# Römische Republik (509 v. Chr. - 27 v. Chr.)

# Frühe Republik (509 v. Chr. - 200 v. Chr.)

# Mittlere Republik (250 v. Chr. - 133 v. Chr.)



# Erster Sklavenkrieg 136 - 132 v. Chr.

# Späte Republik (200 v. Chr. - 27 v. Chr.)



# Gaius Iulius Caesar

### Inhaltsverzeichnis

1. Julius Caesar: Politik, Leidenschaft und die Macht der Liebe im antiken Rom (Artikel)
2. <span class="title__headline typo-headline-sc-2xl-alt">Hermann der Cherusker: Der Mann, der die Weltmacht Rom herausforderte (Artikel)</span>

##### 1. Julius Caesar: Politik, Leidenschaft und die Macht der Liebe im antiken Rom (Artikel)

Der Kaiser Julius Cäsar sah sich als Nachkomme der Liebesgöttin Venus und hatte zahlreiche Verhältnisse. Das war im antiken Rom nur vordergründig etwas Unschickliches. Vor allem war es ein Weg zur Erlangung politischer oder wirtschaftlicher Vorteile.

Gaius Julius Cäsar war eher für seine Liebschaften als für seine Ehefrauen bekannt, obwohl er einmal verlobt und dreimal verheiratet war. Sein Leben war durch eine Vielzahl von Liebesaffären und Beziehungen gekennzeichnet; der Historiker Sueton berichtete, dass seine territorialen Landnahmen in Gallien bei seiner Triumphparade in Rom am Ende des Krieges weniger Begeisterung hervorriefen als seine „galanten“ Eroberungen. Die Schriften von Sueton und anderen Autoren lassen Cäsars Sexualität so interpretieren, dass sie von seiner jugendlichen Beziehung mit dem viel älteren König Nikomedes von Bithynien geprägt war. Alle seine späteren Frauengeschichten scheinen diese Episode auslöschen zu wollen. Einem anderen antiken Geschichtsschreiber, Cassius Dio, zufolge war die bloße Erwähnung dieser Episode das Einzige, was ihn selbst viele Jahre nach dem Ereignis noch aufbrachte.

**​Doppelstandards**

Als junger Mann wurde Cäsar als Botschafter an den Hof von König Nikomedes IV. von Bithynien in Kleinasien gesandt, mit dem er Berichten zufolge eine homosexuelle Beziehung hatte. Die Tatsache, dass Nikomedes viel älter war als er selbst, konnte nur bedeuten, dass Cäsar eine passive Rolle gespielt hatte. Die Römer verunglimpften und verspotteten passive Homosexuelle, und es ist wahrscheinlich, dass Cäsar deshalb für ein ausschweifendes heterosexuelles Liebesleben warb, weil er die „Schande“ tilgen wollte, sich durch eine homosexuelle Beziehung zu einem älteren fremden Mann in Ungnade gebracht zu haben. Stets leugnete er den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte, die jedoch seinen Gegnern noch lange nach seinem Tod als „Argument“ diente.

Cäsar pflegte ein zweigeteiltes sexuelles Image: Moralismus in der Öffentlichkeit und Liberalismus im Privaten. Als Pontifex Maximus, das höchste religiöse Amt in Rom, musste sein öffentliches Erscheinungsbild von ultimativer Heiligkeit sein. Diese Heiligkeit bestätigte er, indem er konservative Gesetze gegen protzige Kleidung und weiblichen Schmuck erließ; außerdem gerierte er sich als moralischer Traditionalist, indem er gegen Ehebruch und gegen Beziehungen zwischen Frauen der Oberschicht mit Freigelassenen vorging. Trotz alledem und entsprechend seiner Führung der Popularen (Volksfraktion) bot er aber auch ein sehr liberales Bild seiner Sexualität, im Gegensatz zum geschlossenen Moralismus der anderen Fraktion – der aristokratischen Optimaten, die das politische Leben in Rom am Ende der Republik beherrschten.

**​Der Tod der großen Liebe**

15 Jahre lang führte Julius Cäsar eine glückliche Ehe mit Cornelia, bis sie 69 v. Chr. bei der Geburt des zweiten Kindes starb, das ebenfalls nicht überlebte. Cäsar leitete die Beerdigungsfeiern seiner Frau und seiner Tante Julia, der Frau von Gaius Marius, und hielt eine Grabrede für Cornelia. Es war äußerst selten, dass öffentlich eheliche Liebe gezeigt wurde, und es gab keinen Präzedenzfall für eine Grabrede für eine so junge Frau. All das ließ vermuten, dass Cornelia, die er auch in Todesgefahr nicht verstieß, Julius Cäsars große Liebe war. Dennoch war er an einer baldigen Wiederverheiratung interessiert, um zu Reichtum und politischen Bündnissen zu gelangen. Er entschied sich für Pompeia, die Enkelin von Sulla, dem alten Rivalen von Cornelias Vater. Vermutlich wollte Cäsar in jenen schwierigen Jahren mit seinen populären Taten lediglich seine Haut retten, indem er sich bei der gegnerischen Fraktion eine Lebensversicherung verschaffte. Die Liebe und Zuneigung, die er Cornelia entgegengebracht hatte, fanden jedoch in seiner Ehe mit Pompeia beiderseits keinen Nachhall.

##### 2. <span class="title__headline typo-headline-sc-2xl-alt">Hermann der Cherusker: Der Mann, der die Weltmacht Rom herausforderte</span>

<div class="intro typo-body-md-medium typo-body-xl-medium@lg u-richtext" id="bkmrk-von-vielen-wird%C2%A0herm">Von vielen wird Hermann der Cherusker noch heute als "deutscher Held" verehrt. Er gewann die sagenumwobene Varusschlacht im Teutoburger Wald gegen einen schier übermächtigen Gegner: die Römer</div>Cheruskerfürst, Verräter Roms, Befreier Germaniens – die Namen für den Initiator der bekannten Varusschlacht im Teutoburger Wald sind so vielfältig, wie der geschichtliche Blick auf den Schlachtführer. **Arminius – so der römische Name –** hat im Jahr 9 nach Christus die Römer auf ihrem Eroberungszug Richtung Weser-Ems vernichtend geschlagen und gestoppt. Die Beweggründe dafür, die Umstände der Varusschlacht und auch das Wissen um die Person von Arminius sind bis heute nebulös.

