Martin Luther
Inhaltsverzeichnis
- Der Reformator erinnert sich. Luther und sein Vater (Quelle)
- Der Reformator als Sohn. Luther und seine Mutter. (Quelle)
- Der Reformator als Ehemann. Luther und seine Frau (Quelle)
1. Der Reformator erinnert sich. Luther und sein Vater
Kurzbeschreibung
Gegen 1482 brachte Hans Luder (Luther) († 1530) seine Frau, Margarethe, aus Eisenach (ihrem Geburtsort) nach Eisleben, wo 1483 ihr Sohn, Martin, geboren wurde. 1484 zog Hans mit seiner Frau und dem einjährigen Sohn in die Umgebung der Stadt Mansfeld, stieg ins Bergbaugeschäft ein und begann schließlich damit, Kupfer aus den umliegenden Minen zu schmelzen. Luders Geschäfte gingen gut genug, um den jungen Martin an die Universität nach Erfurt zu schicken. Der junge Luther studierte dort von 1501 bis 1505, brach aber schließlich sein Studium ab und widmete sich von da an dem klösterlichen Leben—eine Entscheidung, die seinen Vater erzürnte. Am 5. Juni 1530, nach dem Tod seines Vaters, schrieb Luther an seinen Kollegen und Mitarbeiter Philipp Melanchthon (1497–1560). In diesem Brief (nachfolgend wiedergegeben) bittet Luther Melanchthon um weitere Nachrichten vom Reichstag in Augsburg. Schließlich sinnt er über die Rolle seines Vaters in seinem Leben nach sowie über seine neue Stellung als Ältester der Familie Luther.
Quelle
Martin Luther an Philipp Melanchthon.
[Veste Coburg,] 5. Juni 1530.
Gnade und Frieden in Christo! Ich habe Dir im letzten Brief geschrieben, mein lieber Philippus, daß wir uns darüber ärgern, daß Ihr den Boten ohne Briefe habt zu uns zurückkehren lassen, da Ihr doch so viele Leute seid und fast alle des Schreibens kundig. Nun habt Ihr erneut einen Boten ohne Briefe weggehen lassen, zuerst Apels Boten und jetzt den Coburger Fuhrmann, der das Wildbret gebracht hat. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, ob Ihr so nachlässig oder indigniert seid, da Ihr doch wißt, daß wir hier in der Wüste sitzen wie auf dürrem Land und nach Euren Briefen lechzen, aus denen wir alles über Eure Sache erfahren wollen. Wir haben freilich gehört, der Kaiser habe den Augsburgern befohlen, ihr Kriegsvolk zu entlassen und die Absperrungsketten auf den Straßen abzureißen.
Vorgestern war Argula von Staufen hier, die von dem unvorstellbaren Pomp erzählt hat, mit dem der Herzog von Bayern den Kaiser in München mit Schauspielen und anderen neuen Ehrungen empfangen hat. Außerdem fangen sie von Nürnberg aus an, uns zu überzeugen, der Kaiser werde nicht zum Reichstag kommen und der Reichstag werde weiterhin nutzlos sein, nämlich durch den Eifer und die List der Bischöfe. Wenn das geschieht, ist es ein Zeichen für Gottes unversöhnlichen Zorn auf die Bischöfe, wie wenn er unsere Bitten für sie nicht erhören wolle.
Wenn die Urteile über mein Buch [Vermahnung an die Geistlichen, versammelt auf dem Reichstag zu Augsburg] auseinandergehen, so laß Dich davon nicht rühren. Mein Gott ist der Gott der Toren und spottet der Weisen. Darum kümmere ich mich auch nicht um sie.
Heute hat mir Hans Reinicke geschrieben, daß mein liebster Vater, der alte Hans Luther, am Sonntag Exaudi [29. Mai 1530] nachts um ein Uhr aus diesem Leben geschieden ist. Dieser Tod hat mich in tiefe Trauer gestürzt, da ich zurückdachte nicht allein an seine Natur, sondern auch an die herzliche Liebe; denn mein Schöpfer hat mir durch ihn gegeben, was ich bin und habe. Und obwohl es mich tröstet, daß er schreibt, er sei stark im Glauben an Christus sanft entschlafen, so hat mich doch das Leid und die Erinnerung an den so freundlichen Umgang mit ihm innerlich erschüttert, daß ich den Tod kaum jemals so sehr verachtet habe. Aber „der Gerechte wird vor dem Unglück weggerafft und geht ein zu seiner Ruhe“ (Jes. 57, 1 f.): so oft sterben wir, ehe wir einmal wirklich sterben.
