­nie zum Grün­der des Prin­zi­pats stand. Sie war Ver­tre­te­rin der macht­volls­ten Fa­mi­li­en Roms und als sol­che ein un­ab­hän­gi­ges Macht­zen­trum. Dies muss­ten die Be­ra­ter um Clau­di­us ab­wä­gen. Agrip­pi­na selbst war hung­rig nach Macht und ge­willt, den fa­mi­liä­ren An­spruch gel­tend zu ma­chen. Sie setz­te sich durch und wur­de Kai­se­rin, wo­bei das Ver­bot ei­ner Hei­rat zwi­schen On­kel und Nich­te kein Hin­der­nis bil­de­te. Die­se Re­ge­lung wur­de durch ei­nen Se­nats­be­schluss rasch be­sei­tigt. 

Die Hei­rat zwi­schen Clau­di­us und Agrip­pi­na fand An­fang des Jah­res 49 statt. Da­mit war sie im Schalt­zen­trum der Macht an­ge­kom­men; es reich­te ihr je­doch nicht, die Ge­mah­lin des Kai­sers zu sein, und ih­ren Ein­fluss über Clau­di­us wir­ken zu las­sen, ihr Macht­hun­ger ging dar­über hin­aus. Wie an den Münz­prä­gun­gen der Zeit ab­zu­le­sen ist, woll­te sie sich ei­ne Po­si­ti­on schaf­fen, in der sie di­rekt Macht aus­üben konn­te – und dies, ob­wohl sie for­mal le­dig­lich die Gat­tin des Kai­sers war. Sie ver­füg­te über kei­ne staats­recht­li­chen Zu­stän­dig­kei­ten und konn­te sol­che Kom­pe­ten­zen auch nie er­lan­gen, da es die Po­si­ti­on ei­ner Kai­se­rin im recht­li­chen Sin­ne nicht gab und Frau­en von der Po­li­tik aus­ge­schlos­sen wa­ren. Den­noch ver­schaff­te sie sich ei­ne po­li­ti­sche Macht­po­si­ti­on: Als ers­te Frau er­hielt sie zu Leb­zei­ten ih­res Man­nes den eh­ren­den Na­mens­be­stand­teil Au­gus­ta und wur­de schon da­durch be­son­ders her­vor­ge­ho­ben. Auch nach au­ßen hin stell­te sie ih­re Po­si­ti­on über prunk­vol­le Klei­dung her­aus. Ihr Por­trät auf Mün­zen ver­rät ih­ren Ein­fluss bei Kai­ser und Se­nat. Über den kai­ser­li­chen Frei­ge­las­se­nen Pal­las (ge­stor­ben 62), der Für­spre­cher ih­rer Hei­rat mit Clau­di­us und en­ger kai­ser­li­cher Be­ra­ter war, hat­te sie Zu­griff auf die Staats­fi­nan­zen, über Pro­zes­se und Mor­de ver­mehr­te sie ihr ei­ge­nes Ver­mö­gen. Bei of­fi­zi­el­len An­läs­sen war sie stets – schein­bar gleich­be­rech­tigt – an der Sei­te von Clau­di­us zu fin­den. Auch fak­tisch ver­grö­ßer­te sie ih­ren Ein­fluss: Sie setz­te durch, dass ihr Sohn Do­mi­ti­us Aher­no­bar­bus (Ne­ro) von Clau­di­us ad­op­tiert wur­de. Clau­di­us hat­te ei­nen ei­ge­nen Sohn aus der Ehe mit Mes­sa­li­na na­mens Bri­tan­ni­cus (41-55), der zu­nächst als Er­be und Nach­fol­ger vor­ge­se­hen war; nun wur­de ihm der äl­te­re Ne­ro an die Sei­te ge­stellt. Da­bei be­ließ es Agrip­pi­na je­doch nicht.

In den Pro­vin­zen such­te sie eben­falls Ein­fluss zu ge­win­nen. Auf ih­re In­itia­ti­ve hin wur­de im Jah­re 50 der Zen­tra­lort der Ubier im Rechts­sta­tus zu ei­ner Co­lo­nia er­höht. Da­mit wur­de die Gat­tin des Clau­di­us zur „Stadt­grün­de­rin" von Köln. Zu die­ser Zeit be­deu­te­te ei­ne sol­che Grün­dung die An­sied­lung von rö­mi­schen Bür­gern, zu­meist Ve­te­ra­nen der Le­gio­nen; in­fol­ge des dar­aus re­sul­tie­ren­den Kul­tur­trans­fers hat­te die ein­hei­mi­sche Ober­schicht in Köln schon längst rö­mi­sche Sit­ten an­ge­nom­men und war mit dem rö­mi­schen Bür­ger­recht aus­ge­stat­tet wor­den. Köln wur­de zum Ab­bild Roms in der Frem­de mit Stadt­rat, zwei Bür­ger­meis­tern und wei­te­ren Ma­gis­tra­ten. Dies al­les war in ei­nem Stadt­ge­setz fest­ge­legt, das of­fi­zi­ell für Köln er­las­sen wur­de. Die Be­weg­grün­de für die Aus­zeich­nung ih­rer Ge­burts­stadt sind je­doch nicht in ei­ner emo­tio­na­len Ver­bun­den­heit zu su­chen, son­dern sie stell­te sich da­mit gleich­be­rech­tigt an die Sei­te des Kai­sers, der sei­ne Ge­burts­stadt Ly­on be­reits vor­her zur Co­lo­nia er­ho­ben hat­te. Bei­de Städ­te wa­ren kul­ti­scher und ad­mi­nis­tra­ti­ver Mit­tel­punkt. Zu­dem de­mons­trier­te Agrip­pi­na mit der Er­he­bung Kölns zur Co­lo­nia ihr Durch­set­zungs­ver­mö­gen in der Pro­vinz. 

