Wusstest-Du-Schon-Fakten
Römische Geschichte
- Limes
- Gladiatoren
- Römische Gesellschaft
- Militär
- Herrscher und Persönlichkeiten
- Bauwerke und Architektur
Limes
- Die Mauern der Wachtürme waren von außen weiß verputzt und mit roten Fugen bemalt. Mit den grellen Farben waren sie schon aus größerer Distanz sichtbar. Feinden wurde somit die römische Militärpräsenz vor Augen geführt und den Römern dienten sie als Orientierungspunkte.
- Die Auxiliartruppen bestanden aus unterworfenen Stämmen und damit diese sich nicht mit lokalen Aufständischen verbünden wurden sie an entlegene Orte gesendet. So kam es dazu, dass Germanen in Gebieten des heutigen Spaniens dienten und andersherum Spanier an der Rheingrenze patrouillierten.
- An einigen Tierknochenfunden wurden Bissspuren gefunden. Dies lässt darauf schließen, dass die Wachsoldaten sich Hunde hielten.
-
Obwohl Kaiser Domitian nur kleine Gebietsgewinne gegen die germanischen Stämme erzielen konnte, ließ er sich dafür groß feiern. Er ließ Münzen mit seinem Abbild und dem Spruch ,,Germanien ist besiegt‘‘ (lat. germania capta) prägen und beanspruchte sogar erstmals in der Geschichte der römischen Kaiser den Beinamen Germanicus.
-
Im Limesabschnitt um Dambach wurde 1894 eine spektakuläre Entdeckung gemacht. Die Limeskommission hat im Dambacher Kreutweiher ein Fundament aus 2.000 Holzpfählen entdeckt, die in den Morast gerammt wurden, um darauf die Limesmauer zu errichten.
-
Ein kurioser Fund des Tempelschatzes von Weißenburg ist ein eiserner Klappstuhl, der sich in der Länge und in der Breite zusammenfalten lässt.
- Gegen Ende der Regierungszeit Kaiser Konstantins (zw. 270 u. 288 - 337) bestand das Feldheer in Gallien aus 75.000 Soldaten, von denen die meisten Germanen waren. Der immense Bedarf an Männern sorgte dafür, dass Germanen aus den verschiedenen Stämmen angeworben wurden im römischen Heer als Hilfstruppe zu dienen. Germanische Heerführer konnten in der Hierarchie aufsteigen und sorgten zusammen mit ihren Truppen für das Entstehen einer Militäraristokratie innerhalb der römischen Heeresorganisation.
- Spätantike Kastelle unterscheiden sich von denen der frühen und mittleren Kaiserzeit stark in der Konstruktion. Sie sind im Vergleich als festungsähnliche Wehrbauten konstruiert worden und weniger als Kontroll- und Versorgungspunkte. Ihre Mauern und Türme waren höher und auch die Fundamente lagen tiefer in der Erde, außerdem standen sie im Vergleich meist auf Anhöhen oder direkt an Flussläufen.
- Den Begriff Limes im Sinne einer militärisch besetzten Grenze verwendete erstmals der römische Geschichtsschreiber Tacitus. In seinem Werk ,,Germania'' Anfang des 2. Jahrhunderts n. Chr.
- Eine der frühesten Beschreibungen des Limes stammt vom römischen Militärschriftstellers Sextus Julius Frontinus. Er berichtete folgendes 83 n. Chr.: ,,Als die Germanen nach ihrer Gewohnheit aus Waldschluchten und dunklen Verstecken heraus die Römer immer wieder überfielen und dabei einen sicheren Rückzug in die Tiefen des Waldes hatten, ließ Kaiser Domitian mehrere breite Schneisen (limites) 120 Meilen (177,6km) in den Wald vortreiben. Er bewirkte dadurch nicht nur eine Veränderung in der Art der Kriegsführung, sondern auch, dass die Feinde, deren Schlupfwinkel er bloßgelegt hatte, sich ihm unterwarfen.''
- Vor der systematischen Erforschung des Limes waren die Überreste auch als Teufelsmauern bekannt.