Der Grund dafür ist ebenso einfach wie offensichtlich: Die Germanen hatten keine Schriftkultur. Aufzeichnungen zum Geschehen haben nur die Römer gemacht. Selbst die Herkunft und das Leben von Arminius vor der Varusschlacht sind nur lückenhaft bekannt und führen größtenteils auf römische Quellen zurück. Selbst sein eigentlicher germanischer Name ist nicht bekannt.

**Hermann der Cherusker war in der römischen Armee**

Feststeht, dass er um 17/18 vor Christus als Sohn des Cheruskers Segimer geboren wurde – einem cheruskischen Anführer, der auf Seiten der Römer stand. Dass sein Sohn später einmal zum Verräter an eben diesen werden solle, hätte sich Segimer sicher nicht träumen lassen – ebenso wenig wie Arminius selbst, der selber **lange Zeit im römischen Heer diente und hier germanische Verbände anführte.** Er bekam sogar das römische Bürgerrecht und sprach Latein.

**Thusnelda wird zur Frau von Arminius**

Erst um das Jahr 7/8 nach Christus kehrt Arminius in das Stammesgebiet der Cherusker am oberen Weserlauf – dem heutigen Ostwestfalen und Niedersachsen – zurück. Es ist nicht überliefert, ob seine kurz darauf folgende Heirat mit Thusnelda, Tochter des Cheruskerführsten Segestes, ursprünglich der Beilegung von Streitigkeiten innerhalb der Führungsriege des Germanenstammes dienen sollte.

Belegt hingegen ist, dass Segestes die Hochzeit ablehnt – **Arminius seine Thusnelda kurzerhand entführt und die beiden trotzdem ein Paar werden.** Eine Entwicklung, die von den Römern im späteren Verlauf der Geschichte noch gegen Arminius eingesetzt wird.

**Annalen von Tacitus beschreiben Arminius**

Als die Römer unter Statthalter Quinctilius Varus sich entschließen, vom Rhein aus stärker in Richtung Norden vorzurücken, ändert sich das Verhalten von Arminius schlagartig. Bis heute wird gerätselt, warum.

Während der römische Geschichtsschreiber Tacitus in seinen Annalen davon spricht, dass Arminius Werte wie Vaterland, Ahnen, Tradition, Ruhm und Freiheit verteidigen wollte, sehen andere Quellen den drohenden Machtverlust der Cherusker oder auch eigenes Machtstreben von Seiten Arminius als Gründe für den dann folgenden Aufstand an.

**Varus ignoriert die Warnung von Segestes**

Durch seine römische Vergangenheit und seinen Status hat Arminius den Zugang zum Feldlager von Statthalter Varus. Er nimmt an seiner Tafel teil, erwirbt sich sein Vertrauen als Verbündeter. Die Warnung von Cheruskerfürst Segestes, dass seitens Arminius ein Verrat bevorstehe, ignoriert Varus. Schließlich ist das nicht gerade freundschaftliche Verhältnis zwischen Segestes und Arminius weithin bekannt. Eine fatale Fehlentscheidung von Varus, die kurz darauf in einer militärischen Katastrophe endet.

**Aufstand gegen die Römer von langer Hand geplant**

Denn statt auf dem Weg an die Weser neue Verbündete zu gewinnen, lockt Arminius das Heer von Varus in einen sorgfältig geplanten Hinterhalt. Unwegsames Gelände, dichter Wald und morastiger Untergrund machen den Römern die sonst gewohnte Kriegsführung mit geschlossenen Verbänden unmöglich.

Immer wieder aus dem Dickicht vorstoßend, dezimieren die Germanen die Römer Angriff um Angriff. **Tausende von Legionären lassen ihr Leben.** An eine Kommandostruktur ist nicht zu denken. Heilloses Chaos, Flucht, Kampf Mann gegen Mann – die Armee von Varus bricht zusammen.

**Varusschlacht endet mit großen Verlusten für die Römer**

Die Bilanz und die Verluste der Varusschlacht aus Sicht von Historikern auf römischer Seite:

<div class="text-element u-richtext text-element--list typo-body-md typo-body-lg@lg" id="bkmrk-drei-legionen-drei-r">- Drei Legionen
- Drei Reitereinheiten
- Sechs Kohorten
- Bis zu 5000 Reit-, Zug- und Tragetiere

</div>**Arminius schickt den Kopf von Varus an König Marbod**

Historiker sprechen von 15.000 bis 20.000 Toten in der römischen Armee. Varus selbst nimmt sich noch auf dem Schlachtfeld das Leben. Für Arminius die Gelegenheit, **den Kopf des römischen Statthalters abzutrennen und als Beweis seines Sieges zu verschicken** – auf der Suche nach neuen Verbündeten, denn die Rache der Römer ist zu befürchten.

Der Markomannenkönig Marbod bekommt das eindeutige Paket, lehnt ein Bündnis mit Arminius jedoch ab. Stattdessen schickt er den Kopf von Varus weiter: an den römischen Kaiser Augustus.

