Siebenjähriger Krieg
Inhaltsverzeichnis
1. Kriegsbeginn in Europa. Ruhm um jeden Preis.
1. Kriegsbeginn in Europa. Ruhm um jeden Preis.
Er ist nicht zum Soldaten geboren. Süchtig aber nach Ruhm und Anerkennung, fordert der Mann, der 1740 als Friedrich II. den preußischen Thron besteigt, bald halb Europa heraus, um sein Land zur Großmacht zu schmieden. 1756 soll ein Krieg entscheiden, wem Schlesien gehört: Preußen oder Österreich. Er wird sieben Jahre dauern
LANGE BEVOR DIE SONNE AUFGEHT, steigt Friedrich der Große auf sein Pferd und reitet los. Der Morgen des 5. Dezember 1757 ist eisig kalt, Dunst hängt über den Feldern. Der Uniformrock des Preußenkönigs: verschlissen. Die Beinkleider voller Flicken. Wären da nicht die Schärpe und der Federhut, man könnte ihn für einen einfachen Kavalleristen halten. Friedrich gefällt sich in dieser Inszenierung. Er möchte nicht so auftreten wie andere Monarchen, die von einem fernen Schloss aus Befehle erteilen. Er will unmittelbar bei seinen Soldaten sein, hier im Herzen Schlesiens, wo heute bei dem Dorf Leuthen eine Entscheidung fallen soll.
Mit Friedrich II. reitet die leichte Kavallerie. Einige Tausend Husaren, bewaffnet mit gekrümmten Säbeln, Karabinern und Pistolen, gefürchtete Spezialisten für schnelle Manöver. Gemeinsam mit weiteren Einheiten der Reiterei, einem Teil der Fußtruppen und zehn Geschützen bilden sie die Vorhut. Um sechs Uhr morgens folgt ihnen der Hauptteil der preußischen Truppen. Infanteristen, rund 25 000 Mann. Sie tragen blaue Uniformröcke, ihre Flinten mit den aufgesetzten Bajonetten geschultert. Einige der Soldaten haben schon viele Schlachten für Preußen durchgestanden, andere sind noch unerfahren, nicht wenige kaum 20 Jahre alt. Sie alle laufen vorwärts, immer weiter in die Ungewissheit.
Normalerweise hätten Trommler den „Generalmarsch“ geschlagen, um das Zeichen zum Aufbruch zu geben, doch der König hat Stille befohlen. Man will sich den Spähern der österreichischen Armee nicht zu früh verraten. Doch während sie nun marschieren, beginnen einige der Männer leise zu singen. „O Gott, du frommer Gott“. Ein altes Kirchenlied. Es soll Mut machen. „Gib, dass ich tu’ mit Fleiß, was mir zu tun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet.“ Feldmusiker begleiten bald den Gesang, in den immer mehr Soldaten einstimmen; „Und wenn ich’s tu’, so gib, dass es gerate wohl.“
Als Friedrich sie hört, bringt er sein Pferd zum Halten, lauscht, wie sie geloben, göttlichem Befehl zu folgen. So zumindest überliefert es ein späterer Bericht voll Bewunderung für den König. Derselben Erzählung nach reitet ein Adjutant heran, fragt den Monarchen, ob er das Singen verbieten solle, doch Friedrich winkt ab und sagt zu einem mit ihm reitenden General: „Meint er nicht, dass ich mit solchen Leuten heute siegen werde?“
Gegen acht Uhr lichtet sich allmählich der Nebel, Morgensonne erhellt die gefrorenen Felder, der Gesang ist verstummt. In einiger Entfernung sind Männer auf Pferden zu sehen, österreichische Kavallerie. Der Kampf steht kurz bevor. Befehle brechen die angespannte Ruhe, die Infanteristen der preußischen Vorhut machen sich bereit, die Husaren auch – und preschen vor zum Angriff. Die Schlacht von Leuthen hat begonnen.
