# Kultur



# Kosmetik und Körperpflege

<span style="color: rgb(34, 34, 34); font-family: var(--font-heading, var(--font-body)); font-size: 1.666em;">Inhaltsverzeichnis</span>

1\. Wie roch das Parfüm der altem Römer? (Artikel)

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##### 1. Wie roch das Parfüm der alten Römer? 

Forschende haben in einer Höhle in Spanien einen Salbentiegel aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. gefunden. Darin enthalten: Reste eines Parfüms aus dem Alten Rom. Die Rekonstruktion des Duftes zeigt, wie die Römer damals rochen.

Im Jahr 2019 wurde in der Kleinstadt Carmona in Südwestspanien beim Bau eines Swimmingpools der Eingang zu einem altrömischen Grab aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. aufgedeckt. Der hinzugerufene Archäologe Juan Manuel Román von der Universität Pablo de Olavide in Sevilla war der erste, der das seit zweitausend Jahren ungeöffnete Grab untersuchen durfte. Neben menschlichen Überresten fand er auch ein kleines Fläschchen aus Bergkristall – mitsamt Inhalt.

Im Rahmen einer aktuellen [Studie](https://www.mdpi.com/2571-9408/6/6/236#B10-heritage-06-00236) gelang es Román und seinen Kolleg\*innen nun, den Fund als Parfüm zu identifizieren – eine Sensation. Denn die Frage danach, wie die Parfüms der Alten Römer genau zusammengesetzt waren und wie sie rochen, blieb bislang weitgehend unbeantwortet. Bis jetzt. Das Team um Román konnte das Rezept rekonstruieren – und die Hauptkomponente des Duftes identifizieren: Patschuli.

Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen veröffentlichte das Forschungsteam im Fachmagazin *Heritage*.

**Patschuli-Duft für reiche Römer**

Die Zusammensetzung von altrömischen Parfüms ist bislang hauptsächlich aus schriftlichen Quellen überliefert. So wusste man beispielsweise bereits, dass die Parfüms damals anstatt auf Alkoholbasis auf Basis von Ölen hergestellt wurden, darunter Öle aus Sesam, heißem Rettich oder unreifen Oliven. Auch von der Verwendung von ätherischen Ölen wusste man. Beide Komponenten konnten die Forschenden in der im Laufe der Jahrtausende fest gewordenen Masse in dem Fläschchen aus dem Grab feststellen.

Dass das Parfüm ein ätherisches Öl enthalten haben muss, wurde durch den Fund von Sesquiterpenen in der Masse klar. Sie sind einer der Hauptbestandteile in ätherischen Ölen. Weitere Untersuchungen zeigten: Das Öl muss aus der Pflanzenart *Pogostemon Cablin* gewonnen worden sein, also aus dem Indischen Patschuli.

Getragen wurde das Parfüm wahrscheinlich von einem oder mehreren Mitgliedern der Familie, die in dem Grab bestattet worden war. Das Material, aus dem das kleine Parfümbehältnis gefertigt wurde, lässt darauf schließen, dass die Familie wohlhabend gewesen sein musste – denn Bergkristall galt damals als Luxusmaterial. In der Urne, in der das Fläschen gefunden wurde, befanden sich zusätzlich drei Bernsteinperlen.

**Der Weg des Parfums ins Alte Rom**

Schon in Mesopotamien und im [Alten Ägypten](https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2021/04/wenn-duefte-sichtbar-werden-so-roch-das-alte-aegypten) nutzten die Menschen gerne Parfüms und stellten duftende Öle und Tinkturen her. Damals wurden die Parfüms vor allem rituell genutzt, beispielsweise zur Huldigung von Gottheiten, oder aus medizinischen Gründen. Aber auch der Spaß am Duft selber stand im Vordergrund – dieser war allerdings meist König\*innen und der Oberschicht vorbehalten.

Vom Alten Ägypten fand das Parfüm über das Alte Griechenland schließlich auch den Weg zu den Römern. Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. wurden Parfüms im Alten Rom benutzt, so die Forschenden. Seither gibt es Aufzeichnungen darüber, wie die Römer die Duftwasser und - tinkturen verwendeten. Laut Román nutzten sie Parfüms nicht nur im täglichen Leben, sondern auch bei besonderen Anlässen wie Beerdigungen oder als Salbe oder zur Einbalsamierung Verstorbener. Auch als Grabbeigabe seien die Parfüms gängig gewesen – je nach Wohlstand der Familie.

Verlinkungen:

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Quellen:

Internetquellen

-&gt; Lamm, Lisa: Wie roch das Parfüm der alten Römer?, in: National Geographic online, verfügbar seit 09.06.2023 unter: [https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2023/06/wie-roch-das-parfuem-der-alten-roemer](https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2023/06/wie-roch-das-parfuem-der-alten-roemer), zuletzt geprüft am 09.04.2025.

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Sekundärliteratur

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# Romanisierung

#### Inhaltsverzeichnis

1\. Romanisierung im Rheinland

##### 1. Romanisierung im Rheinland 

Ro­ma­ni­sie­rung ist ein zen­tra­les Kon­zept der al­ter­tums­wis­sen­schaft­li­chen For­schung zur Er­klä­rung der po­li­ti­schen, so­zia­len, kul­tu­rel­len und öko­no­mi­schen Wand­lungs­pro­zes­se in Ita­li­en und den Pro­vin­zen des rö­mi­schen Rei­ches in der Kai­ser­zeit. Der Be­griff wur­de um die Wen­de vom 19. zum 20. Jahr­hun­dert von Theo­dor Momm­sen und Fran­cis Ha­ver­field ge­prägt. Seit­dem hat sich das Ver­ständ­nis der Ent­wick­lun­gen in den Pro­vin­zen al­ler­dings mehr­fach grund­le­gend ge­wan­delt und bis heu­te be­steht kein Kon­sens über die Ur­sa­chen, Trä­ger und Fol­gen der Ro­ma­ni­sie­rung. Tei­le der For­schung leh­nen so­gar die Ver­wen­dung des Be­grif­fes selbst ab. Nichts­des­to­we­ni­ger ge­rät bei den vor­ge­schla­ge­nen Er­satz­be­grif­fen die ent­schei­den­de Macht, näm­lich das [Im­pe­ri­um Ro­ma­num](https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Verzeichnisse/Glossar/I#term-235), aus dem Blick. Zwar be­trieb Rom kei­ne for­cier­te Kul­tur­po­li­tik, und vie­le Ver­än­de­run­gen sind durch das Be­stre­ben der pro­vin­zia­len Eli­ten nach An­schluss an das im­pe­ria­le Zen­trum er­klär­bar. Den­noch soll­te der Ein­fluss der kai­ser­li­chen Re­prä­sen­ta­ti­on und der rö­mi­schen Ad­mi­nis­tra­ti­on auf die Ver­hält­nis­se in den Pro­vin­zen nicht un­ter­schätzt wer­den. Da­für spricht auch, dass sich an­ti­ke Au­to­ren durch­aus der Ver­än­de­run­gen im Reich be­wusst wa­ren und die­se auf die Wir­kung Roms zu­rück­führ­ten, auch wenn sie da­für kei­nen über­ge­ord­ne­ten Be­griff kann­ten.

Weit­ge­hen­de Ei­nig­keit be­steht heu­te aber hin­sicht­lich der Chro­no­lo­gie der Ro­ma­ni­sie­rung. Um die Zei­ten­wen­de lässt sich näm­lich ei­ne Pha­se grund­le­gen­der Wand­lungs­pro­zes­se er­ken­nen, die gleich­zei­tig Rom, Ita­li­en und die Pro­vin­zen er­fass­te. In die­ser „Ro­man Cul­tu­ral Re­vo­lu­ti­on“ ent­stand ein reichs­wei­tes kul­tu­rel­les und so­zia­les Be­zugs­sys­tem.[<sup>\[4\]</sup>](https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/romanisierung-im-rheinland/DE-2086/lido/5b0541652102f3.51051923#footnote-8111) In­so­fern dür­fen die Ver­än­de­run­gen in den Pro­vin­zen nicht ein­fach als Ko­pie haupt­städ­ti­scher Ver­hält­nis­se an­ge­se­hen wer­den, die­se Ent­wick­lun­gen be­din­gen sich viel­mehr. Vor­aus­set­zun­gen für die ver­stärk­te In­te­gra­ti­on der Pro­vin­zen dürf­ten un­ter an­de­rem mit der Eta­blie­rung des rö­mi­schen Kai­ser­tums, den da­mit ein­her­ge­hen­den neu­en For­men der Reichs­ver­wal­tung so­wie der Aus­wan­de­rung und An­sied­lung von Ita­li­kern in den Pro­vin­zen zu­sam­men­hän­gen. Ent­spre­chend den je­wei­li­gen Vor­aus­set­zun­gen in den Pro­vin­zen ge­stal­te­te sich die­se for­ma­ti­ve Pha­se durch­aus un­ter­schied­lich und hat­te nicht über­all die glei­che Dau­er. Im An­schluss an die­se ers­te Pe­ri­ode gro­ßer Ver­än­de­run­gen bil­de­ten sich lang­sam dif­fe­ren­zier­te und durch­aus ei­gen­stän­di­ge rö­mi­sche Pro­vin­zi­al­kul­tu­ren aus – so auch in der Pro­vinz Ger­ma­nia In­fe­ri­or.