<figure class="image-element" id="bkmrk-%22tod-des-varus%22---ra">![Tod des Varus](https://image.geo.de/32831144/t/O3/v3/w960/r1.7778/-/tod-des-varus--pa-3208653.jpg "Tod des Varus")<figcaption class="image-element__caption"><div class="image-element__description typo-body-compact-sm-medium u-richtext">"Tod des Varus" - Radierung von G. Mochetti nach Zeichnung von Bartolomeo Pinelli (1781-1835)</div><div class="image-element__credits typo-body-compact-xs">© picture-alliance / akg-images | akg-images</div></figcaption></figure>Als der Kopf des römischen Statthalters in Rom eintrifft, soll sich Augustus die Kleider vom Leib gerissen und gerufen haben: "Quinctilius Varus, gib mir meine Legionen zurück!". Doch dafür war es nun zu spät. Insgesamt ein Achtel der Römischen Heeres haben die Germanen in der Varusschlacht vernichtet. **Das Ende der römischen Bestrebungen auf mehr Macht in den rechtsrheinischen Gebieten bis hinauf zur Elbe ist damit eingeläutet.**

**Germanicus versucht, Germanien zurückzuerobern**

Zwar kommt es in den Folgejahren noch zu mehreren römischen Angriffen. Der Feldherr Nero Claudius Germanicus, Großneffe des römischen Kaisers, versucht, die verlorenen Gebiete wiederzuerobern. Als größter Erfolg wird jedoch lediglich die Gefangennahme von Thusnelda, der Ehefrau von Arminius, in den Geschichtsbüchern vermerkt. **Ihr eigener Vater, der Cheruskerfürst Segestes, hat Thusnelda den Römern ausgeliefert.**

Sie bringt in der Gefangenschaft einen Sohn zur Welt, dessen Lebensweg sich aber im Lauf der Zeit ebenso verliert, wir ihr eigenes Schicksal. Trotzdem hat Thusnelda die Wirren der Geschichte überdauert: im täglichen Sprachgebrauch. **Tatsächlich stammt das Schimpfwort "Tussi" als abwertende Bezeichnung für Frauen von ihrem Namen.**

Als Auslöser dafür wird Heinrich Kleists Werk "Hermannschlacht" gesehen, aus dem gesellschaftlich der Name "Thusnelda" als Bezeichnung für anstrengende Ehefrauen und weibliche Dienstboten adaptiert wurde.

**Ort der Varusschlacht bleibt unklar**

Wo genau die Varusschlacht stattgefunden hat, ist bis heute ist nicht abschließend geklärt. Archäologische Funde haben in den 1980er-Jahren **die Region Kalkriese am Wiehengebirge im Osnabrücker Land** zu einem wahrscheinlichen Ort für die Schlacht gemacht und zum Bau eines Museums geführt. Inzwischen gibt es von wissenschaftlicher Seite Zweifel daran und Vermutungen, die Goldmünzen und Ausrüstungsgegenstände könnten mit den späteren Rachefeldzügen von Germanicus in Verbindung stehen.

Arminius selbst hat sich mit seinem Aufstand gegen die Römer unabsichtlich selbst ein Denkmal gesetzt – zumindest gut 1870 Jahre später. Im Jahr 1875 hat Kaiser Wilhelm I. das Hermannsdenkmal bei Detmold im Teutoburger Wald eingeweiht. Die gut 27 Meter hohe, schwertreckende Figur steht auf der Erhebung Grotenburg.

<figure class="image-element" id="bkmrk-das-hermannsdenkmal-">![Das Hermannsdenkmal leuchtet in Detmold zwischen verschneiten Bäumen in der Sonne](https://image.geo.de/32831160/t/Qo/v2/w960/r1.7778/-/hermanns-denkmal-pa-65133658.jpg "Das Hermannsdenkmal leuchtet in Detmold zwischen verschneiten Bäumen in der Sonne")<figcaption class="image-element__caption"><div class="image-element__description typo-body-compact-sm-medium u-richtext">Das Hermannsdenkmal wurde zur Erinnerung an die Schlacht im Teutoburger Wald erbaut, in der "Hermann der Cherusker" das römische Heer besiegte</div><div class="image-element__credits typo-body-compact-xs">© picture alliance / dpa | Bernd Thissen</div><div class="image-element__credits typo-body-compact-xs">  
</div></figcaption></figure>Inklusive des Kuppelunterbaus **ist sie mit rund 54 Metern die höchste Statue Deutschlands** und weist gleichzeitig auf die geschichtliche Bedeutung von Arminius hin. Sein Schwert trägt die Inschrift: "Deutsche Einigkeit meine Stärke – meine Stärke Deutschlands Macht".

So wird der Cheruskerfürst oftmals als der "erste Deutsche" und Wegbereiter Europas bezeichnet. Ohne den Sieg in der Varusschlacht wäre die Entwicklung der Gebiete oberhalb des Rheins anders verlaufen. Nach Ansicht von Historikern wurde dadurch die Romanisierung verhindert und damit das Deutsche als Sprache bewahrt. Zudem machte der nachfolgende Rückzug der Römer den Weg für das Frankenreich frei: 500 Jahre später unter der Regentschaft Karls des Großen die wichtigste Reichsbildung in Europa seit der Antike.

**Arminius wird zu "Hermann der Cherusker"**

Wenn auch in der Vergangenheit von Arminius vieles ungeklärt und nebulös ist, so ist doch zumindest klar, wie der Cheruskerfürst zu "Hermann" werden konnte**.** **Das Umtaufen wird Martin Luther zugeschrieben**. Er soll die lateinische Bezeichnung für "Anführer im Krieg" (dux belli) kurzerhand in "Heer Mann" übersetzt haben.

Was auch immer die Beweggründe von Arminius waren, den römischen Statthalter Varus in den Hinterhalt zu locken – erreicht hat er sein Ziel nicht. Im Jahr 21 nach Christus wird der Urgermane von Verwandten umgebracht.

Quellen:

-&gt; Posadas, Juan Luis: Julius Caesar: Politik, Leidenschaft und die Macht der Liebe im antiken Rom, in: nationalgeographic online, online verfügbar seit 05.10.2023 unter: [https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2023/10/julius-caesar-politik-leidenschaft-und-die-macht-der-liebe-im-antiken-rom](https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2023/10/julius-caesar-politik-leidenschaft-und-die-macht-der-liebe-im-antiken-rom), zuletzt geprüft am 29.05.2025.