Ich folge jetzt in der Erbschaft des Namens, so daß ich der älteste Luther in meiner Familie bin. So muß ich jetzt nicht allein zufällig, sondern rechtmäßig ihm durch den Tod in das Reich Christi folgen, das uns allen gnädig gewähren möge der, um dessentwillen wir elender als alle Menschen und ein Ärgernis für die ganze Welt sind.
Nun bin ich freilich zu traurig, um noch weiter zu schreiben, denn es ist würdig und recht, daß ich als Sohn um einen solchen Vater trauere, von dem mich der Vater der Barmherzigkeit (2.Kor. 1, 3) genommen hat und durch dessen Schweiß er mich ernährt und gebildet hat, wie ich bin. Ich freue mich wirklich sehr, daß er bis auf diese Zeit gelebt hat, damit er das Licht der Wahrheit sehen konnte. Gelobt sei Gott in allen seinen Taten und Plänen in Ewigkeit, Amen. Anderes ein andermal. Grüße alle die Unsern. Am Pfingsttag 1530.
Martinus Luther D.
Quelle der deutschen Übersetzung: „An Melanchthon. [Veste Coburg,] 5. Juni 1530“. In Martin Luther, Ausgewählte Schriften, Band 6, S. 117–19. © Insel Verlag Frankfurt am Main und Leipzig 1995.
Quelle des lateinischen Originals: „Luther an Melanchthon. [Veste Coburg,] 5. Juni 1530“.
In D. Martin Luthers Werke. Weimarer Ausgabe (Sonderedition). Abteilung 3: Briefwechsel. Band 5, S. 350–51.
2. Der Reformator als Sohn. Luther und seine Mutter
Kurzbeschreibung
Margarethe Luther (geborene Lindemann, 1460–1531) stammte aus einer Eisenacher Familie der Mittelschicht. Sie heiratete Hans Luder, einen Bergmann und Kupferschmelzer, und zog 1482 mit ihm nach Eisleben. Dort gebar sie 1483 einen Sohn, Martin, der später seine inzwischen berühmten 95 Thesen verfassen sollte. Am 20. Mai 1531 schrieb Luther einen Brief an seine Mutter, nachdem er erfahren hatte, dass sie ernsthaft erkrankt war. Es handelt sich weniger um den Brief eines Sohnes als den eines Pastors, gleichsam eine knappe theologische Abhandlung, in welcher er seine Mutter drängt, Gott für ihre Errettung vom falschen (römischen) Glauben zu danken und dafür, ihr das wahre Wort Gottes und die Hoffnung auf Erlösung gebracht zu haben.
Quelle
Martin Luther an seine Mutter Margarethe verw. Luther.
[Wittenberg,] 20. Mai 1531.
Gnad und Friede in Christo Jesu, unserm Herrn und Heiland, Amen.
Mein herzliebe Mutter! Ich hab die Schrift meines Bruders Jacobs von Euer Krankheit empfangen, und ist mir ja herzlich leid, sonderlich daß ich nicht kann leiblich bei Euch sein, wie ich wohl gerne wäre; aber doch erscheine ich hie mit dieser Schrift leiblich, und will ja nicht von Euch sein geistlich, sampt allen den Unsern.
Wiewohl ich aber hoffe, daß Euer Herz ohn das längest und reichlich gnug unterricht, und (Gott Lob) sein tröstlich Wort wohl innen habt, dazu mit Predigern und Tröstern allenthalben versorget seid, so will ich doch das Meine auch tun und meiner Pflicht nach mich Euer Kind und Euch für meine Mutter erkennen, wie unser beider Gott und Schöpfer uns gemacht und gegen einander verpflicht hat, damit ich zugleich den Haufen Euer Tröster vermehre.
