Begriffe aus der Militärgeschichte

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08/15: Das 08/15 war das Standardmaschinengewehr der deutschen Armee während des Ersten Weltkrieges. 1908 wurde es eingeführt, 1915 optimiert.

Alarm schlagen: Das Wort wurde im 15. Jahrhundert aus dem Italienischen (allarme) ins Deutsche entlehnt und geht auf den militärischen Weckruf "all'arme!" ("Zu den Waffen!") zurück.

Am Boden zerstört sein: Die Redewendung stammt aus dem Zweiten Weltkrieg. Wurden die Flugzeuge noch vor ihrem Einsatz in der Luft vom Gegner bombardiert, hieß es später im Bericht: "am Boden zerstört".

Auf Tuchfühlung gehen: Diese Redewendung ist Ende des 19. Jahrhunderts aus der Soldatensprache entstanden. Beim Antreten standen die Soldaten so dicht aneinander, dass der Stoff bzw. das Tuch ihrer Uniform das der nebenstehenden Person berührte.

Auf Vordermann bringen: Beim Antreten in Reih und Glied richten sich die Soldaten jeweils an ihrem Vordermann aus. Wer dabei aus der Reihe tanzt, wird vom Vorgesetzten schnell wieder auf Vordermann gebracht.

Die Werbetrommel rühren: Ursprünglich wurde mit der Werbetrommel im 17. Jahrhundert die Trommel bezeichnet, mit der Landsknechte für den Kriegsdienst angeworben wurden.

Etwas auf der Pfanne haben: Stammt von den Lunten- und Steinschlossgewehren, die auch im Dreißigjährigen Krieg eingesetzt wurden. Diese besaßen eine kleine Mulde – die Pfanne –, in die man das Zündpulver schüttete. Wer also "etwas auf der Pfanne" hatte, konnte gleich losschießen

Für jemanden die Bresche springen: Ihren Ursprung hat die Redewendung in der mittelalterlichen Kriegsführung. Wer eine Burg oder eine Stadt erobern wollte, musste zunächst die hohen Befestigungsanlagen überwinden. Eine Strategie war, Löcher – französisch "la breche" – in die Mauer zu schlagen. Die besonders Mutigen sprangen gleich hinein.

Sich verfranzen: Das Wort stammt aus der Fliegersprache des Ersten Weltkriegs. Der Beobachtungsoffizier, der für die Navigation zuständige zweite Mann im Cockpit, wurde "Franz" genannt.

Tollpatsch: Der Tollpatsch hieß im 17. Jahrhundert noch Tolbatz und bezeichnete ungarische Fußsoldaten. Der Wortursprung talpas – was so viel heißt wie breitsohlig – verweist auf das Fußkleid der ungarischen Infanteristen: Diese trugen anstelle von festen Schuhen mit Schnüren befestigte Sohlen. Im Österreichischen wurde das Wort zu einer Spottbezeichnung.


Revision #2
Created 19 May 2025 17:52:27 by Marlon Zimmermann
Updated 19 May 2025 17:53:44 by Marlon Zimmermann