Zwei Tage zuvor hat König Friedrich II. seine Truppen mit einer mitreißenden Rede auf das bevorstehende Gefecht eingeschworen. Der Monarch, der sich gern als flötenspielender Schöngeist gibt, der Musikstücke für sein Instrument komponiert, Gedichte und Opernlibretti schreibt, kunstvolle Schlösser bauen lässt und mit dem französischen Philosophen Voltaire korrespondiert, kennt auf dem Schlachtfeld keine Rücksicht, sucht den Kampf, sogar in Unterzahl. Zwei Kriege hat er schon gegen die österreichischen Habsburger um Schlesien geführt. Dieses Mal will Friedrich unwiderrufliche Fakten schaffen und tritt damit einen Konflikt in der Mitte Europas los, der als Siebenjähriger Krieg in die Geschichte eingehen wird – und sich durch internationale Bündnissysteme zu einem Kampf von globalen Dimensionen auswächst.
Bei Leuthen will Friedrich beweisen, dass seine Untertanen ihn zu Recht „den Großen“ nennen und dass Preußen zu den führenden Staaten Europas gehört. Eine Macht, die auf einer einzigartigen Armee beruht, mit loyalen Offizieren, effizientem Nachschub sowie Zigtausenden Infanteristen, die in größter Disziplin für ihren König marschieren, schießen und – wenn es sein muss – sterben.
NOCH 50 JAHRE ZUVOR spottet man an Europas Höfen über Preußen. Als sich Friedrichs Großvater, der Kurfürst von Brandenburg, 1701 als Friedrich I. zum König in Preußen erhebt, besteht sein Herrschaftsgebiet aus etlichen Territorien, verstreut vom Rhein bis ins Baltikum, mit nur gut zwei Millionen Untertanen. Zum Kernland Brandenburg kommen Hinterpommern an der Ostsee, das namensgebende Herzogtum Preußen (das selbst später „Ostpreußen“ genannt wird) sowie einige kleinere Gebiete, unter anderem im Niederrheinisch-Westfälischen. Die Residenzstadt Berlin hat kaum gepflasterte Straßen, im Sommer plagen Mückenschwärme die Bewohner.
Brandenburg ist Teil des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation, einem losen Verband von überwiegend deutschsprachigen Städten, weltlichen und geistlichen Fürstentümern. Seit fast 300 Jahren stellt die österreichische Dynastie der Habsburger ununterbrochen dessen Könige und Kaiser. Tatsächlich hat das amtierende Reichsoberhaupt der Selbsterhebung von Friedrichs Großvater zum König erst nach langwierigen Verhandlungen zugestimmt, und das auch nur, weil das Herzogtum Preußen – das Gebiete im heutigen Nordosten Polens, die russische Enklave Kaliningrad sowie einen Teil Litauens umfasst – im Gegensatz zu Brandenburg außerhalb des Reichsgebiets liegt. Innerhalb des Reiches würde der Kaiser keinesfalls einen weiteren König zulassen. (Das zum Königreich erhobene Herzogtum umfasst nur einen Teil des ursprünglich Preußen genannten Gebiets, der andere Part untersteht weiterhin dem polnischen Monarchen. Deswegen darf sich Friedrich I. nur König in Preußen und nicht von Preußen nennen.)
Nach und nach setzt sich der Name Preußen für das ganze Staatsgebilde durch. Das Kerngebiet bleibt indes Brandenburg, das durch keinerlei natürliche Barrieren geschützt wird und nur schwer gegen fremde Mächte zu verteidigen ist.
Bereits der Vater von König Friedrich I., Kurfürst Friedrich Wilhelm, war daher davon überzeugt, dass sein Land eine schlagkräftige Armee braucht, um bestehen zu können. Doch erst Friedrichs Sohn und Nachfolger, König Friedrich Wilhelm I., richtet es vollkommen auf das Militär aus. So reformiert er 1733 die Aushebungen im eigenen Land: Jedem Regiment ordnet er einen Bezirk mit etwa 5000 bis 8000 Haushalten zu. In diesen sogenannten Kantonen erfassen die Behörden alle nicht adeligen jungen Männer in Listen. Ausgenommen sind einige Regionen und manche Berufsgruppen, etwa Handwerker. Von allen anderen wird jedes Jahr ein Kontingent zum Dienst eingezogen. Die neuen Soldaten müssen eine 24-monatige militärische Ausbildung absolvieren und in der Regel danach für einige Wochen im Jahr mit ihrem Regiment exerzieren.