2\. Die formative Phase: Von Augustus bis zum Bataveraufstand

2.1 Voraussetzungen und Ansiedlungen

Das Ge­biet der spä­te­ren Pro­vinz [Nie­der­ger­ma­ni­en](https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Verzeichnisse/Glossar/N#term-368) um­fass­te west­lich be­zie­hungs­wei­se süd­lich des Rheins ge­le­ge­ne Ge­bie­te im heu­ti­gen Deutsch­land, in den Nie­der­lan­den so­wie in Nord­os­ten Bel­gi­ens. Im Sü­den bil­de­te der Vinxt­bach bei Bad Brei­sig die Gren­ze zu Ober­ger­ma­ni­en. In der Zeit vor den gal­li­schen Krie­gen Cae­sar wur­de die Re­gi­on von den [Ebu­ro­nen](https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Verzeichnisse/Glossar/E#term-118) be­herrscht. Cae­sar (100-44 v. Chr.) zer­schlug die­sen Stam­mes­ver­band, und in der Fol­ge­zeit exis­tier­ten am Nie­der- und Mit­tel­rhein of­fen­bar kei­ne grö­ße­ren po­li­ti­schen Ver­bän­de mehr. Zu­dem ver­füg­te die Re­gi­on we­der über städ­ti­sche Ge­mein­we­sen noch über ei­ne ei­gen­stän­di­ge Schrift­kul­tur. Un­ter Au­gus­tus (63 v.-14 n. Chr., Kai­ser 31v.-14 n. Chr.), als sich die rö­mi­sche Herr­schaft am Rhein in­ten­si­vier­te, wur­de da­her ei­ne ad­mi­nis­tra­ti­ve Neu­or­ga­ni­sa­ti­on des Raums not­wen­dig, zu­mal von hier aus Feld­zü­ge ins rechts­rhei­ni­sche Ge­biet un­ter­nom­men wur­den, um Ger­ma­ni­en bis zur El­be zu er­obern. Dem­entspre­chend wur­den meh­re­re rechts­rhei­ni­sche Stäm­me im ehe­ma­li­gen ebu­ro­ni­schen Ge­biet an­ge­sie­delt. So er­hiel­ten die [Ubier](https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Verzeichnisse/Glossar/U#term-902) das Ge­biet um Köln; die Cu­ge­ner, ei­ne Ab­spal­tung der Su­gam­brer, sie­del­ten bei Xan­ten, und die Can­ni­nefa­ten und [Ba­ta­ver](https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Verzeichnisse/Glossar/B#term-30), die sich von den Chat­ten ge­trennt hat­ten, lie­ßen sich im Rhein­del­ta nie­der. Nach dem Vor­bild der *ci­vi­ta­tes* im In­ne­ren Gal­li­ens rich­te­te die rö­mi­sche Ver­wal­tung auch Zen­tra­lor­te für die neu­en Stäm­me ein, die eben­falls als Ver­kehrs­kno­ten­punk­te dien­ten. Als Zen­trum ei­ner ge­plan­ten gro­ß­ger­ma­ni­schen Pro­vinz, die bis zur El­be rei­chen soll­te, soll­te Köln fun­gie­ren, wo auch ein Pro­vin­zi­al­kult ein­ge­rich­tet wur­de.

2.2 Die römische Militärpräsenz und das kriegerische Selbstverständnis der Stämme

Auch wenn die Er­obe­rung der Ger­ma­nia Ma­gna schei­ter­te und zu­nächst auch im Rhein­land kei­ne ei­ge­ne Pro­vinz ein­ge­rich­tet wur­de, son­dern die Re­gi­on mit der Pro­vinz Gal­lia Bel­gi­ca ver­bun­den war, blieb den­noch die star­ke Kon­zen­tra­ti­on rö­mi­schen Mi­li­tärs be­ste­hen, da sich der Fluss nach und nach zur fes­ten Gren­ze ent­wi­ckel­te. Das rö­mi­sche Heer war zu­nächst haupt­säch­li­cher Trä­ger rö­mi­scher Kul­tur im Rhein­land. Auf­grund der Be­dürf­nis­se der Le­gio­nä­re, die zum über­wie­gen­den Teil aus Nord­ita­li­en und Süd­gal­li­en stamm­ten, wur­den zahl­rei­che me­di­ter­ra­ne Kon­sum­gü­ter wie Wein, Oli­ven­öl und Tisch­ge­schirr an den Rhein ge­bracht. Da­ne­ben kam es auch zu ei­nem star­ken Zu­fluss rö­mi­scher Mün­zen, de­rer sich of­fen­bar auch die Ein­hei­mi­schen ger­ne be­dien­ten – zu­min­dest ver­schwan­den äl­te­re Geld­sys­te­me sehr schnell. Die meis­ten In­schrif­ten der ju­lisch-clau­di­schen Zeit wur­den auch von An­ge­hö­ri­gen des Mi­li­tärs ge­setzt, die mit die­sen Mo­nu­men­ten of­fen­bar ih­ren be­son­de­ren Sta­tus in der Pro­vinz deut­lich her­vor­he­ben woll­ten.

Das rö­mi­sche Heer war aber auch der haupt­säch­li­che Mo­tor für die Ro­ma­ni­sie­rung der ger­ma­ni­schen Stäm­me. Im Ge­gen­zug für die Er­laub­nis zur An­sied­lung im rö­mi­schen Reich wa­ren die­se zur Stel­lung von Hilfs­trup­pen ver­pflich­tet, zu­gleich aber von wei­te­ren Ab­ga­ben be­freit. Die Ein­hei­ten wa­ren eth­nisch ein­heit­lich struk­tu­riert und wur­den von Ade­li­gen des Stam­mes ge­führt. Die Be­las­tung für die ger­ma­ni­schen Stäm­me war be­trächt­lich: Die Ba­ta­ver et­wa stell­ten acht oder neun Ko­hor­ten so­wie ei­ne Rei­ter­ein­heit (*ala*), ins­ge­samt al­so 4.500–5.000 Mann. Auch wenn zu ver­mu­ten ist, dass die Ba­ta­ver zu­dem Sol­da­ten bei den be­nach­bar­ten Stäm­men an­war­ben, kann man al­so da­von aus­ge­hen, dass je­de ba­ta­vi­sche Fa­mi­lie von den Re­kru­tie­run­gen be­trof­fen war. Den Ba­ta­vern wur­de so­gar ge­stat­tet, ihr Stam­mes­ge­biet mit der dort sta­tio­nier­ten Rei­te­ra­la selbst zu ver­tei­di­gen. Die Ko­hor­ten, die aus Fuß­sol­da­ten ge­bil­det wur­den, nah­men hin­ge­gen an ver­schie­de­nen aus­wär­ti­gen Ein­sät­zen teil und wa­ren vor al­lem län­ge­re Zeit in Bri­tan­ni­en sta­tio­niert; die Sol­da­ten kehr­ten nach ih­rem Mi­li­tär­dienst aber in die Hei­mat zu­rück.

We­gen ih­res be­son­de­ren An­se­hens wur­den Ba­ta­ver und Ubier auch be­vor­zugt in die kai­ser­li­che Leib­gar­de auf­ge­nom­men. Ar­chäo­lo­gi­sche Fun­de zei­gen zu­dem ei­ne ho­he Dich­te an Mi­li­ta­ria im Sied­lungs­be­reich der Ba­ta­ver. Zen­tra­les Merk­mal der Iden­ti­tät der männ­li­chen Ba­ta­ver war al­so ihr Selbst­ver­ständ­nis als Eli­te­sol­da­ten, das aber in die­ser Form erst in Kon­takt und Aus­tausch mit Rom ge­schaf­fen wur­de. Nichts­des­to­we­ni­ger tru­gen die eth­ni­sche Ge­schlos­sen­heit der Ein­hei­ten und die Füh­rung durch die ei­ge­ne Eli­te zur Ei­gen­stän­dig­keit der Stäm­me bei. Auf der an­de­ren Sei­te wur­den wäh­rend des Hee­res­diens­tes die Sol­da­ten mit rö­mi­schen Kom­man­do­struk­tu­ren und In­sti­tu­tio­nen ver­traut ge­macht. Vor al­lem lern­ten sie die la­tei­ni­sche Spra­che, die sich da­her auch schnell zur Ver­kehrs- und Um­gangs­spra­che im Rhein­land ent­wi­ckel­te. Die häu­fi­gen Fun­de von Sie­gel­kap­seln zeu­gen zu­dem von ei­nem ho­hen Grad an Le­se- und Schreib­fä­hig­keit bei den Stäm­men in der Re­gi­on. Die Aris­to­kra­ten wur­den au­ßer­dem grö­ß­ten­teils mit dem rö­mi­schen Bür­ger­recht aus­ge­zeich­net und so­mit zu­sätz­lich an Rom ge­bun­den.