Erstlich, liebe Mutter, wisset Ihr von Gottes Gnaden nu wohl, daß Euer Krankheit seine väterliche gnädige Rute ist, und gar ein geringe Rute gegen die, so er uber die Gottlosen, ja auch oft uber seine eigene liebe Kinder schickt, da einer geköpft, der ander verbrannt, der dritte ertränkt wird, und so fortan, daß wir allesampt müssen singen: Wir werden um deinen willen täglich getötet und sind gleich wie die Schlachtschafe. Darumb Euch solche Krankheit nicht soll betrüben noch bekümmern, sondern sollet sie mit Dank annehmen, als von seiner Gnaden zugeschickt, angesehen, wie gar ein geringes Leiden es ist, wenn es gleich zum Tode oder Sterben sollt, gegen das Leiden seines eigen lieben Sohns, unsers Herrn Jesu Christi, welches er nicht für sich selbs, wie wir, leiden müssen, sondern für uns und unser Sünde erlitten hat.
Zum andern wisset Ihr, liebe Mutter, auch das rechte Häuptstück und Grund Euer Seligkeit, worauf Ihr Euren Trost setzen sollt in dieser und allen Nöten, nämlich den Eckstein, Jesum Christum, der uns nicht wanken noch feilen wird, auch uns nicht sinken noch untergehen lassen kann. Denn er ist der Heiland und heißt der Heiland aller armen Sünder und aller, die in Not und Tod stecken, so auf ihn sich verlassen und seinen Namen anrufen.
Er spricht: Seid getrost, ich hab die Welt uberwunden. Hat er die Welt uberwunden, so hat er auch gewißlich den Fürsten der Welt mit aller seiner Macht uberwunden. Was ist aber seine Macht anders denn der Tod, damit er uns unter sich geworfen, umb unser Sünde willen gefangen hatte? Aber nu der Tod und Sünde uberwunden ist, mügen wir fröhlich und tröstlich das süße Wort hören: Seid getrost, ich hab die Welt uberwunden. Und sollen ja nicht zweifeln, es sei gewißlich wahr, und nicht allein das, sondern uns wird auch geboten, daß wir sollen mit Freuden uns solches Trosts annehmen und mit aller Danksagung. Und wer sich solche Wort nicht wollt trösten lassen, der tät dem lieben Tröster Unrecht und die größte Unehre, gleich als wäre es nicht wahr, daß er uns heißt getrost sein, oder als wäre es nicht wahr, daß er die Welt hätte uberwunden, damit wir den uberwunden Teufel, Sünde und Tod uns selbs wieder zum Tyrannen stärken wider den lieben Heiland, da uns Gott fur behüte.
Derhalben mügen wir nu mit aller Sicherheit und Freudigkeit uns freuen, und wo uns will etwa ein Gedanken von der Sünde oder Tod erschrecken, wir dagegen unser Herz erheben und sagen: Siehe, liebe Seele, wie tust du? Lieber Tod, liebe Sünde, wie lebest du und schreckest mich? Weißt du nicht, daß du uberwunden, und du, Tod, gar tot bist? Kennest du nicht einen, der von dir sagt: Ich hab die Welt uberwunden? Mir gebührt nicht dein Schrecken zu hören, noch anzunehmen, sondern die Trostwort meines Heilands: Seid getrost, seid getrost, ich hab die Welt uberwunden.
Das ist der Siegmann, der rechte Held, der mir hiemit seinen Sieg gibt und zueigent: Seid getrost! Bei dem bleib ich, des Worts und Trosts halte ich mich, darauf bleibe ich hie, oder fahre dorthin, er leuget mir nicht. Dein falsches Schrecken wollt mich gerne betriegen und mit Lügengedanken von solchem Siegmann und Heiland reißen, und ist doch erlogen, so wahr es ist, daß er dich uberwunden, und uns getrost zu sein geboten hat.
Also rühmet St. Paulus auch, und trotzet wider des Todes Schrecken: Der Tod ist verschlungen im Sieg: Tod, wo ist dein Sieg? Hölle, wo ist dein Stachel? Schrecken und reizen kannst du, wie ein hülzern Todesbilde, aber Gewalt hast du nicht zu würgen. Denn dein Sieg, Stachel und Kraft ist im Sieg Christi verschlungen; die Zähne magst du blecken, aber fressen kannst du nicht. Denn Gott hat uns den Sieg wider dich gegeben, durch Jesum Christum, unsern Herrn, dem sei Lob und Dank gesagt, Amen.