Der preußische Adel wiederum hat die Offiziere zu stellen. Zum Militär gehen vor allem die zweit- und drittgeborenen Söhne von Grafen und Junkern, die keine Ländereien erben und sich so Einkommen und Status als Offiziere verdienen können. Bald stehen in Preußen 80 000 Mann unter Waffen, auf ungefähr 30 Einwohner kommt ein Soldat, im Falle der Kantonisten zumindest in Teilzeit. „Preußen ist kein Staat, der eine Armee besitzt, sondern eine Armee, die Besitz von einem Volk ergriffen hat“, witzelt angeblich einmal ein französischer Staatsmann. Friedrich Wilhelm nennt man den „Soldatenkönig“. Dabei setzt der Herrscher seine Truppen kaum jemals ein. Dafür sind sie ihm offenbar viel zu kostbar. Sie sollen wohl vor allem eines: potenzielle Angreifer abschrecken.
Sein Sohn Friedrich, der 1712 geboren wird, scheint indes so gar nicht in diese militärische Welt zu passen. Das Kind fürchtet sich vor dem Donnern der Kanonen, verschmäht die Zinnsoldaten, die sein Vater ihm zum Spielen gibt. Den jugendlichen Friedrich fasziniert das Schöne, das Feine: Musik, Tanz, Lyrik, Parfüm. Er sammelt 4000 Bücher, rezitiert Gedichte und spielt auf einer Waldlichtung den Vögeln auf der Flöte vor. Mit 24 Jahren schreibt er einen ersten Brief an Voltaire, den damals schon berühmten Schriftsteller und Philosophen der Aufklärung – jener Geisteshaltung, die die menschliche Vernunft als das oberste Maß jeden Handelns sieht –, beginnt eine intensive Korrespondenz mit dem Franzosen, der bald zu einem Mentor wird.
Das Verhältnis zum Vater hingegen könnte schlechter kaum sein. Der Soldatenkönig schlägt seinen Sohn, prügelt ihn sogar vor Untergebenen, beschimpft ihn als „effeminierten“ („verweiblichten“) Weichling. Mit 18 Jahren versucht Friedrich vom Hof zu fliehen, nach Großbritannien, wo sein Onkel Georg II. regiert, ein Bruder seiner Mutter Sophie Dorothea aus dem Hause Hannover. Doch Friedrich wird abgefangen, der Vater lässt ihn in die Festung Küstrin an der Oder sperren. Er behandelt den Sohn wie einen normalen desertierten Offizier und stellt ihn vor ein Militärgericht. Auf Fahnenflucht steht die Todesstrafe. Doch der König lässt nur Friedrichs Freund und Mitwisser der Flucht, Hans Hermann von Katte, den Kopf abschlagen. Friedrich muss von seinem Fenster aus zusehen.
Als der Vater seinem Sohn nach mehr als einem Jahr die Begnadigung in Aussicht stellt, fällt Friedrich vor ihm auf die Knie, gelobt Besserung. Der Thronfolger lernt, sich zu verstellen. Fortan dient Friedrich als Regimentschef in der Armee. Er trinkt Bier statt Wein, geht auf die Jagd, statt Theater zu spielen. Mit der Zeit aber scheint er tatsächlich am Soldatentum Gefallen zu finden, deutet es wohl für sich um. Uniformen, Heldentum, Manöver und Taktiken – die Kunst des Krieges.
Friedrich liest ein Werk des Aufklärers Montesquieu über Aufstieg und Fall der Römer, Machiavellis Gedanken über den idealen Herrscher, verfasst eigene Thesen darüber, was Königen Ruhm beschert. Der Kronprinz entwickelt Ehrgeiz, will selbst zu den Großen gehören. „Die Befriedigung, meinen Namen in den Zeitungen und später in der Geschichte zu sehen, hat mich verführt“, wird er nach seinem ersten großen militärischen Schachzug 1741 in einem Brief an einen Vertrauten schreiben. Zum Vorbild wird ihm der Schwedenkönig Karl XII., der Anfang des Jahrhunderts seine Männer persönlich in den Kampf führte. Auch das Schlachtfeld kann eine Bühne sein.