-&gt; Stapel, Helmut: <span class="title__headline typo-headline-sc-2xl-alt">Hermann der Cherusker: Der Mann, der die Weltmacht Rom herausforderte, in: geo.de, online verfügbar seit 21.10.2022 unter: [https://www.geo.de/wissen/weltgeschichte/hermann-der-cherusker--wie-er-rom-herausforderte-32830926.html](https://www.geo.de/wissen/weltgeschichte/hermann-der-cherusker--wie-er-rom-herausforderte-32830926.html), zuletzt geprüft am 09.12.2025.</span>

# Massaker an Usipetern und Tenkterern (55 v. Chr.)

#### Übersicht/Zusammenfassung

#### Inhaltsverzeichnis

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##### Inhalt

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Verlinkungen:

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Quellen:

Internetquellen

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Sekundärliteratur

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# Persönlichkeiten

#### Inhaltsverzeichnis

1. Varus
2. Arminius
3. Marcus Vipsanius Agrippa

##### 1. Varus

<div class="contentbox_two" id="bkmrk-publius-quin%28c%29tiliu"><div class="second"><div class="varus_pers">  
Publius Quin(c)tilius Varus</div><div class="varus_pers">  
47/46 v. Chr. - Teutoburger Wald 9 n. Chr. (Suizid)  
unter Augustus zum römischen Statthalter (Legatus Augusti pro praetore) am Rhein ernannt</div></div><div class="third"> </div></div><div class="contentbox_one" id="bkmrk-die-familie-des-publ"><div class="second">Die Familie des Publius Quinctilius Varus zählte zu den ältesten Geschlechtern Roms. Einer Legende nach gehörte sie zum Uradel von Alba Longa, der Nachbarstadt Roms, und soll wie die Familie der Iulier unter dem sagenhaften König Tullius Hostilius nach Rom übergesiedelt sein. Aus der späten Republik ist Sextus Quinctilius Varus, der Vater des Publius Quinctilius Varus, bekannt, der auf Seiten der Republikaner in den Bürgerkriegen kämpfte und nach der Niederlage gegen Octavius bei Philippi 42 v. Chr. den Freitod wählte.  
  
Publius Quinctilius Varus, der beim Tod seines Vaters erst vier Jahre alt war, wurde vermutlich in der Familie eines Verwandten erzogen. Hier könnte er in engen Kontakt zu den berühmten Dichtern Vergil und Horaz gekommen sein. Wie viele vornehme Römer schlug Varus eine Laufbahn im römischen Staatsdienst ein und brachte es bereits als junger Beamter zu hochrangigen Positionen. So begleitete er als "Quaestor Augusti" in den Jahren 22-19 v. Chr den Prinzeps auf dessen Reise in den östlichen Teil des Imperiums, die mit der Übergabe der unter Marcus Licinius Crassus und Marcus Antonius an die Parther verlorenen römischen Feldzeichen endete. Auch an den Alpenfeldzügen im Jahr 15 v. Chr. nahm Varus vermutlich in führender Position teil. Die jüngst revidierte Lesung der Ritzinschrift auf einer Bleischeibe aus dem römischen Kastell in Dangstetten am Hochrhein weist auf eine Verbindung von Varus als "Legatus legionis" der 19. Legion hin. Diese Truppeneinheit war im Rahmen des Feldzuges zeitweilig im genannten Lager stationiert und ging später in der Varusschlacht mit ihm unter.  
  
Im Jahr 13 v. Chr. bekleidete Varus gemeinsam mit Tiberius (Stiefsohn und Amtsnachfolger des Augustus) das Konsulat, das offiziell höchste Amt im römischen Staat. Die beiden Konsuln beschlossen in jenem Jahr den Bau der Ara Pacis, des augusteischen Friedensaltars in Rom. Danach legte er zunächst eine fünfjährige Ämterpause ein. Varus konnte seine Herkunft und Ausbildung also für eine steile Karriere nutzen, die ihn in die höchsten Staatskreise führte. Seine Ehen bezeugen ebenfalls eine enge Verbindung zum Herrscherhaus. Er heiratete in erster Ehe die Tochter von Marcus Vipsanius Agrippa, dem Freund, Kampfgefährten und Schwiegersohn des Augustus. Nach ihrem Tod heiratete er um 7 v. Chr. Claudia Pulchra, eine Großnichte des Augustus.  
  
8/7 v. Chr. war er als Statthalter der römischen Provinz Africa proconsularis tätig. Aus der Zeit der Verwaltung dieser wohlhabenden und prestigeträchtigen Provinz liegen Münzen aus den Städten Achulla und Hadrumetum vor, die das einzige überlieferte Porträt des Varus zeigen. Von 7/6-4 v. Chr. übernahm er die Verwaltung der Provinz Syria mit dem Oberbefehl über die dort stationierten vier Legionen. Syria lag an der Grenzregion zum Partherreich und war eingebettet in ein System von Königreichen, deren Herrscher den Römern loyal ergeben waren. Varus hatte somit neben der Provinzadministration und militärischen Sicherung auch als Diplomat des Augustus die Vorgänge in diesen Klientelreichen zu überwachen. Als im Klientelreich Judäa Unruhen im Zuge der Nachfolgeregelung des 4 v. Chr. verstorbenen Königs Herodes d. Gr. ausbrachen, griff Varus mit seinen Soldaten ein. Nach der Niederschlagung des Aufstandes ließ er angeblich 2000 Aufständische ans Kreuz schlagen.  
  
