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Abweichende Religionen / Kulte / ,,Heidentum''

Inhaltsverzeichnis

1. Funde des römischen Mithraskultes in Bingen 

2.

3.

4.

5.

1. Funde des römischen Mithraskultes in Bingen 

Der römische Mithraskult war ein Mysterienkult. Die Eingeweihten waren daher zur Geheimhaltung der Riten verpflichtet. Der Gott Mithras war kein römischer Gott, er hatte seine Ursprünge im heutigen Iran und auch in Indien, wo er Mitra hieß und seit dem 14. Jahrhundert v. Chr. überliefert ist. Er war in seiner römischen Ausformung der am meisten verehrte, heidnische Gott der Spätantike. In seiner frühen Zeit galt Mithras als Gott des Vertrages und des Bundes, aber auch als Gott der Jagd.In hellenistischer Zeit wurde Mithras mit den griechischen Sonnengöttern Helios und Apollo gleichgesetzt. In seiner römischen Ausformung ist der Kult erst ab dem späten 1. Jahrhundert n. Chr. archäologisch, epigraphisch und durch Schriftquellen nachweisbar. Eine Aufwertung des Mithras fand bereits statt, bevor die Römer mit ihm in Berührung kamen. Im römischen Kult stand Mithras außerdem für bestimmte ethische Vorstellung wie Wahrheit, Gerechtigkeit und eine reine Lebensführung.

Nach der Etablierung des römischen Mithraskultes in Rom und Italien kam es zu einer schnellen Ausbreitung im gesamten Reichsgebiet. Maßgeblich beteiligt an der Verbreitung des Kultes waren die römischen Soldaten, welche zumindest in jener Zeit die Hauptträger des Kultes waren. Durch die Trägerschaft des Militärs ist der Kult in Grenzgebieten mit hoher Militärpräsenz archäologisch greifbarer als andernorts.Zur Ausbreitung des Kultes trug auch bei, dass verschiedene Kaiser den Kult nicht nur duldeten, sondern sogar förderten. So wurde Mithras oft mit dem römischen Sonnengott Sol Invictus gleichgesetzt, welcher wiederum eng mit dem Kaiserkult in Verbindung stand. Loyalität und Vertragstreue waren zwei Merkmale, für die Mithras und Sol Invictus gleichermaßen standen und den Ansprüchen des Kaisertums entsprachen. Ab Commodus und den severischen Kaisern setzten sich die Herrscher häufig als Repräsentant des Sonnengottes Sol Invictus in Szene und verhalfen somit auch dem römischen Mithraskult zu großer Popularität.

Die Kultstätten des römischen Mithraskultes waren die sogenannten Mithräen. Diese waren immer nach einem gleichen Schema aufgebaut. Sie bestanden aus einem langgestreckten, fensterlosen Kultraum, auch cellagenannt, der unter den Erdboden gegraben wurde. Flankiert wurde der Raum durch jeweils eine Podienreihe rechts und links, auf denen die Kultteilnehmer sitzen oder liegen konnten. An der Stirnseite eines Mithräums stand immer ein großes Kultbild am Ende des Kultraums. Zumeist handelte sich dabei um ein Relief. Manche Kultbilder waren sogar drehbar und deshalb beidseitig reliefiert. Jedes Mithräum hatte einen oder mehrere Vorräume, welche von einer Straße aus betreten werden konnten. Von diesem führte eine Treppe in den tieferliegenden Kultraum. Der Vorraum war vermutlich durch Türen vom Kultraum abgegrenzt, damit die Kulthandlungen im Geheimen abgehalten werden konnten. Die Mithräen, welche in den germanischen Provinzen gefunden wurden, hatten alle einen Kultraum, der im Durchschnitt sechs Meter breit, und zwölf Meter lang war.

Die Mithräen waren immer dunkel, da sie nach der mithrischen Mythologie die Grotte symbolisieren sollten, in der Mithras den Stier tötete, aus dem alles Leben erschaffen wurde. In der Kultlegende des Mithras nimmt diese Episode der Stiertötung – die Tauroktonie - eine zentrale Rolle ein. Für die großen Kultbilder wurde diese Szene stets verwendet. Laut der Mithraslegende sollte Mithras auf Befehl des Sonnengottes Sol – der den Befehl wiederum vom Gott Saturn bekommen hatte – den Stier, aus dem alles Leben entstehen soll, fangen und töten. Nachdem Mithras den Stier gefangen, ihn in eine Grotte geschleppt und ihn getötet hatte, entstanden durch diese Tötung sowohl die Welt, als auch das Weltall. Nach der Tötung verspeisten Mithras und Sol den Stier bei einem gemeinsamen Mahl. Nach dem Mahl fuhr Mithras zusammen mit Sol auf dessen Sonnenwagen in den Himmel und schützte seitdem von dort seine Anhänger gegen alles Böse.Dieses Mahl wurde wahrscheinlich bei den Kulthandlungen für Mithras nachgeahmt.

Das System der Mithrasmysterien war durch sieben Weihegrade organisiert, die ein Eingeweihter des Kultes durchschreiten konnte. Inschriftlich sind die Weihegrade nur selten bezeugt. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der größere Anteil der Kultanhänger lediglich in die Mysterien eingeweiht war, aber nur wenige die Weihestufen durchschritten. Denn das Durchschreiten der Weihegrade fand nur auf freiwilliger Basis statt. Die mit Abstand am meisten inschriftlich belegten Weihegrade sind der 4. Grad leo und der 7. und höchste Grad pater. Die vergleichsweise häufige Nennung des Weihegrades pater als höchster Weihegrad macht Sinn, da ein Anhänger des Mithraskultes es naturgemäß sicherlich gerne jedem mitteilen mochte, wenn von ihm der höchste Grad erreicht wurde. Der 4. Grad leo ist eventuell ein Übergangsgrad von den niederen zu den höheren Weihegraden, dessen Erreichen ebenfalls gerne mitgeteilt wurde. Die sieben Weihegrade standen in enger Verbindung mit den sieben Planetengöttern. Das Durchlaufen der Weihegrade symbolisierte den Aufstieg durch die Planeten bis hinauf zum Himmel, in dem Mithras wohnte. Die Weihegrade sind entweder durch die Abbildung ihrer Symbole oder durch die Abbildung der Planetengötter auf nahezu jedem Kultbild in Mithräen zu sehen.

 



Verlinkungen:

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Quellen:

Internetquellen

-> https://www.regionalgeschichte.net/rheinhessen/bingen/einzelaspekte/funde-des-roemischen-mithraskultes-in-bingen.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Mithraismus#:~:text=Der%20Mithraismus%20oder%20Mithraskult%20war,die%20Gestalt%20des%20Mithras%20stand.

-> https://de.wikipedia.org/wiki/Mithras

-> https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/orientalische-gottheiten-im-roemischen-rheinland/DE-2086/lido/5885c71eafea48.38276168#toc-6

-> Luckhaupt, Lutz: Funde des römischen Mithraskultes in Bingen, in: Regionalgeschichte.net, online verfügbar seit 28.03.2017 unter: https://www.regionalgeschichte.net/rheinhessen/bingen/einzelaspekte/funde-des-roemischen-mithraskultes-in-bingen.html, zuletzt geprüft am 15.04.2025.

Sekundärliteratur

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