Mit solchen Worten und Gedanken, liebe Mutter, lasset sich Euer Herz bekümmern, und sonst mit nichte, und seid ja dankbar, daß Euch Gott zu solchem Erkenntnis bracht hat und nicht lassen stecken in dem päpstischen Irrtum, da man uns gelehrt hat, auf unser Werk und der Mönchen Heiligkeit bauen und diesen einigen Trost, unsern Heiland, nicht für einen Tröster, sondern für einen grausamen Richter und Tyrannen halten, daß wir von ihm zu Maria und den Heiligen haben müssen fliehen und uns keiner Gnaden noch Trost zu ihm haben versehen können.
Aber nu wissen wir’s anders von der grundlosen Güte und Barmherzigkeit unsers himmlischen Vaters, daß Jesus Christus unser Mittler und Gnadenstuhl ist und unser Bischof im Himmel fur Gott, der uns täglich vertritt und versühnet, alle, die nur an ihn gläuben und ihn anrufen, und nicht ein Richter ist noch grausam, ohn allein uber die, so ihm nicht gläuben noch seinen Trost und Gnad annehmen wollen. Es ist nicht der Mann, der uns verklagt noch dräuet, sondern der uns versühnet und vertritt durch seinen eigenen Tod und Blut, für uns vergossen, daß wir uns nicht fur ihm fürchten, sondern mit aller Sicherheit zu ihm treten und ihn nennen sollen: Lieber Heiland, du süßer Tröster, du treuer Bischof unser Seelen etc.
Zu solchem Erkenntnis (sage ich) hat Euch Gott gnädiglich berufen, des habt Ihr sein Siegel und Briefe, nämlich das Evangelium, die Taufe und das Sacrament, so Ihr höret predigen, also, daß kein Fahr noch Not mit Euch haben soll. Seid nur getrost und danket mit Freuden solcher großer Gnaden! Denn der es in Euch angefangen hat, wird es auch gnädiglich vollenden. Denn wir können uns selbs in solchen Sachen nicht helfen, wir mügen der Sünden, Tod und Teufel nichts abgewinnen mit unsern Werken, darumb ist da an unser Statt und für uns ein ander, der es baß kann und uns seinen Sieg gibt und befiehlet, daß wir’s annehmen, und nicht dran zweifeln sollen, und spricht: Seid getrost, ich hab die Welt uberwunden; und abermal: Ich lebe, und ihr sollet auch leben, und euer Freude soll niemand von euch nehmen.
Der Vater und Gott alles Trostes verleihe Euch durch sein heiliges Wort und Geist einen festen, fröhlichen und dankbaren Glauben, damit Ihr diese und alle Not müget seliglich uberwinden, und endlich schmecken und erfahren, daß es die Wahrheit sei, da er selbs spricht: Seid getrost, ich hab die Welt uberwunden. Und befehle hiemit Euer Leib und Seele in seine Barmherzigkeit, Amen.
Es bitten für Euch alle Eure Kinder und meine Käte. Etliche weinen, etliche essen und sagen: Die Großmutter ist sehr krank. Gottes Gnade sei mit uns allen, Amen.
Am Sonnabend nach Ascensionis Domini, MDXXXI.
Euer lieber Sohn
Mart. Luther.
Quelle: „Luther an seine Mutter Margarethe verw. Luther. [Wittenberg,] 20. Mai 1531“. In D. Martin Luthers Werke. Weimarer Ausgabe (Sonderedition). Abteilung 3: Briefwechsel. Band 6, S. 103–06. © 2002 Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar GmbH & Co in Stuttgart/Weimar. Online verfügbar unter: Carl Alfred Hase (Hrsg.), 275 Luther-Briefe: in Auswahl und Übersetzung (Leipzig: Breitkopf und Härtel, 1878), 244–247,https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=nnc1.1002649683.
3. Der Reformator als Ehemann. Luther und seine Frau
Kurzbeschreibung
Martin Luther heiratete 1525 Katharina von Bora (1499–1552), zwei Jahre nachdem sie ihr Leben als geweihte Zisterziensernonne aufgegeben hatte. Während seiner häufigen Reisen korrespondierte Luther mit seiner Frau anhand von Briefen. Die drei nachfolgend wiedergegebenen Briefe sind typisch für seine Korrespondenz. Luther mischt Berichte seiner Tätigkeiten und Erfahrungen mit Äußerungen von Kurzweil und Zuneigung, indem er den beiden Kindern Küsse sendet und Katharina humorvolle Titel wie „Heilige“, „Doktorin“, „Professorin“ und „Predigerin“ verleiht. Luther schrieb den ersten Brief am 4. Oktober 1529 aus Marburg in Hessen, wo er um der protestantischen Einigkeit willen mit Ulrich Zwingli aus Zürich ihre unterschiedlichen Auslegungen der Abendmahlsdoktrin debattierte.