2.3 Die Schwächen der Integration und der Bataveraufstand

Be­zugs­punk­te des Selbst­ver­ständ­nis­ses der Stäm­me bil­de­ten al­so so­wohl Rom als auch der ei­ge­ne Stamm. So­lan­ge die­se Iden­ti­tä­ten nicht in Wi­der­spruch zu­ein­an­der ge­rie­ten, stan­den die Stäm­me loy­al zum Kai­ser. Die pre­kä­re In­te­gra­ti­on zeig­te sich al­ler­dings im Ba­ta­ver­auf­stand (69/70 n. Chr.).Im Zu­ge der Thron­wir­ren nach Ne­ros (37-68 n. Chr., Kai­ser 54-68 n. Chr.) Selbst­mord woll­te der neue Kai­ser Au­lus Vi­tel­li­us (15-69 n. Chr., Kai­ser April-22.12.69 n. Chr.) Aus­he­bun­gen im ba­ta­vi­schen Ge­biet vor­neh­men (Ja­nu­ar 69 n. Chr.), was in den Au­gen der Ba­ta­ver ei­ne Ver­let­zung der be­ste­hen­den ver­trag­li­chen Ver­hält­nis­se mit Rom bil­de­te. Die Ba­ta­ver be­trach­te­ten sich als pri­vi­le­gier­te Ver­bün­de­te, die Rö­mer sa­hen sie vor al­lem als Un­ter­ta­nen an. Vor der Er­he­bung der Ba­ta­ver war es auch schon zu Un­ru­hen bei den Frie­sen und Can­ni­nefa­ten ge­kom­men und der ba­ta­vi­sche Aris­to­krat Iu­li­us Ci­vi­lis (25-nach 70 n. Chr.), der ei­ni­ge De­mü­ti­gun­gen durch das nie­der­ger­ma­ni­sche Heer hat­te hin­neh­men müs­sen, stell­te sich rasch an die Spit­ze der Auf­stands­be­we­gung. Die Ba­ta­ver er­grif­fen Par­tei für den Thron­prä­ten­den­ten Ves­pa­si­an (9-79 n. Chr., Kai­ser 1.7.69-23.7.79 n. Chr.) und er­hoff­ten sich vom ihm die Be­stä­ti­gung ih­rer be­son­de­ren Stel­lung. Als die Ord­nung am Rhein in­fol­ge der an­hal­ten­den Bür­ger­kriegs­si­tua­ti­on aber weit­ge­hend zu­sam­men­brach, ver­folg­ten die Auf­stän­di­schen, de­nen sich bald auch [Tre­ve­rer](https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Verzeichnisse/Glossar/T#term-906), Lin­go­nen und so­gar rechts­rhei­ni­sche Stäm­me an­schlos­sen, bald sehr un­ter­schied­li­che, im Ein­zel­nen aber kaum noch zu re­kon­stru­ie­ren­de Zie­le – je­den­falls kam es zur Es­ka­la­ti­on des Kon­flikts.

Als Tei­le der Auf­stän­di­schen dann ent­ge­gen ei­ner eid­li­chen Zu­si­che­rung und ge­gen den Wil­len des Ba­ta­ver und ih­res An­füh­rers Iu­li­us Ci­vi­lis die rö­mi­sche Be­sat­zung des La­gers Ve­te­ra bei Xan­ten mas­sa­krier­ten (März 70 n. Chr.), schick­te Ves­pa­si­an ein gro­ßes Auf­ge­bot un­ter dem Kom­man­do von Quin­tus Pe­til­li­us Ce­ria­lis (ge­bo­ren um 30 n. Chr.) an den Rhein, der den Auf­stand rasch nie­der­schla­gen konn­te (Sep­tem­ber/Ok­to­ber 70 n. Chr.). Die Ba­ta­ver sa­hen sich so­gar ge­zwun­gen, ih­ren Haupt­ort *[op­pi­dum](https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Verzeichnisse/Glossar/O#term-390) Ba­ta­vo­r­um*bei Nim­we­gen nie­der­zu­bren­nen, was zeigt, dass trotz der Be­mü­hun­gen der rö­mi­schen Ad­mi­nis­tra­ti­on die Stam­me­se­li­ten die Stadt nicht als den wich­tigs­ten Zen­tra­lort des Stam­mes be­trach­te­ten, den es um je­den Preis zu ver­tei­di­gen galt.

Nur wi­der­wil­lig hat­ten sich hin­ge­gen die Ubier dem Auf­stand an­ge­schlos­sen. Ihr Haupt­ort bil­de­te das ad­mi­nis­tra­ti­ve Zen­trum Nie­der­ger­ma­ni­ens und war des­halb schon in au­gustei­scher Zeit re­prä­sen­ta­tiv aus­ge­stal­tet wor­den. Dort hat­te Kai­ser Clau­di­us (10 v.-54 n. Chr., Kai­ser 24.1.41-54 n. Chr.) 50 n. Chr. zu­dem ei­ne Ve­te­ra­nen­ko­lo­nie mit dem Na­men *Co­lo­nia Clau­dia Ara Agrip­pi­nen­si­um* an­ge­legt. Die Ubier ar­ran­gier­ten sich rasch mit den Neu­an­kömm­lin­gen und bis zum En­de des 1. Jahr­hun­derts ver­schwand der Ubi­er­na­me weit­ge­hend – die Ubier wa­ren in der *co­lo­nia* der *Agrip­pi­nen­ses* auf­ge­gan­gen. Da­her wi­der­stan­den die Ubier auch der For­de­rung der Auf­stän­di­schen, al­le Rö­mer in der Stadt um­zu­brin­gen, weil sie schon längst Ehe­ge­mein­schaf­ten mit den an­ge­sie­del­ten Ve­te­ra­nen ge­schlos­sen hät­ten und aus die­sen Ver­bin­dun­gen Kin­der ent­stan­den sei­en, und nutz­ten die ers­te Ge­le­gen­heit, sich wie­der von den Auf­stän­di­schen los­zu­sa­gen.

3\. Ausbildungen einer Provinzialkultur nach dem Bataveraufstand

3.1 Urbanisierung, Munizipalisierung und Gesellschaft

Nach dem Ba­ta­ver­auf­stand lässt sich kei­ne grund­sätz­li­che Ver­än­de­rung der rö­mi­schen Po­li­tik er­ken­nen. Zwar rück­te man nach und nach vom Prin­zip der eth­nisch ein­heit­li­chen mi­li­tä­ri­schen Ein­hei­ten ab, zu­nächst hat­te man aber of­fen­sicht­lich die Pri­vi­le­gi­en der Ba­ta­ver er­neu­ert. Auch ver­leg­te man je­weils ei­ne Le­gi­on in das Ge­biet der Ba­ta­ver bei Nim­we­gen und Lin­go­nen bei Mi­re­beau-sur-Bèze, ins­ge­samt sta­bi­li­sier­te sich die La­ge am Rhein aber sehr schnell und blieb bis zum 3. Jahr­hun­dert auch ru­hig. Die­se lan­ge Frie­dens­pha­se war Vor­aus­set­zung für die Aus­bil­dung ei­ner nie­der­ger­ma­ni­schen Pro­vin­zi­al­kul­tur.

Die im Ba­ta­ver­auf­stand zer­stör­ten Städ­te wur­den wie­der auf- und mo­nu­men­tal aus­ge­baut, und um 85 n. Chr. rich­te­te Kai­ser Do­mi­ti­an (51-96 n. Chr., Kai­ser 81-96 n. Chr.) Nie­der­ger­ma­ni­en und Ober­ger­ma­ni­en als re­gu­lä­re Pro­vin­zen ein. Sein Nach­fol­ger [Tra­jan](https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/link/DE-2086/lido/57c9401d5c9ec0.94168988 "Marcus Ulpius Traianus") grün­de­te zu­dem bei Xan­ten ei­ne wei­te­re Ko­lo­nie na­mens *Co­lo­nia Ul­pia Traia­na*. Wie im Fall von Köln wur­den auch hier die ein­hei­mi­schen Cu­ger­ner schnell in­te­griert und bil­de­ten bald zu­sam­men mit den Ve­te­ra­nen den Ver­band der *Traia­n­en­ses*.

In den an­de­ren vier Selbst­ver­wal­tungs­ein­hei­ten (*ci­vi­ta­tes*) der Ba­ta­ver, Can­ni­nefa­ten, Fri­sia­vo­nen und Tungrer, die mög­li­cher­wei­se erst jetzt ei­ne fes­te Form er­hiel­ten, blie­ben die Stam­mes­na­men als Ei­gen­be­zeich­nun­gen be­ste­hen, auch wenn die­se Städ­te im Lau­fe des 2. Jahr­hun­derts ver­schie­de­ne Pri­vi­le­gi­en er­hiel­ten und wohl al­le zu Mu­ni­zi­pi­en er­ho­ben wur­den. Zu­dem er­hiel­ten im­mer mehr Ein­hei­mi­sche das rö­mi­sche Bür­ger­recht, bis Kai­ser Ca­ra­cal­la (188-217, Kai­ser 211-217) im Jah­re 212 es al­len Pro­vin­zia­len ver­lieh.

Wäh­rend die bei­den *co­lo­niae* Köln und Xan­ten und auch Ton­ge­ren (*Atua­tu­ca Tungro­rum*), der Haupt­ort der Tungrer, über ein gro­ßes re­prä­sen­ta­ti­ves Stadt­zen­trum ver­füg­ten, ent­wi­ckel­ten sich die städ­ti­schen Zen­tren im Nor­den der Pro­vinz nur lang­sam und selbst *Ul­pia No­vio­ma­gus Ba­ta­vo­r­um*(Nim­we­gen) wur­den wohl zu kei­ner Zeit zum be­vor­zug­ten Auf­ent­halts­ort der Eli­ten. Der Haupt­ort der Can­ni­nefa­ten (*Fo­rum Ha­dria­ni* beim heu­ti­gen Vo­or­burg-Ar­ents­burg) wuchs so­gar nie­mals über ei­ne Grö­ße von 15 Hekt­ar hin­aus, und der Haupt­ort der Fri­sia­vo­nes bleibt bis heu­te un­be­kannt.