Auf dem Hö­he­punkt ih­rer Macht be­rei­te­te sie ih­rem Sohn den Weg zur Kai­ser­herr­schaft. Clau­di­us hob ihn öf­fent­lich ge­gen­über sei­nem ei­ge­nen Sohn her­vor. Ziel ge­rich­tet ver­folg­te Agrip­pi­na den Plan, über ih­ren Sohn im Reich zu herr­schen. Sie hat­te sich mitt­ler­wei­le im Kai­ser­haus und im Mi­li­tär ein Netz­werk ge­schaf­fen, das sie un­an­greif­bar er­schei­nen ließ. Po­ten­ti­el­le Wi­der­sa­che­rin­nen und Wi­der­sa­cher wur­den be­sei­tigt, wo­zu schlie­ß­lich auch ihr Mann Clau­di­us ge­hör­te, der – ver­gif­tet von Agrip­pi­na – am 13.10.54 starb. Doch der Er­folg war nur von kur­zer Dau­er; bald schon be­gann ihr Stern zu sin­ken. Im Jah­re 55 kam es zum Bruch mit ih­rem Sohn, Kai­ser Ne­ro. Die ers­te Lo­sung an die Sol­da­ten hat­te op­ti­ma ma­ter (die bes­te al­ler Müt­ter oder die vor­treff­lichs­te Mut­ter) ge­lau­tet und da­mit ver­deut­licht, wem Ne­ro die Macht zu ver­dan­ken hat­te. Fak­tisch führ­te sie auch zu­nächst die Re­gent­schaft für den 17-jäh­ri­gen. Doch schon bald eman­zi­pier­te sich die­ser von sei­ner Mut­ter und de­ren Um­feld. Längst war ei­ne Gren­ze über­schrit­ten, weil in der rö­mi­schen Ge­sell­schaft ei­ne di­rek­te Aus­übung von Macht für Frau­en un­vor­stell­bar er­schien. Als Agrip­pi­na die­se Ent­wick­lung auf­hal­ten woll­te, be­wirk­te sie das Ge­gen­teil. Schritt für Schritt ent­zog Ne­ro ihr die Pri­vi­le­gi­en wie ei­ne ei­ge­ne Leib­gar­de oder die Re­si­denz im kai­ser­li­chen Pa­last. Vie­le Geg­ne­rin­nen und Geg­ner wag­ten sich nun aus der De­ckung.

Im Jah­re 59 fand Agrip­pi­na ein ge­walt­sa­mes En­de. Ne­ro ent­schloss sich, sei­ne Mut­ter be­sei­ti­gen zu las­sen, was je­doch zu­nächst miss­lang. Ein prä­pa­rier­tes Schiff soll­te sie nach ei­ner Ver­söh­nungs­fei­er mit ih­rem Sohn zu ih­rer Vil­la nach Baiae, dem heu­ti­gen Ba­co­li, brin­gen und auf dem Weg dort­hin auf of­fe­ner See sin­ken. Das fin­gier­te Schiffs­un­glück ge­schah ver­spä­tet in Ufer­nä­he, so dass sich Agrip­pi­na ver­letzt an die Küs­te ret­ten konn­te. Dar­auf­hin be­fahl Ne­ro den of­fe­nen Mord, der von Flot­ten­sol­da­ten aus­ge­führt wur­de. Ihr Leich­nam wur­de ver­brannt und auf ih­rem Land­gut bei­ge­setzt. Das An­denken an Agrip­pi­na wur­de of­fi­zi­ell ge­tilgt, ihr Ge­burts­tag zum Un­glücks­tag er­klärt. Und doch reicht ih­re Wir­kung, ins­be­son­de­re in der von ihr ge­grün­de­ten Stadt, un­ge­bro­chen bis heu­te. 

Verlinkungen:

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Quellen:

Internetquellen

-> https://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/aufsaetze/stumme-drusus.html, zuletzt geprüft am 24.07.2026.

-> Schmitz, Dirk, Agrippina die Jüngere, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/agrippina-die-juengere/DE-2086/lido/57a9dcf66c7362.93193527 (abgerufen am 24.07.2026)

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Sekundärliteratur

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