Kunst und Kultur Frauen in Rom Die Rolle der Frauen in Rom QUELLE | National Geograpic: https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2023/10/julius-caesar-politik-leidenschaft-und-die-macht-der-liebe-im-antiken-rom Obwohl Frauen die Staatsgeschäfte durchaus beeinflussen konnten, war Rom im Großen und Ganzen eine Männerwelt. Roms erstes Gesetzbuch, das Zwölftafelgesetz, ordnete Frauen dem männlichen Haushaltsvorstand, dem paterfamilias, unter. Eine römische Frau verbrachte ihr Leben in manum viri (unter männlicher Kontrolle) – erst der Kontrolle ihres Vaters, dann der ihres Mannes. Mädchen erhielten wenig Bildung über das hinaus, was sie zu Hause lernten. Nach der Hochzeit leitete die Frau den Haushalt, indem sie die überwiegend versklavten Bediensteten beaufsichtigte, und verwahrte die Hausschlüssel. Ehefrauen konnten ihre Männer beerben und durften mit 25 Jahren eigenes Geld oder eigenen Besitz verwalten. Frauenrechte Pudicitia (Bescheidenheit)war die höchste Tugend einer römischen Frau. Frauen sollten bescheiden leben und dem Reich Kinder schenken. Starb ihr Mann, bevor sie drei Kinder hatte, musste die Witwe wieder heiraten. Außereheliche sexuelle Beziehungen, selbst von Unverheirateten oder Witwen, durften vom paterfamilias eigenmächtig bestraft werden, oft durch einen Ehrenmord. Nur wenige Frauen arbeiteten außerhalb des Hauses, meist als Prostituierte, Friseurinnen oder selten auch als Geschäftsfrauen oder Hebammen. Frauen hatten zwar weder das aktive noch das passive Wahlrecht, doch in Pompeji entdeckte Dokumente zeigen, dass sie Kandidaten aktiv unterstützten. Ihr Recht auf Eigentum war heiß umstritten, da römische Männer die Frauen für leichtsinnig und leicht verführbar hielten. Einige liberalere Philosophen jener Zeit sprachen sich für Bildung und öffentliche Ämter für Frauen aus, aber ihre Ideen fanden keinen Anklang. Ein typischer Tag Der Tag einer typischen Römerin richtete sich nach ihrem Mann: Während des morgendlichen negotium, wenn der Mann seinen Geschäften nachging, erledigte sie den Haushalt, kleidete sich dann an und frisierte sich, um die nachmittäglichen Mußestunden mit ihrem Mann zu verbringen. Gemeinsam gingen sie zu Wagenrennen, ins Theater oder in die Thermen. Frauen trugen meist eine stola, ein traditionelles Kleid, und einen Büstenhalter aus einem Lederband, dem strophium. Der Schmuck bestand aus Armbändern, Ohrringen und Fußketten. Frauen von zweifelhaftem Ruf trugen Togen aus durchsichtigem Stoff. Protest der Edelfrauen Während die Männer zwischen 264 und 146 v. Chr. in den Punischen Kriegen gegen Karthago kämpften, spielten die Frauen in Rom größere Rollen im Geschäftsalltag und im öffentlichen Leben. Besorgte Senatoren verabschiedeten mit der Lex Oppia ein Gesetz, das beschränkte, wie viel Gold Frauen besitzen und was sie tragen durften – unter dem Vorwand der Ausgabensenkung in Kriegszeiten. Als die Einschränkungen nach Kriegsende nicht aufgehoben wurden, marschierten Roms Matronen auf das Forum und erkämpften eine vorübergehende Außerkraftsetzung.