Aber selbst in Köln ent­wi­ckel­te sich an­ders als in den Städ­ten Ita­li­ens, Spa­ni­ens oder Nord­afri­kas we­der ei­ne stadt­bür­ger­li­che Re­prä­sen­ta­ti­ons­e­pi­gra­phik noch ein aus­ge­präg­tes Stif­ter­we­sen. De­men­spre­chend feh­len auch Hin­wei­se auf Eh­ren­mo­nu­men­te für ver­dien­te Bür­ger in den Städ­ten. Die lo­ka­len Eli­ten wa­ren of­fen­bar nicht be­reit, ih­re fi­nan­zi­el­len Mit­tel in die Aus­ge­stal­tung der Stadt zu in­ves­tie­ren. En­ga­ge­ment für die ei­ge­ne Stadt war al­ler­dings ei­ne wich­ti­ge Vor­aus­set­zung für den Auf­stieg in die Reich­sa­ris­to­kra­tie. Da­her, aber auch we­gen der wei­ter­hin be­ste­hen­den star­ken mi­li­tä­ri­schen Prä­gung der Re­gi­on und ei­ner re­ser­vier­ten Hal­tung der füh­ren­den Krei­se in Rom ge­gen­über den Be­woh­nern der Grenz­pro­vin­zen, las­sen sich so gut wie kei­ne Mit­glie­der der Reich­se­li­te aus den ger­ma­ni­schen Pro­vin­zen nach­wei­sen. Un­klar bleibt, ob die lo­ka­len Eli­ten auf­grund der schlech­ten Kar­rie­re­chan­cen kei­nen An­reiz zur In­ves­ti­ti­on in die Städ­te hat­ten oder ob die füh­ren­den Fa­mi­li­en in Nie­der­ger­ma­ni­en über­haupt we­nig an ei­nem Auf­stieg in die Reich­se­li­te in­ter­es­siert wa­ren. Mög­li­cher­wei­se be­trach­te­ten vie­le Ein­hei­mi­sche auch wei­ter­hin ei­ne Lauf­bahn im Hee­res­dienst als er­stre­bens­wer­ter.

3.2 Religion und Kulte

An­sons­ten be­dien­te man sich im 2. Jahr­hun­dert n. Chr. in zu­neh­men­dem Ma­ße rö­mi­scher For­men, In­sti­tu­tio­nen und Gü­ter. Ins­be­son­de­re im re­li­giö­sen Be­reich ist ein ste­ti­ges Wachs­tum der In­schrif­ten­pro­duk­ti­on zu er­ken­nen. Viel­fach tau­chen nun ein­hei­mi­sche Gott­hei­ten wie die Ma­tro­nen oder spe­zi­el­le For­men wie die Ju­pi­ter­gi­gan­ten­säu­len auf. Auch wenn die meis­ten die­ser Gott­hei­ten und Mo­nu­ment­ty­pen nicht vor der Mit­te des 2. Jahr­hun­derts be­legt sind, hat man es hier nicht mit ei­ner „[Re­nais­sance](https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Verzeichnisse/Glossar/R#term-608)“ al­ter Kul­te oder gar ei­ner kul­tu­rel­len Wi­der­stands­be­we­gung ge­gen Rom zu tun. Viel­mehr wur­den be­ste­hen­de ein­hei­mi­sche Kul­te nun in rö­mi­schen, reichs­weit ver­ständ­li­chen For­men ge­pflegt, die da­durch ar­chäo­lo­gisch deut­li­cher sicht­bar wer­den. So war der Tem­pel­be­zirk von Net­ters­heim in der Nord­ei­fel schon si­cher län­ge­re Zeit in Be­nut­zung, be­vor hier in der Mit­te des 2. Jahr­hun­derts ein Stein­tem­pel er­rich­tet wur­de und die Kul­t­an­hän­ger mit In­schrif­ten und Re­li­efs ver­se­he­ne Al­tä­re für die auf­a­ni­schen Ma­tro­nen auf­stell­ten.

Die so­zia­le Band­brei­te der Stif­ter von Ma­tro­nen­stei­nen war re­la­tiv groß. Nach Aus­kunft der In­schrif­ten war der Kult nicht nur bei den Ubi­ern, son­dern auch bei Mit­glie­dern der Pro­vinz­ver­wal­tung und bei An­ge­hö­ri­gen des Mi­li­tärs sehr ver­brei­tet, wo­bei al­ler­dings seit dem 2. Jahr­hun­dert oh­ne­hin vie­le Le­gio­nä­re aus der Re­gi­on selbst stamm­ten. Nichts­des­to­we­ni­ger ist der Ma­tro­nen­kult ein deut­li­cher In­di­ka­tor für das Zu­sam­men­wach­sen der un­ter­schied­li­chen Be­völ­ke­rungs­tei­le in der Pro­vinz.

Wäh­rend sich die Hei­lig­tü­mer für Ma­tro­nen grö­ß­ten­teils in länd­li­chen Ge­bie­ten be­fan­den und auf äl­te­re Tra­di­tio­nen zu­rück­gin­gen, be­schränk­te sich die re­gio­na­le Ver­brei­tung von Gott­hei­ten mit rö­mi­schen Na­men auf die städ­ti­schen Zen­tren und Mi­li­tär­la­ger, und die­se Kul­te wur­den dem­entspre­chend auch in ers­ter Li­nie von den Sol­da­ten und den be­son­ders stark ro­ma­ni­sier­ten Stadt­be­woh­nern ge­pflegt. Ein­hei­mi­sche Göt­ter er­hiel­ten je­doch auch rö­mi­sche Na­men und tru­gen da­ne­ben ein­hei­mi­sche Bei­na­men – so et­wa Her­cu­les Ma­gus­a­nus, der Haupt­gott der Ba­ta­ver. In­di­ge­ne Gott­hei­ten wur­den aber auch von hoch­ste­hen­den Per­sön­lich­kei­ten ge­ehrt: Der Prä­to­ria­ner­prä­fek­ten Ti­tus Fla­vi­us Cons­tans et­wa stell­te in Köln der nur in Nie­der­ger­ma­ni­en be­leg­ten Dea Vag­da­ver­cus­tis ei­nen Al­tar auf.

3.3 Alltagskultur

Im­mer mehr Ein­hei­mi­sche er­rich­te­ten im 2. Jahr­hun­dert auch Grab­denk­mä­ler ver­schie­de­ner For­men, die häu­fig mit In­schrif­ten ver­se­hen wa­ren. Die Tex­te sind meist sehr kurz und for­mel­haft, ent­hal­ten aber Ele­men­te wie die An­ru­fung an die Di Ma­nes, die To­ten­göt­ter, oder wei­sen auf die rö­mi­sche Pra­xis hin, sich schon zu Leb­zei­ten um die Er­rich­tung des ei­ge­nen Gra­bes ge­küm­mert zu ha­ben.[<sup>\[29\]</sup>](https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/romanisierung-im-rheinland/DE-2086/lido/5b0541652102f3.51051923#footnote-8152) Auf den Grab­denk­mä­lern wa­ren die Ver­stor­be­nen ge­le­gent­lich in Re­li­efs ab­ge­bil­det. Die Por­träts kön­nen da­bei im be­grenz­ten Ma­ße Auf­schluss über die da­mals vor­herr­schen­de Tracht ge­ben. Ei­ni­ge Män­ner lie­ßen sich in ein­hei­mi­scher Klei­dung mit dem kur­zen gal­li­schen Ka­pu­zen­man­tel (*cu­cul­lus*) dar­stel­len, an­de­re mit der rö­mi­schen To­ga, dem Sym­bol des rö­mi­schen Bür­ger­sta­tus. Wäh­rend in der Re­gi­on um Mainz bei den Frau­en die ein­hei­mi­sche Tracht do­mi­nier­te, über­wog im Ge­biet der Ubier in Nie­der­ger­ma­ni­en das rö­mi­sche Ober­ge­wand. Ge­le­gent­lich fin­den sich aber auch Dar­stel­lun­gen von Ubie­rin­nen mit vo­lu­mi­nö­sen Kopf­be­de­ckun­gen, mit de­nen auch die Ma­tronae dar­ge­stellt wur­den. Wie häu­fig wel­che Klei­dung im All­tag ge­tra­gen wur­de und in­wie­fern mit den Klei­dungs­stü­cken ei­ne eth­ni­sche Iden­ti­tät aus­ge­drückt wur­de, lässt sich auf­grund der spär­li­chen Be­fun­de aber kaum klä­ren.

<div class="information-object-paragraph" id="bkmrk-%C2%A0" style="text-align: justify;"><div class="information-object-paragraph__image"> </div></div>Die Über­nah­me rö­mi­scher Kul­tur­prak­ti­ken lässt sich auch in an­de­ren Be­rei­chen fas­sen. So zei­gen ei­ni­ge Grab­s­te­len auch Ge­la­ge­sze­nen mit Kli­nen; im­por­tier­te Gü­ter wie Oli­ven­öl, Wein und Fisch­so­ße wur­den of­fen­bar von im­mer wei­te­ren Tei­len der Be­völ­ke­rung ge­schätzt. Von der Über­nah­me rö­mi­scher Spei­se­sit­ten zeugt ne­ben der Ver­wen­dung des reichs­weit ver­wen­de­ten rot glän­zen­den Ta­fel­ge­schirrs (Ter­ra Si­gil­la­ta) auch die Ein­füh­rung von Reib­scha­len, in de­nen vor al­lem Würz­so­ßen her­ge­stellt wur­den – ei­ne Prak­tik, die in die­ser Form zu­vor bei den Gal­li­ern und Ger­ma­nen un­be­kannt war. Auch wa­ren ab dem 2. Jahr­hun­dert die Städ­te und Vil­len nicht sel­ten mit be­heiz­ba­ren Ba­de­an­la­gen aus­ge­stat­tet. Zu­min­dest die bei­den *co­lo­niae*und der Haupt­ort der Ba­ta­ver ver­füg­ten zu­dem über ein Am­phi­thea­ter zur Ab­hal­tung von Tier­hat­zen und Gla­dia­to­ren­kämp­fen.