Über den weiteren Lebenslauf des Varus nach der Statthalterschaft in Syria liegen keine Quellen vor. Erst gegen 6/7 n. Chr. tritt er als "Legatus Augusti pro praetore", als Statthalter mit Befehlsgewalt, in Gallien und Germanien wieder in Erscheinung. Nach dem abgebrochenen Angriff auf das Markomannenreich und König Marbod verließ Tiberius Germanien, um einen Aufstand in Pannonien niederzuschlagen. Varus übernahm den Oberbefehl über die verbliebenen Rheinlegionen. Zu seinen Aufgaben gehörte neben der militärischen Sicherung auch die Einführung des römischen Rechts- und Steuersystems im befriedeten rechtsrheinischen Gebiet. Auf größere Widerstände in der Bevölkerung Germaniens zu treffen, wurde nicht erwartet. Der Aufbau eines römischen Verwaltungssystems, der Ausbau der Infrastruktur und die Gründung von zivilen Handelssiedlungen sowie der Abbau des Rohstoffes Blei verweisen auf eine voranschreitende Provinzialisierung des Gebietes zwischen Rhein und Elbe. Im Herbst des Jahres 9 n. Chr. wurde der Heereszug des Varus, der sich im Wesergebiet aufgehalten hatte, von einer Truppe verbündeter germanischer Stämme unter der Führung des Cheruskers Arminius in eine Falle gelockt und ausgelöscht. Drei Legionen, die 17., 18. und 19. mit drei Reiter- und sechs Infanterieeinheiten sowie ein Wagentross mit Zivilpersonen gingen verloren. Als besondere Schmach fielen auch die nahezu kultisch verehrten Feldzeichen der Legionen den Angreifern in die Hände. Varus beging angesichts der katastrophalen Niederlage Selbstmord durch den Sturz in das eigene Schwert.  
  
Die antiken Quellen, und in Anlehnung daran auch ein Teil der modernen Forschung, werfen dem Statthalter Varus vor, seine Erfahrungen aus den Provinzen Africa und Syria auf das ihm völlig unbekannte Germanien ungeachtet der vorherrschenden Verhältnisse übertragen zu haben. Ihm werden übereilte Entscheidungen, arrogantes Auftreten und selbstgefällige Eingriffe in stammesinterne Angelegenheiten ohne Kenntnis der jeweiligen Sachlage bzw. der Hintergründe zur Last gelegt.  
  
Die Beurteilung der Person des Varus durch die antiken Schriftsteller fällt durchweg negativ aus. Sein Zeitgenosse Velleius Paterculus beschreibt Varus etwa zwei Jahrzehnte nach der Niederlage in Germanien als geldgierigen Statthalter, der sich während seines Amtes in Syria persönlich bereichert hatte. Er hielt Varus für einen eher schwächlichen Müßiggänger und unschlüssigen Feldherrn. Bei den Historiografen, die sich ab dem 2. Jh. mit Varus befassten, trifft ein schwächlich und unschlüssig agierender römischer Feldherr mit grausamer Gesinnung und sorg- sowie ahnungslosem Verhalten ohne Fingerspitzengefühl auf seine germanischen Gegner. Bei der Beurteilung dieser Überlieferungen muss jedoch der große zeitliche Abstand zu den Ereignissen sowie die unterschiedliche Intention der Autoren berücksichtigt werden, die recht oft weit über das bloße Nacherzählen historischer Begebenheiten hinausreicht. Da die politische und gesellschaftliche Bedeutung der Familie der Quinctilier bald nach dem Tod des Varus schwindet, war es leicht, ihm im nachhinein ungehindert die Hauptschuld an dem militärischen Desaster zuzuschreiben, das zur Aufgabe der augusteischen Germanienpolitik beitrug. Ohne diese Funktion als "Sündenbock" der Auflehnung germanischer Stämme gegen die römische Herrschaft wäre die Kritik an der verlustreichen Expansionspolitik im Norden des Reiches direkt auf Augustus zurückgefallen. Eine Herabwürdigung der Leistung und des Auftretens des Varus war ebenso ein dankbares Stilmittel, um den Ruhm anderer Befehlshaber aufzuwerten oder mit dem "moralischen Zeigefinger" einen Gegensatz zwischen dem tapferen germanischen Krieger, allen voran Arminius, und dem dekadent-verweichlichten Römer Varus aufzubauen.  
  
Die Ursachen für die Gründe des Scheiterns der Provinzialisierung Germaniens, dessen deutlichstes Vorzeichen die militärische Erhebung unter Arminius gegen den amtierenden Abgesandten des Augustus darstellt, liegen sicher nicht allein in der Person oder dem Verhalten des Publius Quinctilius Varus begründet. Mögen vielleicht Unzulänglichkeiten in der Erfahrung des Statthalters für seine Aufgaben in Germanien vorhanden gewesen sein, zeigt sich Varus insgesamt aufgrund seiner Vita aber als durchaus erfahrener Militär und Provinzverwalter, weshalb ihn Augustus auch mit dieser Aufgabe betraut haben dürfte. Im Jahr 9 n. Chr. kann damit wohl nicht nur dem Statthalter Varus, sondern auch Augustus eine an Überheblichkeit grenzende Sorglosigkeit im Bezug auf die Grundstimmung innerhalb der Stammesverbände Germaniens attestiert werden. Als Arminius begann, die unruhigen germanischen Verbände anzuführen und zielgerichtet zusammenzuhalten, kam ihm diese Sorglosigkeit vor ernsthafter Gegenwehr überaus gelegen. Offenbar hat es Arminius perfekt verstanden, seine Kenntnisse der römischen Lebensart und Denkweise absolut passend für seine Interessen einzusetzen, um weder bei seinen Anhängern als Klient der Römer zu gelten, noch die Arglosigkeit des Varus ihm und seinen Absichten gegenüber zu erschüttern.</div></div>##### 2. Arminius 

Arminius

<div class="contentbox_three" id="bkmrk-18%2F17-v.-chr.---19%2F2"><div class="second"><div class="varus_pers">  
18/17 v. Chr. - 19/21 n. Chr. (ermordet)  
Sohn des Fürsten Segimer vom germanischen Stamm der Cherusker</div></div><div class="third"> </div></div><div class="contentbox_one" id="bkmrk-%C2%A0-die-%C3%9Cberlieferungs"><div class="first"> </div><div class="second">Die Überlieferungslage zu den Lebensdaten und einzelnen Aspekten der Person des Arminius ist sehr dünn. Sie ist zudem ausschließlich durch römische Autoren geprägt, da die Germanen keine Schriftkultur besaßen.  
  