- In der julisch-claudischen Zeit (27 v. Chr. - 68 n. Chr.) kam es zu einer strategischen Wende im Umgang mit germanischen Stämmen. Nach der Niederlage gegen die Cherusker unter Arminius in der Varusschlacht 9. n. Chr. bevorzugte Kaiser Augustus die Annäherung an germanische Stämme. Sie sollten bewusst an die Rheinlinie angesiedelt und von Rom abhängig gemacht werden. So wurden Rom wohlgesonnene Stämme wie bspw. die Mattiaker, Nemeter und Triboker zunehmend an den Limes angesiedelt.
- Auch gab es militärische Kollaborationen mit germanischen Stämmen. Der obergermanische Statthalter Caius Antonius Saturnius erhob sich bspw. zusammen mit den Chatten gegen Kaiser Domitian. Allerdings konnten Sie nicht gegen die Truppen des niedergermanischen Statthalters Aulus Bucius Lappius Maximus eingreifen, weil durch das Eistreiben auf dem Rhein eine Überquerung unmöglich war.
- Der Bäderbetrieb in Wiesbaden und Baden-Baden war für die Römer kostspielig. Deswegen wurde u.a. das Limeshinterland mit Neusiedlern aus Gallien und Veteranen der Limestruppen besiedelt.
- Viele germanische Überfälle auf das Limesgebiet lassen sich mit ökologischen Gründen erklären. Im Zuge von Trockenperioden kam es zu schlechten Ernten und vermindertem Holzwachstum. Die Römer konnten diese Umweltbedingungen problemlos mit ihrer Wirtschaft und Logistik auffangen. Die germanischen Stämme wiederum waren dadurch gezwungen in römisches Gebiet einzudringen.
- Nicht nur durch den Zugewinn von Waren und die Neuansiedlung von Menschen beschäftigte die römische Grenzkontrolle. Vor dem Hintergrund von Schmuggel und Diebstahl ist ein Anstieg der Beneficiarier-Stationen am Limes ab der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. zu beobachten.
- Der Schlafraum der Legionäre in einem Truppenlager wurde als papilio bezeichnet. Dieser Begriff bezeichnet eigentlich einen Schmetterling und ist eine Anspielung auf die Unterkünfte des republikanischen Heeres im Feld. Dort waren die Soldaten bei Nacht in Zelte untergebracht, deren Form des Segeldachs an Schmetterlingsflügel erinnerten.
Internetquellen:
Sekundärliteratur:
Graichen, Gisela: Limes. Roms Grenzwall gegen die Barbaren. Frankfurt a. M. 2009.
Reuter, Marcus; Thiel, Andreas: Der Limes. Auf den Spuren der Römer, Darmstadt 2015.
Schallmayer, Egon: Der Limes. Geschichte einer Grenze, Beck'sche Reihe 2318, 4. aktualisierte Auflage 2023.
Gladiatoren
Römische Gesellschaft
- Durch die vielen Feldzüge und die damit einhergehenden Kriegsgefangenschaften gab es im 2. Jh. n. Chr. mehr Sklaven als römische Bürger in Rom.
- Die Römer verbrannten ihr Toten an speziell dafür vorgesehenen Orten auf Scheiterhaufen. Den verstorbenen Personen wurden zusammen mit dem Behältnis der Asche persönliche Beigaben mit ins Grab gegeben, worunter auch Teller und Schalen mit Lebensmitteln waren. Diese dienten als Proviant für die Reise ins Jenseits.
-
Im Römischen Reich galt die „Feigenhand“ – eine Geste mit Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger – als obszöne Beleidigung. Sie symbolisierte weibliche Genitalien und wurde benutzt, um böse Geister abzuwehren oder jemanden zu verhöhnen. Ironischerweise tauchte sie auch als Glücksbringer auf Amuletten auf – Schutz durch Provokation.
Quellen:
Scheid, John; Guillerat, Nicolas: Rom verstehen. Das römische Reich in Infografiken, München 2024.
Schallmeyer, Egon: Der Limes. Geschichte einer Grenze (Beck'sche Reihe 2318), München 2023.