3.4 Wirtschaft und Villenkultur

So­wohl vor als auch nach der rö­mi­schen Er­obe­rung bil­de­te die Land­wirt­schaft die Grund­la­ge der Wirt­schaft. Durch die rö­mi­sche Herr­schaft ver­än­der­ten sich je­doch die Rah­men­be­din­gun­gen der Pro­duk­ti­on er­heb­lich und neue Me­tho­den und Prak­ti­ken wur­den ein­ge­führt, die zu ei­nem Über­gang von der Selbst­ver­sor­gung zur Über­schuss­pro­duk­ti­on führ­ten. Die­se zu­sätz­li­chen Le­bens­mit­tel wa­ren auch zen­tra­le Vor­aus­set­zung für den Un­ter­halt der neu­en Städ­te und vor al­lem des Mi­li­tärs, das enor­me Men­gen an Kon­sum­gü­tern be­nö­tig­te.

Al­ler­dings zei­gen sich deut­li­che re­gio­na­le Un­ter­schie­de. In der frucht­ba­ren Löss­zo­ne im Sü­den der Pro­vinz leg­te man in der ho­hen Kai­ser­zeit zahl­rei­che *vil­lae rusti­cae* an, die un­ter­schied­li­che Grö­ße und For­men an­nah­men und bei de­nen es sich teils um Neu­bau­ten, teils um Um- und Aus­bau­ten be­ste­hen­der Ge­höf­te han­del­te. Meist wa­ren die Haupt­ge­bäu­de ab dem 2. Jahr­hun­dert aber mit Stein­f­un­da­men­ten und ver­putz­ten Fach­werk­wän­den aus­ge­stat­tet, und grö­ße­re Vil­len ver­füg­ten über re­prä­sen­ta­ti­ve Wohn­räu­me mit Mo­sai­ken und Wand­ma­le­rei­en. Durch die Häu­fung an Vil­len be­kam der länd­li­che Raum in die­ser Re­gi­on ei­ne star­ke rö­mi­sche Prä­gung. Hin­ge­gen wur­de in den nörd­li­chen Ge­bie­ten vor al­lem Vieh­zucht be­trie­ben und grö­ße­re Hal­len­häu­ser und ein­fa­che Wohn­stall­häu­ser aus Holz do­mi­nier­ten die Land­schaft. Die her­ge­brach­te Bau­wei­se be­stand hier al­so fort, und rö­mi­sche Ar­chi­tek­tur­for­men gab es fast aus­schlie­ß­lich in den Zen­tra­lor­ten. Ob die ge­rin­ge Ver­brei­tung von Vil­len im Nor­den nur auf die schlech­te­re Bo­den­qua­li­tät in die­ser Re­gi­on zu­rück­zu­füh­ren ist oder ob bei der lo­ka­len Be­völ­ke­rung die rö­mi­sche Vil­len­kul­tur we­ni­ger An­klang fand, bleibt un­klar.

Schon in ju­lisch-clau­di­scher Zeit lässt in der Nä­he der Le­gi­ons­la­ger die Ent­ste­hung ei­nes dif­fe­ren­zier­ten Hand­werks er­ken­nen, das sich an den Be­dürf­nis­sen des Mi­li­tärs ori­en­tier­te. Weil das rö­mi­sche Heer auch sehr schnell ein Sys­tem von Stra­ßen auf­bau­te und vor al­lem die Flüs­se als Ver­kehrs­we­ge ge­nutzt wur­den, konn­ten auch zahl­rei­che Kon­sum­gü­ter aus dem me­di­ter­ra­nen Raum an den Rhein ge­bracht wer­den. Bald wur­den auch hand­werk­li­che Pro­duk­te wie Tisch­ge­schirr nach rö­mi­schem Ge­schmack in Köln und an­de­ren Städ­ten Ger­ma­ni­ens pro­du­ziert. Für den ger­ma­ni­schen Raum ent­wi­ckel­te sich im 2. und 3. Jahr­hun­dert das heu­ti­ge Rheinz­a­bern in Ober­ger­ma­ni­en zum wich­tigs­ten Pro­duk­ti­ons­ort von Ter­ra Si­gil­la­ta-Ke­ra­mik. Köln selbst wur­de in der glei­chen Zeit das be­deu­tends­te Zen­trum der Glas­ma­che­rei im ge­sam­ten Wes­ten des Rei­ches.Die kunst­vol­len Trink­ge­fä­ße wur­den weit­hin ex­por­tiert, so­gar im rechts­rhei­ni­schen Ger­ma­ni­en und in Ägyp­ten hat man Ex­em­pla­re ge­fun­den. Die­se Han­dels­be­zie­hun­gen zei­gen die weit­rei­chen­de In­te­gra­ti­on des Rhein­lan­des in das Aus­tausch­sys­tem des Im­pe­ri­um Ro­ma­num, des­sen Funk­ti­ons­tüch­tig­keit die Vor­aus­set­zung für die Ent­ste­hung so spe­zia­li­sier­ter Hand­werks­be­trie­be war.

<div class="information-object-paragraph" id="bkmrk-%C2%A0-3" style="text-align: justify;"><div class="information-object-paragraph__image"> </div></div>4\. Ausblick

Um die Mit­te des 3. Jahr­hun­derts kam es im­mer häu­fi­ger zu ger­ma­ni­schen Ein­fäl­len neu­ar­ti­ger Grup­pen in das Ge­biet der Pro­vinz. Die Be­dro­hung durch Fran­ken und Ale­man­nen, die sich aus klei­ne­ren Stäm­men zu grö­ße­ren, aber äu­ßerst mo­bi­len Krie­ger­ver­bän­den zu­sam­men­ge­schlos­sen hat­ten, zwan­gen die Rö­mer zur Re­or­ga­ni­sa­ti­on ih­rer Grenz­ver­tei­di­gung und der Pro­vinz­ver­wal­tung. So wur­den die Städ­te und Sied­lun­gen stär­ker be­fes­tigt und das Wirt­schafts­le­ben wie­der stär­ker an den Be­dürf­nis­sen des Mi­li­tärs und der Ver­wal­tung aus­ge­rich­tet. Wäh­rend die Fran­ken zu­nächst nur Plün­de­rungs­zü­ge un­ter­nah­men, ver­such­ten sie im 4. Jahr­hun­dert im­mer häu­fi­ger, auch Land in Be­sitz zu neh­men. Um die­se Be­we­gun­gen zu kon­trol­lie­ren und zu steu­ern, sie­del­ten ver­schie­de­ne Kai­ser dann auch ge­zielt frän­ki­sche Grup­pen an und ver­pflich­te­ten sie zum Hee­res­dienst.

<div class="information-object-paragraph" id="bkmrk-" style="text-align: justify;"><div class="information-object-paragraph__image">  
</div></div>Ins­be­son­de­re in den nörd­li­chen Tei­len der Pro­vinz ver­schärf­te sich die Be­dro­hungs­la­ge für die ein­hei­mi­sche Be­völ­ke­rung zu­se­hends, so­dass Nim­we­gen (*Ul­pia No­vio­ma­gus Ba­ta­vo­r­um*) und an­de­re Sied­lun­gen of­fen­bar im spä­te­ren vier­ten und 5. Jahr­hun­dert auf­ge­ge­ben wur­de. Auch die *Co­lo­nia Ul­pia Traia­na*, die zum ers­ten Mal be­reits 275 n. Chr. zer­stört und nur in we­sent­lich klei­ne­rem Ma­ße wie­der­auf­ge­baut wur­de, wur­de En­de des 4. Jahr­hun­derts weit­ge­hend ver­las­sen. Durch den stän­di­gen Zu­zug rechts­rhei­ni­scher Ger­ma­nen und die Flucht von Orts­an­säs­si­gen ver­än­der­te sich auch die Be­völ­ke­rungs­zu­sam­men­set­zung, und die al­ten Stam­mes­na­men tau­chen im 5. Jahr­hun­dert nicht mehr auf. Die Ein­woh­ner ver­stan­den sich im zu­neh­men­den Ma­ße als Fran­ken und spra­chen bald auch ei­ne ger­ma­ni­sche Spra­che. Lang­sa­mer ver­lief die „Fran­ki­sie­run­g“ im Raum von Köln. Die Stadt blieb ein be­deu­ten­des Zen­trum und wur­de ein wich­ti­ger Mit­tel­punkt des Chris­ten­tums. Ent­spre­chend lan­ge las­sen sich hier ro­ma­ni­sche Tra­di­tio­nen fas­sen – nichts­des­to­we­ni­ger ver­schmol­zen letzt­lich auch hier die Ein­hei­mi­schen mit den Neu­an­kömm­lin­gen zur neu­en Ein­heit der Fran­ken, die seit Kö­nig Chlod­wig (cir­ca 481/482–511 n. Chr.) auch in ei­nem Reich ver­eint wa­ren.