Arminius entstammte einer der führenden Familien seines Stammes. Sein Vater Segimer stand wie sein Onkel Inguiomer auf der Seite der Römer und führte die prorömische Partei unter den Cheruskern an. Arminius, der vielleicht eine gewisse Zeit in Rom gelebt hat, diente (wie auch sein Bruder Flavus) im römischen Heer als Führer germanischer Verbände, wobei er gewiss tiefe Einblicke in das römische Militärwesen sammeln konnte. In dieser Zeit wurde ihm das römische Bürgerrecht und der Rang eines Ritters verliehen und er erlernte die lateinische Sprache. Augustus, der die Expansion des römischen Reiches mithilfe der Kombination von militärischer Gewalt und politischer Kooperation erreichen wollte, betrieb diese Art der Romanisierung künftiger Führungsgenerationen außerrömischer Herrscherfamilien, um so vielleicht aus Gegnern zukünftige Klientelherrscher der Römer zu machen.  
  
Wahrscheinlich war Arminius in den Jahren 6-7 n. Chr. mit seinem Verband an der Niederschlagung des Pannonischen Aufstandes unter Tiberius beteiligt. Danach kehrte er wohl in das Stammesgebiet der Cherusker zurück, wo innerhalb der Führungsschicht Auseinandersetzungen über das künftige Verhältnis zu Rom stattfanden. Arminius dürfte sich in dieser Zeit wohl zum Wortführer des antirömischen Familienparts aufgeschwungen haben. Diese Haltung führte später zu einer Gegnerschaft mit dem prorömischen Segestes, der ebenfalls ein führender Mann im Stamm der Cherusker war. Zu einem offenen Konflikt mit Segestes führte die Hochzeit des Arminius mit Thusnelda, der Tochter des Segestes, der dieser Verbindung nicht zugestimmt hatte. Die schwangere Thusnelda wurde von ihrem Vater später an Germanicus ausgeliefert, wodurch auch Thumelicus, der Sohn des Arminius, im römischen Exil aufwuchs.  
  
Während der Statthalterschaft des Publius Quinctilius Varus leitete Arminius heimlich den Aufstand gegen die römische Besatzung in die Wege. Den Quellen zufolge herrschte in den unterworfenen germanischen Stämmen eine unterschwellige Ablehnung der römischen Kultur zugunsten der eigenen Traditionen und ein Unwille, sich der fremden Gesetzgebung und Steuerforderung zu unterstellen. Nicht zuletzt dürfte das wiederholte Eingreifen römischer Feldherren in Stammesfehden für Feindseligkeiten gesorgt haben. Arminius Angriffsplan auf den römischen Statthalter fand in den Stämmen der Cherusker, der Brukterer, Chatten, Chauken und Marser Zustimmung. Durch häufige Aufenthalte im römischen Lager dürfte er Varus, der ihn durch sein römisches Bürgerecht, seinen Rang als römischer Ritter sowie die Vertrautheit mit römischer Lebensart und der lateinische Sprache als Verbündeten nicht infrage gestellt haben wird, in einer vermeintlichen Sicherheit gewogen haben.  
  
9 n. Chr. führte Arminius den durch eine bewusste Fehlmeldung über Unruhen alarmierten Statthalter mit seinem Heereszug in eine Falle. In den Vorbereitungen zeigte er sich als geschickt planender Feldherr. Einerseits gelang es ihm, Kämpfer aus verschiedenen germanischen Stämme unter seinem Oberbefehl zu einer Armee zusammenzubringen, andererseits hatte er Örtlichkeit und Taktik des Übergriffs speziell gegen die Vorteile der Ausrüstung und Kampftaktik der römischen Militärmacht ausgerichtet. In einem mehrtägigen Kampf, der in die römische Geschichte als "clades Variana" einging, erreichte Arminius das Ungeahnte: Drei römische Legionen mit drei Reitereinheiten und sechs Kohorten, insgesamt 15.000 bis 20.000 schwerbewaffnete Soldaten wurden vernichtend geschlagen. Trotz dieser überraschenden und gravierenden Niederlage für die Militärmacht Rom schaffte Arminius es nur kurzfristig, die Römer an die Rheingrenze zurückzudrängen. Vielmehr erneuerte er dadurch den römischen-germanischen Konflikt. Unter dem Kommando des Tiberius wurde die Rheinarmee zusätzlich auf acht Legionen aufgestockt und verheerende Vorstöße gegen germanisches Siedlungsgebiet unternommen. Da Arminius diese Auseinandersetzungen mit den Römern sicherlich erwartet hatte, versuchte er in der Folge mit dem Markomannenkönig Marbod, dem er zuvor das abgetrennte Haupt des Varus geschickt hatte, ein größeres Militärbündnis zu schließen. Marbod, der einen Friedensvertrag mit Augustus geschlossen hatte, verweigerte das Angebot.  
  
