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Die französische Revolution

Inhaltsverzeichnis

1. Französische Revolution. Ein Zitat und seine Geschichte

1. Französische Revolution. Ein Zitat und seine Geschichte

»DER URSPRUNG JEDER SOUVERÄNITÄT LIEGT IHREM WESEN NACH IM VOLK.« 

ERKLÄRUNG DER MENSCHEN- UND BÜRGERRECHTE, 1789

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Souveränität ist die höchste Macht im Staat. Eine umfassende Autorität, so definiert sie der französische Staatstheoretiker Jean Bodin 1576, die weder durch andere eingeschränkt noch zeitlich begrenzt werden kann. Wie in vielen Teilen der Welt gilt es auch in Frankreich als selbstverständlich, dass Fürsten und Monarchen – angeblich von Gott als souveräne Herrscher eingesetzt – die Geschicke der Menschen bestimmen. Doch 1789 greift das Volk nach der Macht: Die Französische Revolution bricht aus. Innerhalb eines Jahrzehnts wird das Land alle Herrschaftsformen durchleben, die die folgenden Jahrhunderte prägen werden: konstitutionelle Monarchie, Republik, Diktatur.

Am Vorabend des Umsturzes liegt das französische Königreich in Agonie. In Kriegen hat es sich hoch verschuldet, die Einnahmen des Staates sind zu gering, weil das Steuerwesen ineffizient und veraltet ist – Adelige und Geistliche etwa sind noch immer von allen Abgaben befreit. Mit Reformen wollen der Monarch und seine Minister Abhilfe schaffen. Doch der Adel stemmt sich gegen alle Neuerungen. König Ludwig XVI. beruft daher zum Mai 1789 ein Gremium ein, das seit 175 Jahren nicht zusammengetreten ist: die Generalstände. Abgeordnete des Klerus, der Aristokratie und aller übrigen Einwohner – des sogenannten Dritten Standes – sind darin vertreten. Sie sollen die Reformen absegnen und so den Adel zum Einlenken zwingen. Doch die Deputierten des Dritten Standes, der mehr als 95 Prozent der Bevölkerung ausmacht, verweigern ihre Zustimmung – sofern sie nicht mehr Mitsprache erhalten. Ludwig aber zögert und setzt so eine folgenreiche Kettenreaktion in Gang: Am 17. Juni 1789 erklären sich die Abgeordneten des Dritten Standes zur alleinigen Vertretung des französischen Volkes. Die Mehrheit der Geistlichen und etliche Deputierte des Adels treten ebenfalls dieser „Nationalversammlung“ bei, die Frankreich eine Verfassung geben will. Im Juli stürmen Bürger in Paris staatliche Einrichtungen – und bald erfasst die Revolution das gesamte Land.

Im August verabschiedet die Nationalversammlung die „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“: Alle Menschen seien frei geboren und in ihren Rechten gleich, heißt es darin, die Bewahrung ihrer Freiheit, Sicherheit und ihres Eigentums sei das Ziel jedes Staatswesens. Das von den Denkern der Aufklärung inspirierte Dokument folgert, dass daher jedem demokratische Mitbestimmung zustehe. Die Souveränität liege beim Volk – nur in dessen Auftrag könne eine Regierung oder ein König Autorität ausüben. 1791 beschließt die Nationalversammlung die geplante Verfassung: Zur Gesetzgebung berechtigt ist nun ein gewähltes Parlament, der Monarch kann dessen Beschlüsse nur noch per Veto verzögern. Aber das neue politische System steht unter Druck: durch weitere Aufstände sowie Kriege mit fremden Mächten. Ludwig XVI. wird schon im Folgejahr abgesetzt – und Anfang 1793 hingerichtet.

Frankreich ist nun eine parlamentarische Republik. Frauen sind allerdings weiterhin ausgeschlossen: Seit Beginn der Revolution haben sie sich in rund 60 politischen Klubs organisiert, fordern Teilhabe, doch das Wahlrecht bleibt auf Männer beschränkt. Im Herbst 1793 entmachten die radikalen Jakobiner um Maximilien de Robespierre die übrigen Parlamentsabgeordneten und errichten ein Terrorregime. Zehntausende angebliche Gegner der Revolution sterben unter der Guillotine. Bis gemäßigte Kräfte 1794 Robespierre stürzen.

Die Gesellschaft politisiert sich in diesen Jahren so umfassend wie nie zuvor. Franzosen aller Schichten debattieren etwa in Klubs, informieren sich über Flugschriften und Zeitungen. 1799 erlangt der Offizier Napoleon Bonaparte durch einen Staatsstreich die Macht: Ausgerechnet er, der sich 1804 zum Kaiser krönt, trägt einige der revolutionären Ideen in die Welt. Er erobert einen Großteil Europas, führt dort gleiches Recht für alle Männer und Gesetze gegen staatliche Willkür ein. Und festigt so die Vorstellung vom mündigen Bürger, der kein bloßer Untertan mehr ist. Trotzdem empfinden viele Menschen die Besatzung als demütigend. Diese Erfahrung, aber auch das Vorbild der Französischen Revolution lässt vielerorts in Europa Nationalbewegungen entstehen: Mit der Zeit werden sie ihrerseits Freiheit und politische Selbstbestimmung fordern. Im Namen der Volkssouveränität.

Verlinkungen:

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Quellen:

Internetquellen

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Sekundärliteratur

-> Bauer, Jakob: Französische Revolution. Ein Zitat und seine Geschichte, in: Die Geschichte der Demokratie (GEO Epoche Jg. 2021, Heft Nr. 110), Hamburg 2021, S. 78-83.

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