5\. Zusammenfassung

Prä­gen­de Fak­to­ren der Ro­ma­ni­sie­rung im Rhein­land wa­ren die Ein­grif­fe der rö­mi­schen Ad­mi­nis­tra­ti­on in au­gustei­scher Zeit, die gro­ße Kon­zen­tra­ti­on von Mi­li­tär so­wie die Grenz­la­ge der Pro­vinz. Un­ter Au­gus­tus wa­ren die rö­mi­schen Macht­ha­ber dar­um be­müht, die Re­gi­on durch ge­ziel­te Um­sied­lun­gen und den Aus­bau ur­ba­ner Zen­tren be­herrsch­bar zu ma­chen und mit­hil­fe der an­ge­sie­del­ten Stäm­me die Re­gi­on zu si­chern. Weil die­sen im Ge­gen­zug um­fang­rei­che Pri­vi­le­gi­en ge­währt wur­den, be­hiel­ten sie ih­re eth­ni­sche Ei­gen­stän­dig­keit und bil­de­ten ein star­kes krie­ge­ri­sches Selbst­be­wusst­sein aus. Die Schwä­chen die­ser mi­li­tä­ri­schen In­te­gra­ti­on zeig­ten sich im Bür­ger­krieg nach dem Tod Ne­ros.

Erst die lan­ge Frie­dens­pha­se nach dem Ba­ta­ver­auf­stand er­mög­lich­te die Aus­bil­dung ei­ner ei­gen­stän­di­gen Pro­vinz­kul­tur. Die Mi­li­tär­prä­senz und die Grenz­la­ge blie­ben prä­gen­de Fak­to­ren, doch ent­wi­ckel­te sich da­ne­ben zu­min­dest im Raum von Köln ei­ne zi­vi­le Stadt- und Vil­len­kul­tur. Ins­be­son­de­re im Nor­den der Pro­vinz wur­de die Stadt aber nie zur be­vor­zug­ten Le­bens­form der Ein­hei­mi­schen und ih­rer Eli­ten, wie auch die schnel­le Auf­ga­be der ur­ba­nen Zen­tren und der grö­ße­ren Sied­lun­gen im vier­ten und frü­hen 5. Jahr­hun­dert zeigt. Nichts­des­to­we­ni­ger be­dien­te man sich in al­len Le­bens­be­rei­chen ab dem 2. Jahr­hun­dert im­mer stär­ker rö­mi­scher For­men, Gü­ter und In­sti­tu­tio­nen. Ent­spre­chend ent­wi­ckel­te sich ein spe­zia­li­sier­tes Hand­werk, des­sen Pro­duk­te zum Teil weit­hin ex­por­tiert wur­den.

Wäh­rend häu­fig ei­ne di­rek­te Über­nah­me oder An­pas­sung rö­mi­scher Ge­pflo­gen­hei­ten an lo­ka­le Ver­hält­nis­se zu er­ken­nen ist, weist ins­be­son­de­re der re­li­giö­se Be­reich ein ei­gen­stän­di­ges Pro­fil auf. Hier wur­den be­ste­hen­de Kul­te nun in rö­mi­schen For­men ze­le­briert, wo­durch ganz neue Mo­nu­m­ent­gat­tun­gen ent­stan­den, die so nur in den ger­ma­ni­schen Pro­vin­zen zu fin­den sind. Ab­seits der Ko­lo­ni­en blie­ben zu­dem die Stam­me­si­den­ti­tä­ten in­takt, auch wenn sich die Stäm­me nun im­mer we­ni­ger als aus­wär­ti­ge Part­ner, son­dern als An­ge­hö­ri­ge des Reichs, al­so als Rö­mer ver­stan­den. Das Rhein­land im 2. und 3. Jahr­hun­dert war fest in­te­griert in das kul­tu­rel­le und öko­no­mi­sche Sys­tem des Im­pe­ri­um Ro­ma­num.

Den­noch lag die Pro­vinz Ger­ma­nia In­fe­ri­or an der äu­ßers­ten Pe­ri­phe­rie des rö­mi­schen Reichs: Aris­to­kra­ten aus der Re­gi­on ge­lang so gut wie nie der Sprung in das Zen­trum der Macht, und den Städ­ten fehl­ten der Glanz und die Mo­nu­men­ta­li­tät der Me­tro­po­len des Mit­tel­meer­raums. Auch war die Re­gi­on in der Spät­an­ti­ke im be­son­de­ren Ma­ße von der sich zu­spit­zen­den äu­ße­ren Be­dro­hung durch neu­ar­ti­ge Stam­mes­ver­bän­de er­fasst und wur­de als ei­ne der ers­ten Pro­vin­zen An­fang des 5. Jahr­hun­derts fak­tisch auf­ge­ge­ben. Dass sich im Rhein­land ei­ne ger­ma­ni­sche und nicht ei­ne ro­ma­ni­sche Spra­che durch­setz­te, liegt aber nicht an ei­ner nur ober­fläch­li­chen Ro­ma­ni­sie­rung der Be­völ­ke­rung, son­dern an ei­nem mas­si­ven Be­völ­ke­rungs­um­bruch in der un­si­che­ren Zeit des spä­ten 4. und 5. Jahr­hun­derts.

##### Verlinkungen:

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##### Quellen:

**Internetquellen**

-&gt; Gilhaus, Lennart, Romanisierung im Rheinland, in: Internetportal Rheinische Geschichte, online verfügbar seit 28.08.2017 unter: [https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/romanisierung-im-rheinland/DE-2086/lido/5b0541652102f3.51051923](https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/romanisierung-im-rheinland/DE-2086/lido/5b0541652102f3.51051923), zuletzt geprüft am 15.04.2025.

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**Sekundärliteratur**

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# Sport und Spiele

#### Inhaltsverzeichnis

1\. Tierhetzen

##### 1. Tierhetzen

Die Römer trafen zum ersten Mal 275 v. Chr. auf exotische Tiere, als man Elefanten aus dem Heer des Pyrrhos fing und im Triumphzug nach Rom brachte. Seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. bildeten Tierhetzen („venationes“) eine zusätzliche Attraktion der staatlichen Spiele („ludi“), die bislang nur aus [Pferderennen](https://www.phil.uni-mannheim.de/geschichte/lehrstuehle/alte-geschichte/forschung/projekte/mannheimer-forschungen-zum-antiken-sport/publikationen/website-sport-und-spiele-in-der-antike/rom/spiele-und-disziplinen/roemische-pferderennen/) und Theateraufführungen bestanden hatten. Man fing die Tiere bei speziellen Expeditionen in Afrika. Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. wurden die venationes mit den [Gladiatorenspielen](https://www.phil.uni-mannheim.de/geschichte/lehrstuehle/alte-geschichte/forschung/projekte/mannheimer-forschungen-zum-antiken-sport/publikationen/website-sport-und-spiele-in-der-antike/rom/spiele-und-disziplinen/gladiatorenkaempfe/) („munera“) im [Amphitheater](https://www.phil.uni-mannheim.de/geschichte/lehrstuehle/alte-geschichte/forschung/projekte/mannheimer-forschungen-zum-antiken-sport/publikationen/website-sport-und-spiele-in-der-antike/rom/historische-entwicklung/das-amphitheater/) kombiniert.

Solch ein Spektakel im Amphitheater begann am Morgen mit den Tierhetzen, die oft als eine Art Aufwärm­phase für die Gladiatorenkämpfe am Nachmittag gesehen wurden. Die Zuschauer wussten bereits im Vorfeld, welche Tiere kämpfen würden, jedoch nicht, gegen wen, z. B. ein Stier gegen einen Elefanten, ein Löwe gegen einen Leoparden usw. Nach diesen Kämpfen machten gezähmte Tiere Kunststücke als Pausenfüller. Danach kämpften speziell ausgebildete Männer („venatores“ oder „bestiarii“) gegen wilde Tiere, manchmal ein Mann gegen ein Tier, manchmal eine Gruppe Jäger gegen eine ganze Tierherde. Zu bestimmten Anlässen wurden große Mengen an wilden Tieren umgebracht. Beispielsweise brachte man für die Spiele, die Pompeius 55 v. Chr. organisierte, 600 Löwen, 410 Leoparden, viele Affen, ein Rhinozeros und einen Luchs nach Rom.

Nach der Tierhetze fanden um die Mittagszeit öffentliche Hinrichtungen statt. Bürger wurden normalerweise mit dem Schwert getötet, Sklaven und Freigelassene kreuzigte man. Am beeindruckendsten für die Zuschauer war die Hinrichtung derjenigen, die man „den Tieren vorwarf“: Schutz­lose Gefangene wurden wilden und ausgehungerten Tieren vorgesetzt.

Wilde Tierhetzen waren noch bis ins frühe Mittelalter hinein beliebt, länger also als [Gladiatorenkämpfe](https://www.phil.uni-mannheim.de/geschichte/lehrstuehle/alte-geschichte/forschung/projekte/mannheimer-forschungen-zum-antiken-sport/publikationen/website-sport-und-spiele-in-der-antike/rom/spiele-und-disziplinen/gladiatorenkaempfe/), weil es gegen sie keine christlichen Proteste gab. Die spanischen Stierkämpfe gehen zurück auf diese frühmittelalterlichen Tierjagden.