Nachdem Augustus im Jahre 13 n. Chr. den Oberbefehl über die Rheinlegionen an Germanicus übergeben hatte, versuchte dieser zwischen 14 n. Chr. und 16 n. Chr. mit großem Heeresaufgebot vergeblich, die Germanen militärisch wieder in die Knie zu zwingen. Zwar stieß Germanicus bis weit in das rechtsrheinische Gebiet vor, aber es gelang Arminius sich in mehreren Auseinandersetzungen mit dem römischen Heer (bei Idistaviso und am sogenannten Angrivarierwall) durch taktisches Vorgehen zu behaupten. Eine zweite militärische Katastrophe vom Ausmaß der Varusschlacht bahnte sich an, als der Heerführer Aulus Caecina nach einer Offensive mit Germanicus im Stammgebiet der Cherusker mit vier Legionen in einen Hinterhalt des Arminius geriet. Allerdings verhinderten vorschnelle Angriffe der germanischen Verbände Arminius den Sieg. Trotz der militärischen Erfolge des Germanicus, der zwei verlorene Feldzeichen der Varusarmee sicherstellen und einige abtrünnige Stämme wie etwa die Chauken und Chatten wieder unterwerfen konnte, überwogen nach kurzer Zeit die Verluste an Soldaten und Material durch die Auseinandersetzungen mit den Germanen. Hinzu kamen herbe Verluste durch Unwetter bei Flottenmanövern. Im Jahr 17 n. Chr. wurde Germanicus nach Rom zurückbeordert und der eher vorsichtig agierende Tiberius, der mittlerweile in die Nachfolge des Augustus getreten war, stellte weitere Expansionsbestrebungen in die rechtsrheinischen Gebiete ein.  
  
Die germanische Koalition unter der Führung des Arminius setzte sich über die Jahre aus Angehörigen vieler Stämme zusammen: Neben Cheruskern sind Brukterer, Usipeter, Chatten, Chattuarier, Tubanten, Angrivarier, Mattiaker und Lander vertreten. Dennoch hatte Arminius weder eine nationale Erhebung der Germanen, die sich nicht als "Volk der Germanen", noch als Nation verstanden, oder die Schaffung eines eigenen Großkönigreich vor Augen. Sein Aufstand gegen die Römer mag zuerst auf die Stärkung seiner Machtposition innerhalb der führenden Familie der Cherusker abgezielt haben. Seine Gegnerschaft zu den Vertretern der prorömischen Partei, angeführt wohl durch Segestes, oder die Treue seines Bruders Flavus zum römischen Militär zeigt an, dass die führende Familie der Cherusker aufgrund ihrer Haltung gegenüber der römischen Besatzung tief gespalten war. Unter den Römern hätte Arminius wohl eine dem privilegierten Segestes untergeordnete Position beziehen müssen. Eventuell kann ihm eine Tendenz zu einer monarchischen Herrschaft auch über die Stammesgrenzen hinaus zugeschrieben werden. Dazu kam ihm als Oberbefehlshaber über Truppen aus den Nachbarstämmen der Kampf gegen einen gemeinsam definierten Feind sehr entgegen. Die Vertreibung der Römer aus Germanien war möglicherweise nicht - oder zu Beginn der Auseinandersetzungen noch nicht - sein Ziel. Trotz auf militärische Einrichtungen in Germanien ausgerichtete Angriffe nach der Niederlage des Varus, erfolgte kein Angriff auf die Rheingrenze. Auch agierte Arminius weiterhin ausschließlich im eigenen und unmittelbar benachbarten Stammesgebiet und überließ Militäroffensiven eher der Armee des Germanicus. Ein "Befreier Germaniens", wie Tacitus ihn in der Rückschau nennt, war Arminius damit wohl nicht. Allerdings hat er durch die Varusschlacht Ereignisse in Gang gebracht, die letztendlich in die Aufgabe der Befriedung und Provinzialisierung Germaniens unter Tiberius mündeten. Nach dem Abzug der Römer verfielen die Cherusker unter Arminius wieder in Auseinandersetzungen mit anderen Stammesverbänden, vielleicht mit den ehemals verbündeten Stämmen, die während der Rachefeldzüge des Germanicus abermals die Seiten gewechselt hatten. Auch eine wachsende Rivalität mit dem Markomannenkönig Marbod und ein siegreicher Feldzug gegen ihn sind überliefert. Nach Ausweis des Tacitus wurde Arminius letztendlich sein Machtstreben zum Verhängnis, als er im Jahr 19 n. Chr. (oder 21 n. Chr.), von seinen Verwandten ermordet wurde.</div></div><div class="second" id="bkmrk-"></div><div class="second" id="bkmrk--1"></div>##### 3. Marcus Vispanius Agrippa

[![image.jpeg](https://wiki.pickablue.info/uploads/images/gallery/2025-12/scaled-1680-/GsAimage.jpeg)](https://wiki.pickablue.info/uploads/images/gallery/2025-12/GsAimage.jpeg)

Mar­cus Vip­sa­ni­us Agrip­pa, ein her­aus­ra­gen­der Staats­mann des au­gustei­schen Zeit­al­ters, leg­te mit bau- und be­völ­ke­rungs­po­li­ti­schen Maß­nah­men wich­ti­ge Grund­la­gen für die Be­frie­dung und die zi­vi­li­sa­to­ri­sche Er­schlie­ßung des von rö­mi­schen Trup­pen er­ober­ten Rhein­lan­des.

Mar­cus Vip­sa­ni­us Agrip­pa wur­de 64/ 63 vor Chris­tus in Dal­ma­ti­en ge­bo­ren und ent­stamm­te ei­ner rit­ter­li­chen, aber nicht ade­li­gen Fa­mi­lie. Er war so­mit nach rö­mi­schen Maß­stä­ben ein so­zia­ler Auf­stei­ger, ein so ge­nann­ter ho­mo no­vus. Schon von frü­her Ju­gend an war er mit Gai­us Oc­ta­vi­us (63 vor Chris­tus -14 nach Chris­tus), dem spä­te­ren Kai­ser Au­gus­tus, eng be­freun­det und war des­sen ent­schie­de­ner Par­tei­gän­ger in den Bür­ger­krie­gen nach der Er­mor­dung Gai­us Ju­li­us Cae­sars (100-44 vor Chris­tus).