Militär
- Die Parolen im Legionslager wechselten täglich. Sie bestanden aus einem kurzen Satz und dienten als Sicherheitsvorkehrung. Für den Fall eines feindlichen Angriffs, bspw. bei Nacht, konnten sich die Legionäre schnell anhand der Parole erkennen.
- Die Beförderung zum Zenturio benötigt die Empfehlung des Legaten oder des Statthalters und muss anschließend vom Kaiser bestätigt werden.
- Es gibt unterschiedliche Marschgeschwindigkeiten im römischen Militär. Der ,,militärische Schritt'' ist ein schneller Marsch von 6,8 km/h. Die normale Geschwindigkeit lag allerdings bei ca. 4-5 km/h.
- Römische Legionen waren nummeriert und besaßen neben auf den Standarten Legionsadler. Wurde eine Legion aufgerieben, sodass der Legionsadler verloren ging, wurde sie nicht mehr aufgestellt und die Nummer nicht mehr vergeben.
- Die gut ausgebauten Straßennetze der Legionen am Limes wurden den Römern zum Verhängnis, weil auch germanische Stämme über die gut ausgebauten Wege schnell ins Limeshinterland eindringen konnten.
- Die Selbstversorgung der Truppen am Limes ist durch einige Funde belegt worden. Ihr Brot stellten sie selbst her und außer Getreideresten wurden auch Rückstände von Linsen, Erbsen, Gerste, Hirse, Dinkel und Nacktweizen gefunden. Daraus stellten sie Getreideeintöpfe und Hülsenfrüchtebreis her. An manchen Stellen hielten sie sogar Schweine.
- Die Truppenstärke des Römischen Reiches zur Kaiserzeit belief sich auf etwa 400.000 bewaffnete Soldaten, mit 180.000 in den Legionen und 220.000 in den Auxiliareinheiten. Am Limes befanden sich circa 10.000 Legionäre an den Standorten Mainz und Straßburg und darüber hinaus weitere 30.000 verteilt auf die Garnisonen am Limes.
- Berittene Legionen konnten tägliche Distanzen von 60-100km zurücklegen. Dementsprechend groß war das Gebiet der Vorfeldaufklärung der Reitereinheiten.
- Die Truppenkasse befand sich im Keller des Kastells unterhalb des Fahnenheiligtums. Diebstahl war dort fast unmöglich. Doch falls es doch dazu kam wurde der Dieb mit dem Tode bestraft, denn er verging sich nicht nur an den Kameraden sondern auch am Kaiser höchstpersönlich, weil dessen religiöser Kult dort praktiziert wurde.
Quellen:
Matyszak, Philip: Legionär in der römischen Armee. Der ultimative Karriereführer, 4. unveränderte Auflage, Freiburg im Breisgau 2024.
Schallmeyer, Egon: Der Limes. Geschichte einer Grenze (Beck Wissen Nr. 2318), 4. aktualisierte Auflage, München 2023.
Herrscher und Persönlichkeiten
- Der Soldatenkaiser Severus Alexander wurde 245 n. Chr. von seinen eigenen Truppen ermordet, weil der junge Kaiser einen Feldzug gegen die Alamannen hinauszögerte und sich auf Verhandlungen einließ. Der germanische Stamm der Alamannen war zuvor ins Reich eingefallen.
- In der Heiligenvita des Severin von Noricum (410-482 n. Chr.) erfahren wir durch den Mönch Eugippius eine kuriose Geschichte über den Untergang des Römischen Reiches. Der Mönch beschreibt die Reise Severins an der Donau und dass er dort auf entlegene Truppen traf, die auf Soldzahlungen der römische Zentralmacht warteten. Sie wussten nicht, dass das Weströmische Reich bereits untergegangen war.
Bauwerke und Architektur
- Die Wachtürme der Legionäre am Limes waren von hoher baulicher Qualität. Es wurden Funde von Fenster- und Türeinfassungen gemacht, die zeigen dass man auf ein repräsentatives Äußeres durchaus Wert legte.
Quellen:
Schallmeyer, Egon: Der Limes. Geschichte einer Grenze (Beck'sche Reihe 2318), München 2023.