##### Verlinkungen:

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##### Quellen:

**Internetquellen**

-&gt; Schiemann, Konstanze: Tierhetzen, online verfügbar unter: [https://www.phil.uni-mannheim.de/geschichte/lehrstuehle/alte-geschichte/forschung/projekte/mannheimer-forschungen-zum-antiken-sport/publikationen/website-sport-und-spiele-in-der-antike/rom/spiele-und-disziplinen/tierhetzen/](https://www.phil.uni-mannheim.de/geschichte/lehrstuehle/alte-geschichte/forschung/projekte/mannheimer-forschungen-zum-antiken-sport/publikationen/website-sport-und-spiele-in-der-antike/rom/spiele-und-disziplinen/tierhetzen/), zuletzt geprüft am 12.05.2025.

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**Sekundärliteratur**

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# Ess- und Trinkkultur

#### Inhaltsverzeichnis

1. Backen wie die Römer: So wird historisches Pompeji-Brot gebacken
2. Antike Handwerkskunst: So schmeckte der Wein der Römer
3. Bier im Römischen Reich

##### 1. Backen wie die Römer: So wird historisches Pompeji-Brot gebacken (Artikel)

Der Vulkanausbruch des Vesuv im Jahr 79 begrub die römische Stadt Pompeji unter Asche - bis hin zum Brot in den Bäckereien. Farrell Monaco, die sich selbst als „kulinarische Archäologin“ bezeichnet, hat das Rezept eines beliebten Brotes rekonstruiert.

**Zutaten für panis quadratus**

• 600 g Dinkelmehl

• 600 g Vollkornmehl

• 700 g lauwarmes Wasser

• 200 g Sauerteig (Starterkultur)

• 2 TL Salz

• grob gemahlenes Mehl oder Weizenkleie zum Bestäuben

**Außerdem**

• Küchenzwirn

• scharfes Messer oder Bäckerklinge

Hinweis: Vor Zubereitungsbeginn sicherstellen, dass der Sauerteig (Starter) 8 Stunden vor dem Mischen gefüttert wurde – [hier findest du Farrell Monacos spezielle Tipps zum Mischen und Füttern von Sauerteig](https://tavolamediterranea.com/2017/09/05/baking-bread-romans-part-ii-panis-quadratus/) (*englische Sprache*).

 **Schritt 1: Mischen und Autolyse**

Wasser und Starter in einer großen Schüssel mischen und vorsichtig mit einem Löffel oder Schneebesen mischen. Mehl und Salz in einer separaten Schüssel mischen und mit den Flüssigkeiten vermengen. Die nassen und trockenen Zutaten von Hand oder in einem Mixer mischen. Abdecken und eine Stunde stehen lassen.

**Schritt 2: Dehnen und Falten**

Den Teig nach einer Stunde Autolyse (anfängliche Mischen-und-Gehen-Phase) herausnehmen und ihn vorsichtig mit den Fingerspitzen auf eine saubere Oberfläche schlagen. Den Teig viermal in Schritten von 30 Minuten dehnen und falten. Dieser Schritt ermöglicht es dem Teig, sich zu festigen und aufzugehen, wenn sich die Glutenstruktur bildet. Mit jedem Dehnen und Falten wird der Teig elastischer. Am besten einen Timer verwenden, um die nächste Stretch-and-Fold-Phase nicht zu verpassen. Den Teig dabei wie ein Quadrat behandeln - eine Seite oder Ecke nehmen und zur gegenüberliegenden Seite ziehen, diesen Schritt für alle vier Ecken oder Seiten des Teigs anwenden. Den Teig nach jedem Dehnen und Falten mit einem sauberen Geschirrtuch oder einer umgestürzten Schüssel abdecken und jeweils 30 Minuten ruhen lassen. Nicht vergessen: Dieser Schritt findet viermal statt!

 **Schritt 3: Teig formen**

Wenn die vier Phasen des Dehnens und Faltens abgeschlossen sind, den Teig zu einer Kugel formen. Dabei versuchen, die Nähte unter dem Laib so zu sammeln, dass die Oberseite des Laibs glatt ist. Den Boden des Blechs oder der Form, in der das Brot gebacken werden soll, mit grob gemahlenem Mehl oder Vollkornkleie bestäuben. Das geformte Brot in den Backbehälter legen.

 **Schritt 4: Schleife binden**

Küchenzwirn abmessen, so dass es das Äußere des gesamten Laibs umfassen kann. Dabei genug Länge lassen, um das Garn zu einer Schleife zu binden. Wenn die Schnur dünn ist, die Länge verdoppeln. Die Schnur nicht zu fest um den Teig binden und ihm etwas Platz geben. Der Teig soll um das Garn herum noch aufgehen und eine definierte seitliche Rille entlang der Seite des Teigs erzeugen können. Wenn die Schnur zur Schleife gebunden ist, das Brot mit einem Geschirrtuch bedecken und an einen warmen Ort legen, damit der Teig gehen kann.

 **Schritt 5: Brot einschneiden**

Die Oberseite des Laibs mit Mehl oder Weizenkleie bestreuen, mit der auch die Form ausgekleidet wurde. Mit dem schärfsten Messer der Küche oder einer Bäckerklinge die Brotoberfläche mit vier linearen Schrägstrichen anschneiden, so dass acht gleichmäßige Abschnitte auf dem Laib entstehen. Tiefer als 1 cm müssen die Schnitte nicht sein, weil der Laib beim ersten Backvorgang wieder etwas aufgeht.

 **Schritt 6: Der Brotstempel**

Mit einem Ausstecher, einem Nudelstempel oder einer sauberen, kreisförmigen, quadratischen oder rechteckigen Form vorsichtig eine Vertiefung in einen der Abschnitte drücken. Die Vertiefung kann – wenn der echte Brotstempel fehlt – auch mit Pinienkernen verziert werden.

 **Schritt 7: Teig gehen lassen**

Den Teig gehen lassen, bis er die doppelte Größe erreicht hat. Wie lange dies dauert, hängt von der Temperatur der Küche und der Luftfeuchtigkeit des Klimas ab – es kann zwei oder vier Stunden dauern. Das Brot dabei mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken oder es luftdicht verpacken. Das Brot und die Schnur rund um den Laib im Auge behalten und sicherstellen, dass der Teig nicht zu lange geht und zusammenfällt.

 **Schritt 8: Ofen vorheizen**

Sobald das Brot vollständig aufgegangen ist, den Ofen auf 200°C vorheizen (Gas Stufe 6). Beim Vorheizen etwas Wasser in einer Schüssel in den Ofen stellen und während des gesamten Backvorgangs belassen. Das erzeugt Feuchtigkeit in der Backumgebung und sorgt für eine knusprige Kruste.

 **Schritt 9: Backen**

40 bis 45 Minuten backen, bis die Kruste einen mittelbraunen Farbton hat. Sobald das Brot vollständig gebacken ist, den Laib aus dem Ofen nehmen, eine Stunde lang stehen und abkühlen lassen. Das Brot erst dann anschneiden oder brechen, wenn es bis auf Raumtemperatur abgekühlt ist. Die Schnur kann leicht entfernt werden, wenn die Schleife gelöst wird.

##### 2. Antike Handwerkskunst: So schmeckte der Wein der Römer 

Der Wein im Alten Rom hatte einen charakteristischen Geschmack. Neue Forschungsergebnisse zeigen, welche Prozesse zu seinen außergewöhnlichen Aromen geführt haben.

Wein war bei den Römern beliebt. So sehr, dass er in manch einer opulenten Villa sogar [aus Brunnen sprudelte](https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2023/04/luxus-im-alten-rom-hier-sprudelte-der-wein-in-brunnen-antike-archaologie). Die Popularität des Getränks im Alten Rom ist hinreichend untersucht worden, doch nur wenig Forschung hat sich bisher damit beschäftigt, wie der Lieblingsdrink der Römer schmeckte.

Ein belgisch-polnisches Forschungsteam hat nun die Weinherstellung der Alten Römer genauer untersucht und herausgefunden, welch wichtige Rolle in den Boden eingegrabene Tonfässer dabei spielten. In Ihrer [Studie](https://www.cambridge.org/core/journals/antiquity/article/making-wine-in-earthenware-vessels-a-comparative-approach-to-roman-vinification/21CE9DC73E121EE173E902625E9E559D), die im Fachmagazin *Antiquity* erschienen ist, beschreiben die Forschenden, wie genau diese sogenannten Dolia funktionierten – und wie die im Wein dominierenden Aromen von Äpfeln, Nüssen und Curry zustande kamen.

 **Antike Weinherstellung in Tongefäßen**

Die Idee, die Dolia der Römer genauer zu untersuchen, kam dem Studienautoren Dimitri Van Limbergen, Archäologe an der Universität Gent in Belgien, bei einem Besuch in Georgien. Dort wird Wein bis heute in großem Stil in traditionellen Tongefäßen, die Quevri genannt werden, hergestellt. Diese ähneln den antiken römischen Dolia, von denen man bereits wusste, dass Wein in ihnen gelagert wurde. Die Erkenntnis veranlasste Van Limbergen und seine Mitautorin Paulina Komar von der Universität Warschau in Polen dazu, den Weinherstellungsprozess der antiken Römer genauer zu untersuchen.

Sie verglichen die georgische Technik mit antiken Aufzeichnungen der römischen Weinherstellung und dem Aufbau alter Dolia, die an verschiedenen Fundstellen in Italien entdeckt wurden.

Dabei fanden sie heraus, dass die Dolia-Amphoren eine weitaus größere Rolle bei der Gärung und dem Geschmack des Weines spielten als gedacht. Der Prozess funktionierte so: Die porösen Tonbehälter wurden in den Boden eingegraben und von innen mit einer Mischung aus Harz und Bienenwachs überzogen. Darin ließen die Römer den Most mehrere Monate gären. Weil die Gefäße unten schmal zulaufen, trennten sich dabei die festen Überreste der Trauben nach und nach von der Flüssigkeit und sammelten sich am Boden.