Agrip­pas her­aus­ra­gen­de Leis­tung war sein Sieg als Flot­ten­be­fehls­ha­ber über Oc­ta­vi­ans Ri­va­len Mar­cus An­to­ni­us (83-30 vor Chris­tus) in der al­les ent­schei­den­den See­schlacht bei Ac­ti­um 31 vor Chris­tus, wo­durch die Vor­aus­set­zung des Auf­stiegs Oc­ta­vi­ans zum ers­ten Mann im Staa­te ei­gent­lich erst ge­schaf­fen wur­de. Fort­an wur­de Agrip­pa, der nicht nur mi­li­tä­risch, son­dern auch or­ga­ni­sa­to­risch hoch be­fä­higt war, vom nun­meh­ri­gen Kai­ser Au­gus­tus mit ex­po­nier­ten und wich­ti­gen staat­li­chen Auf­ga­ben be­traut, durch die er zu ei­nem in­of­fi­zi­el­len Mit­re­gen­ten avan­cier­te. Die­se her­aus­ra­gen­de Po­si­ti­on fand nicht zu­letzt dar­in ih­ren Aus­druck, dass Agrip­pa in die nun kai­ser­li­che Fa­mi­lie ein­ge­bun­den wur­de, in­dem er Ju­lia, die Toch­ter des Au­gus­tus, 21 vor Chris­tus hei­ra­te­te und seit­dem auch de iu­re als zwei­ter Mann im Staa­te fun­gier­te.

Die­se fa­mi­liä­re An­bin­dung war in­so­fern wich­tig, als Agrip­pa ver­gleichs­wei­se be­schei­de­nen Ver­hält­nis­sen ent­stamm­te. Ei­ne Toch­ter aus die­ser Ehe, Agrip­pi­na die Äl­te­re (14 vor Chris­tus - 33 nach Chris­tus), hei­ra­te­te den kai­ser­li­chen Feld­herrn Ne­ro Clau­di­us Ger­ma­ni­cus (15 vor Chris­tus - 19 nach Chris­tus), de­ren Toch­ter Agrip­pi­na die Jün­ge­re zur Na­mens­ge­be­rin der Stadt [Köln](https://rheinische-geschichte.lvr.de/link/DE-2086/lido/57cd5d2f2acc68.36305193 "Köln") wur­de.

Im Rhein­ge­biet hielt sich Agrip­pa zwei­mal auf: Das ers­te Mal 39/ 38 vor Chris­tus als Statt­hal­ter, wo­bei er zur Kon­so­li­die­rung der un­ter Cä­sar neu ge­won­ne­nen Ter­ri­to­ri­en bei­trug, das zwei­te Mal mit mi­li­tä­ri­schem Kom­man­do 20/ 19 vor Chris­tus. In dem letzt­ge­nann­ten Zeit­raum ver­an­lass­te er die Über­sied­lung des ger­ma­ni­schen Stam­mes des [Ubier](https://rheinische-geschichte.lvr.de/Verzeichnisse/Glossar/U#term-902) aus dem Lahn­ge­biet in den Raum des heu­ti­gen Köln, wo­bei die­ser den Rö­mern freund­schaft­lich ver­bun­de­ne Stamm die Grenz­si­che­rung am Rhein zu über­neh­men hat­te. Da­durch wur­de in die­ser Re­gi­on ein ge­fähr­li­ches Va­ku­um aus­ge­füllt, da sie durch Cä­sars Ver­nich­tungs­krieg ge­gen die kel­ti­schen [Ebu­ro­nen](https://rheinische-geschichte.lvr.de/Verzeichnisse/Glossar/E#term-118) 53 vor Chris­tus weit­ge­hend ent­völ­kert war. Als zen­tra­ler Ort der nun­mehr links­rhei­ni­schen Ubier wur­de das [op­pi­dum](https://rheinische-geschichte.lvr.de/Verzeichnisse/Glossar/O#term-390) Ubio­rum an­ge­legt, die Keim­zel­le des heu­ti­gen Köln. Dort wur­de im Jah­re 15 nach Chris­tus Agrip­pas En­ke­lin Agrip­pi­na ge­bo­ren, die 50 nach Chris­tus als Gat­tin des Kai­sers Clau­di­us die Er­he­bung ih­res Ge­burts­orts zu ei­ner rö­mi­schen Ve­te­ra­nen­ko­lo­nie ver­an­lass­te, der Co­lo­nia Clau­dia Ara Agrip­pi­nen­si­um. So­mit leb­te Agrip­pas Na­me in der Be­zeich­nung der neu­en Stadt mit­tel­bar fort.

Es ist an­zu­neh­men, dass von Agrip­pa wich­ti­ge An­stö­ße für die rö­mi­schen Er­obe­rungs­krie­ge ge­gen die auf rechts­rhei­ni­schem Ge­biet sie­deln­den ger­ma­ni­schen Stäm­me ab dem Jahr 12 vor Chris­tus aus­gin­gen, die er aber selbst nicht mehr er­leb­te. Agrip­pa starb, erst 51-jäh­rig, 12 vor Chris­tus in Kam­pa­ni­en. Da­durch wur­de im au­gustei­schen Herr­schafts­ge­fü­ge ei­ne un­er­setz­li­che Lü­cke ge­ris­sen. Agrip­pas gleich­alt­ri­ger Freund und Schwie­ger­va­ter Au­gus­tus über­leb­te ihn um mehr als ein Vier­tel­jahr­hun­dert und muss­te noch das weit­ge­hen­de Schei­tern der rö­mi­schen Er­obe­rungs­po­li­tik in Ger­ma­ni­en er­le­ben.

##### Verlinkungen:

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##### Quellen:

**Internetquellen**

-&gt; [https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=844&amp;url\_tabelle=tab\_websegmente#32](https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=844&url_tabelle=tab_websegmente#32), zuletzt geprüft am 09.12.2025.

-&gt; [https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=844&amp;url\_tabelle=tab\_websegmente#32](https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=844&url_tabelle=tab_websegmente#32), zuletzt geprüft am 09.12.2025.

-&gt; Wirtler, Lars, Marcus Vipsanius Agrippa, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/marcus-vipsanius-agrippa/DE-2086/lido/57a9dc8616b181.69685305 (abgerufen am 09.12.2025).

**Sekundärliteratur**

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