Quelle
1. Martin Luther an seine Frau.
[Marburg,] 4. Oktober 1529
Meinem freundlichen lieben Herrn Katharina Lutherin, Doctorin, Predigerin zu Wittenberg.
Gnad und Friede in Christo. Lieber Herr Käth! Wisset, daß unser freundlich Gespräch zu Marburg ein Ende hat, und seind fast in allen Stücken eins, ohne daß die Widerteil wollten eitel Brot im Abendmahl behalten und Christum geistlich darinnen gegenwärtig bekennen. Heute handelt der Landgraf, ob wir könnten eins werden, oder doch gleichwohl, so wir uneins blieben, dennoch Brüder und Christus’ Glieder unter einander uns halten. Da arbeit der Landgraf heftig. Aber wir wollen des Brüdern und Glieders nicht, friedlich und guts wollen wir wohl. Ich achte, morgen oder übermorgen wollen wir aufbrechen und zu E. Gn. Herrn gen Schl. in Voigtland ziehen, dahin uns S. K. F. G. berufen hat.
Sage dem Herrn Pommer, daß die besten Argument seind gewesen des Zwinglii, daß corpus non potest esse sine loco, ergo Christi corpus non est in pane, des Oecolampadii: dies Sacramentum est signum corporis Christi. Ich achte, Gott habe sie verblendet, daß sie nichts haben müssen fürbringen. Ich habe viel zu tun, und der Bott eilet. Sage allen gute Nacht und bittet für uns! Wir seind noch alle frisch und gesund und leben wie die Fürsten. Küßt mir Lensgen und Hänsgen! Am Tage Francisci, 1529.
E. williger Diener
Martinus Luther.
Johann Brenz, Andreas Osiander, Doctor Stephan von Augsspurg seind auch hier kommen.
Sie seind hier toll worden mit Schweißschrecken, gestern haben sich bei funfzig geleget, deren seind eins oder zwei gestorben.
Quelle: „Luther an seine Frau. [Marburg,] 4. Oktober 1529“.
In D. Martin Luthers Werke. Weimarer Ausgabe (Sonderedition). Abteilung 3: Briefwechsel. Band 5, S. 153–54.
© 2002 Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar GmbH & Co in Stuttgart/Weimar.
Online verfügbar unter: Carl Alfred Hase (Hrsg.), 275 Luther-Briefe: in Auswahl und Übersetzung (Leipzig: Breitkopf und Härtel, 1878), 204–05,https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=nnc1.1002649683.
2. Martin Luther an seine Frau.
[Dessau,] 29. Juli 1534.
Meinem freundlichen, lieben herrn, Fraw Katherin von Bora, D. Lutherinn zu Wittemberg.
G. v. fried ynn Christo! Lieber herr kethe! Ich weis dir nichts zu schreiben, Weil M. philipps sampt den andern selbs heym komen. Ich mus lenger hie bleiben vmb des fromen fursten willen. Du magst dencken, wie lange ich hie bleiben werde, oder wie du mich los machest. Ich halt, Magister Franciscus wird mich wider los machen, wie ich yhn los gemacht habe, Doch nicht so balde. Gestern hatte ich ein bosen trunck gefasset, Da müst ich singen: Trinck ich nicht wol, das ist mir leid, vnd thetts so rechte gerne. Vnd gedacht, wie gut wein vnd bier hab ich daheyme, da zu eine schone frawen oder (solt ich sagen) herren. Vnd du thettest wol, das du mir heruber schicktest den gantzen keller vol meyns weyns, vnd eine pflosschen deines biers, so erst du kanst, Sonst kome ich fur dem newen bier nicht wider. Hie mit Gott befolhen sampt vnser iungeren vnd allem gesinde, Amen.
Mittwochens nach Jacobi 1534.
Dein liebchen
Mart. Luthe R D.