Während dieses Prozesses entwickelten sich an der Oberfläche der Flüssigkeit sogenannte Florhefen, die maßgeblich Geschmack, Textur und Aroma der entstehenden Weine beeinflussen. Wichtig ist dabei, dass die Flüssigkeit ständig in Bewegung bleibt. Das wurde durch den ovalen Aufbau der Gefäße und das bei der Gärung entstehende Kohlendioxid erreicht: Innerhalb der Dolia bildeten sich Strömungen, die den Wein kontinuierlich in Bewegung hielten. Ähnlich funktionieren bis heute auch die Quevri.

 **Geschmack und Aroma der römischen Weine**

Die Erkenntnisse, so Studienautor Van Limbergen, zeugen von einem bisher ungeahnten Fachwissen der Römer. „Durch die Anwendung der von uns beschriebenen Techniken waren die Römer in der Lage, viel bessere, schmackhaftere und stabilere Weine herzustellen, als gemeinhin angenommen wird“, so der Archäologe, der schon lange die Herstellung und Geschichte antiker Weine erforscht.

Der Vergleich des römischen Getränks mit modernen Weinen gestaltet sich allerdings schwierig. „Die Weinfarben wurden beispielsweise nicht standardmäßig in weiß und rot unterteilt (wie es heute der Fall ist), sondern für die Römer gehörten sie zu einem breiten Farbspektrum, das von weiß, gelb, über goldfarben, bernsteinfarben und braun bis hin zu rot und schwarz reichte“, so Van Limbergen.

Nachvollziehen, wie die Weine geschmeckt haben müssen, kann man heute dennoch. Aufgrund des ständigen Kontakts mit dem Ton waren Weine damals komplex, trocken und sehr mineralisch. „Die Bildung von oberirdischen Hefen auf dem Most, die die chemische Verbindung Sotolon produzieren, führten außerdem dazu, dass die Weine würzige, geröstete und brot-ähnliche Aromen sowie Noten von Äpfeln und Curry hatten“, sagt Van Limbergen. Insgesamt, so der Archäologe, sei der Wein extrem genießbar gewesen. Kein Wunder also, dass die Römer ihn liebten.

##### 3. Bier im römischen Reich

Die Römer, auch jene in den Provinzen, bevorzugten Wein statt Bier. Dies ist durch den massiven Import von Wein im ganzen Römischen Reich belegt. Es gibt aber archäologische Quellen für die Herstellung von Bier in den nördlichen Provinzen.

Wieweit die römischen Bewohner dieser Gegend selbst zum Bierkrug statt zum Weinpokal griffen, bleibt allerdings Spekulation. Auch darüber, ob Bier in den nördlichen Provinzen Teil der Militärrationen war (wie etwa in Ägypten), kann nur spekuliert werden, weil kaum schriftliche Quellen darüber bekannt sind – eine Ausnahme ist ein Schreibtäfelchen aus Vindolanda, das eine Nachschublieferung an Bier fordert.

**Bier, der Wein der Armen**

Überliefert ist auch, dass der Preis von Bier in unterschiedlichen Provinzen und zu unterschiedlichen Zeiten stark variierte. So konnte man im 1. Jh. n. Chr. in Vindolanda für einen Sesterz 27.5 Liter, in Hermopolites 72 Liter, in Tebtynis aber nur 8.7 Liter Bier kaufen. Dennoch war der Preis von Bier generell eher niedrig – nämlich zwei- bis viermal niedriger als jener von Wein der schlechtesten Qualität. Deshalb wird Bier oft auch als Wein der Armen bezeichnet.

In flavischer Zeit kam der Import von Weinamphoren ins Rheinland fast zum Erliegen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass die Militäreinheiten am Rhein sukzessive aus nichtrömischen Mannschaften bestanden und so der Markt für Wein infolge einer rückläufigen Nachfrage schrumpfte. Wurde der Wein etwa durch das lokale Bier ersetzt?

Der Archäologe Clive Bridger meint dazu, es sei auch wahrscheinlich, dass nicht die einheimische Bevölkerung ein beliebtes Nahrungsmittel der Besatzungsmacht angenommen hat (Wein), sondern dass die Besatzungsmacht ein lokales Getränk übernahm (Bier).

**Die Römer kannten verschiedene Arten von Bier:**

- ägyptisches (zythum) Gerstenbier
- spanisches (caelia, cerea) Weizenbier
- dalmatisches (camum), Gerstenbier
- sabaia, Gersten- oder Weizenbier
- gallisches (cervesa)

Bridger nennt für das römische Germanien folgende relevanten Begriffe: cerves(i)a / cervis(i)a, camum. In Spanien, Gallien und Norditalien (keltisch) wurde Bier in verschiedenen Sorten gebraut und nahm vermutlich die Stelle des Weins ein. Das Bier wurde ohne Hopfen gebraut. Vor der Entdeckung der Eigenschaften von Hopfen als Konservierungsmittel und als Geschmackszutat für Bier, war es schwierig, Bier lange frisch zu halten, da es normalerweise einen weit niedrigeren Alkoholgehalt als Wein hatte. Plinius der Ältere berichtet, dass die Spanier eine Methode gehabt hätten, Bier länger haltbar zu machen, er erwähnt aber nicht welche.

**Kräuter-Zusätze**

Ohne Hopfen hatte das Bier einen muffigen, säuerlichen oder schlicht uninteressanten Geschmack, weshalb verschiedene Zusätze verwendet wurden. Botanische Nachweise solcher Kräuter gibt es von der niederländischen Küste aus der frühen römischen Periode: Gagel (Myrica gale) ist auf einigen römerzeitlichen Plätzen nachgewiesen worden, sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Limes. Aber auch durch Gagel konnte nicht auf lange Zeit konserviert werden. Man muss also davon ausgehen, dass Bier vor Ort hergestellt und getrunken wurde. Andere Zusätze sind Eichenrinde, Myrte, Mädesüss und Johanniskraut.

Es ist davon auszugehen, dass Bier häufig in Eigenproduktion hergestellt wurde. Das am meisten verwendete Getreide war zuerst Gerste, aber man brauchte auch die Nacktweizenart *triticum*, Hirse, Vogelhirse, Hafer und das Einkorn (*olyra*). Für die Provinzen wird zudem ein Bier erwähnt, das aus Brot hergestellt wurde, also aus Gersten- oder Weizenfladen. Dieser Befund entspricht etwa den Gegebenheiten des alten Ägyptens. Man darf davon ausgehen, dass in den weinarmen Provinzen bedeutend mehr Bier getrunken wurde, als die wenigen archäologischen Nachweise glauben lassen.

**Herstellung des Biers in der Römerzeit**

Man lässt das Getreide (u.a. Weizen, Gerste, Hirse, Hafer oder Einkorn) keimen. Durch die Umwandlung der Stärke des ausgekeimten Getreides in Dextrin, danach in Zucker, entsteht eine Gärung. Die Vergärung des Zuckers unter der Beteiligung von Hefen erzeugt das alkoholische Gebräu. Da bisher Hopfen im Bier der Antike nicht nachgewiesen werden konnte, geht man von obergäriger Brautechnik aus. Die Biere blieben dadurch ohne bitteren Geschmack, jedoch auch wenig stabil.

Darren: Der Keimvorgang wird durch schonendes Erhitzen in einer *Darre* (Vorrichtung zum Dörren) unterbrochen; geht dabei etwas schief, erhält man anstatt des erwünschten Malzes nur verkohlte Getreidekörner. Mehrere Autoren erwähnen, dass das Bierbrauen wie auch das Brotbacken in den ersten Jahrhunderten n. Chr. zu den Aufgaben der Frau gehörte.

##### Quellen:

Internetquellen

-&gt; Lamm, Lisa: So schmeckte der Wein der Römer, in: National Geographic online, online verfügbar seit 11.03.2024 unter: [https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2024/03/antike-handwerkskunst-so-schmeckte-der-wein-der-roemer](https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2024/03/antike-handwerkskunst-so-schmeckte-der-wein-der-roemer), zuletzt geprüft am 09.04.2025.

-&gt; Löcher, Claudia; Pfyl, Roger: Bier im römischen Reich, in: Museumsblog Museum Aargau online verfügbar seit 10.10.2022 unter: [https://www.museumaargau.ch/blog/artikel/bier-in-den-noerdlichen-provinzen-des-roemischen-reiches](https://www.museumaargau.ch/blog/artikel/bier-in-den-noerdlichen-provinzen-des-roemischen-reiches), zuletzt geprüft am 14.07.2025.

-&gt; National Geographic: Backen wie die Römer: So wird historisches Pompeji-Brot gebacken, in: National Geographic online, online verfügbar seit 28.05.2021 unter [https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2021/05/backen-wie-die-roemer-so-wird-historisches-pompeji-brot-gebacken-vulkan-asche-rezept](https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2021/05/backen-wie-die-roemer-so-wird-historisches-pompeji-brot-gebacken-vulkan-asche-rezept), zuletzt geprüft am 05.04.2025.

Sekundärliteratur

-&gt; Kemkes, Martin u. Wötzel, Judith: Römer, Limes, Welterbe. Das Limesmuseum Aalen, Oppenheim am Rhein 2024, S. 188.

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