Quelle: „Luther an seine Frau. [Dessau,] 29. Juli 1534“. In D. Martin Luthers Werke. Weimarer Ausgabe (Sonderedition). Abteilung 3: Briefwechsel. Band 7, S. 91–92.
© 2002 Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar GmbH & Co in Stuttgart/Weimar.
Online verfügbar unter: Carl Alfred Hase (Hrsg.), 275 Luther-Briefe: in Auswahl und Übersetzung (Leipzig: Breitkopf und Härtel, 1878), 283,https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=nnc1.1002649683.
3. Martin Luther an seine Frau.
[Eisleben,] 10. Februar 1546.
Der H[eiligen] sorgfeltigen Fr[awen] Kat[herin] Luth[erin], Doctorin, Zulsd[orferin] zu Wil[tenberg], meiner g[nedigen] lieben Hausfrawen.
G vnd f in Christo! Allerheiligeste Fraw Doctorin! Wir dancken euch gantz freundlich fur ewer grosse sorge, dafur ir nicht schlaffen kund, Denn seit der Zeit ihr fur vns gesorget habt, wolt vns das feur verzeret haben in vnser Herberge, hart fur meiner stubenthur, Vnd gestern, on Zweifel aus krafft ewer sorge, hette vns schier ein stein auff den kopff gefallen vnd zuquetzscht, wie in einer Mausfalle, Denn es in vnserm heimlichen gemache wol zwen tage vber vnserm kopff riselt kalck vnd leymen, bis wir Leute dazu namen, die den Stein anrureten mit zweien fingern, da fiel er erab, so gros als ein lang küssen vnd einer grossen hand breit, der hatte im sinne ewer heiligen sorge zu dancken, Wo die lieben Engel nicht gehuttet hetten. Ich sorge, wo du nicht auffhörest zu sorgen, es mocht vns zuletzt die erden verschlingen vnd alle Element verfolgen. Lerestu also den Catechismum vnd glauben? Bete du vnd lasse Gott sorgen, dir ist nichts befolhen, fur mich oder dich zu sorgen. Es heisst: Wirff dein anligen auff den HErrn, Der sorget fur dich, ps. 55, vnd viel mehr orten.
Wir sind, Gott lob, frissch vnd gesund, On das vns die Sachen vnlust machen, Vnd das Jonas wolt gern ein bosen Schenckel haben, das er sich an einen laden on gefahr gestossen hat, so gar gros ist der neid in Leuten, Das er mir nicht wil gonnen, allein ein bose Schenckel zu haben Hiemit Gott befolhen. Wir wolten nu fort gern los sein vnd heim faren, wens Gott wolt, Amen. Am tag Scholasticae 1546.
Ewer heiligkeit williger diener
M. L.
Quelle: „Luther an seine Frau. [Eisleben,] 10. Februar 1546“. In D. Martin Luthers Werke. Weimarer Ausgabe (Sonderedition). Abteilung 3: Briefwechsel. Band 11, S. 290–92. © 2002 Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar GmbH & Co in Stuttgart/Weimar. Online verfügbar unter: Carl Alfred Hase (Hrsg.), 275 Luther-Briefe: in Auswahl und Übersetzung (Leipzig: Breitkopf und Härtel, 1878), 418–19, https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=nnc1.1002649683.
Verlinkungen:
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Quellen:
Internetquellen
-> Der Reformator erinnert sich—Luther und sein Vater (5. Juni 1530), veröffentlicht in: German History in Documents and Images, <https://germanhistorydocs.org/de/von-den-reformationen-bis-zum-dreissigjaehrigen-krieg-1500-1648/ghdi:document-3714> [24.09.2026].
-> Der Reformator als Sohn—Luther und seine Mutter (20. Mai 1531), veröffentlicht in: German History in Documents and Images, <https://germanhistorydocs.org/de/von-den-reformationen-bis-zum-dreissigjaehrigen-krieg-1500-1648/ghdi:document-3713> [24.09.2026].
-> Der Reformator als Ehemann—Luther und seine Frau (1529, 1534 und 1546), veröffentlicht in: German History in Documents and Images, <https://germanhistorydocs.org/de/von-den-reformationen-bis-zum-dreissigjaehrigen-krieg-1500-1648/ghdi:document-3715> [24.09.2026].
Sekundärliteratur
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