PREUSSEN UND SEINE NACHBARN, UM 1750
1740 stirbt der Vater, Friedrich folgt ihm auf den Thron. Schon sechs Monate später marschiert der 28-Jährige an der Spitze von mehr als 20 000 Soldaten in seinen ersten Krieg. Den Offizieren verspricht er ein „Rendezvous des Ruhms“. Das Ziel des Angriffs: Schlesien. Das wohlhabende Gebiet an der Oder ist bekannt vor allem für sein florierendes Textilgewerbe. Die Herstellung von Stoffen und der Handel damit haben die Region reich gemacht. Seit 1526 gehört sie den Habsburgern. Das Adelsgeschlecht ist die Hegemonialmacht im Heiligen Römischen Reich, es stellt über Jahrhunderte den römisch-deutschen Kaiser und regiert um 1740 nicht nur über die österreichischen Erblande des Hauses sowie Böhmen, Mähren und Schlesien, sondern auch über Ungarn sowie Teile Norditaliens und die südlichen Niederlande (in etwa das heutige Belgien).
In diesem Jahr 1740 aber sind die Habsburger geschwächt. Nach dem Tod von Kaiser Karl VI. tritt die 23-jährige Erzherzogin Maria Theresia die Herrschaft in Österreich an. Eine 1713 erlassene Verfügung Karls VI. hatte überhaupt erst möglich gemacht, dass ihm – bei Fehlen eines männlichen Erben in allen Linien der Familie – eine Frau an der Spitze des Hauses nachfolgen könne. Doch nicht alle europäischen Mächte sind nun, da dieser Fall tatsächlich eingetreten ist, auch bereit, den Thronanspruch von Karls ältester Tochter Maria Theresia anzuerkennen. Um die habsburgischen Länder entbrennt bald ein opferreicher Krieg mit etlichen Beteiligten in wechselnden Bündnissen, der erst 1748 enden wird. Von allen der Erste aber, der die Situation für seine Zwecke nutzen will, ist der Preuße Friedrich II.
KRIEG GILT IM 18. JAHRHUNDERT vielen Staatenlenkern als normales Mittel der Politik, Streit um Ansprüche und Gebiete wird auf dem Schlachtfeld ausgetragen. Dennoch ist man an den europäischen Höfen schockiert über die Aggressivität des neuen Preußenkönigs, der, kaum auf dem Thron, ohne Skrupel zu den Waffen greift und im Dezember 1740 in Schlesien einfällt. Sein bisheriges Reich ist ihm offensichtlich nicht genug. Friedrich will Preußen nicht nur territorial vergrößern, es um eine prosperierende und strategisch bedeutsame Region erweitern, er will seinen Staat zu einer europäischen Großmacht schmieden.
Schnell können Friedrichs Truppen fast ganz Schlesien besetzen, aber im Frühjahr 1741 zieht Österreich zum Gegenschlag. Als es bei Mollwitz unweit von Breslau zum ersten großen Kampf kommt, reitet Friedrich wie sein schwedisches Vorbild Karl XII. mitten ins Geschehen. Kaum jedoch geraten die preußischen Linien in Bedrängnis, flieht der König vom Schlachtfeld. Den Generälen seines Vaters gelingt es, die Niederlage noch abzuwenden. Preußen geht als Sieger aus dem Konflikt hervor. Im Frieden von 1742 wird Friedrich nahezu das ganze Gebiet zugesprochen (nur ein kleiner Teil im Südosten bleibt bei den Habsburgern). Ein weiterer Krieg 1744/45 ändert an den Besitzverhältnissen nichts. Als Friedrich II. wenige Tage nach dem Friedensschluss am 28. Dezember 1745 in Berlin einzieht, jubelt die Menge ihm zu. Sein Beutezug in Schlesien hat Preußens Territorium um mehr als ein Drittel vergrößert und dem König rund eine Million neue Untertanen eingebracht. Lang lebe Friedrich „der Große“, rufen die Menschen. Anerkennung, nach der er sich so lange gesehnt hat.
Nun kann Friedrich das Leben führen, das er möchte. Die Einnahmen aus Schlesien ermöglichen es ihm, das prächtige, von kunstvollen Gärten umgebene Schloss Sanssouci bei Potsdam errichten zu lassen, im beschwingten Stil des Rokoko. Er tritt bei Konzerten auf, geht mit Voltaire spazieren, der für einige Jahre am preußischen Hof lebt, schreibt Bücher. Doch in einem „Politischen Testament“ lässt er 1752 erkennen, dass er noch längst nicht zufrieden ist. Ganz oben auf seiner Wunschliste: das benachbarte und wohlhabende Kurfürstentum Sachsen.
Friedrich rüstet auf. Gewehrfabriken, Kanonengießereien, Pulvermühlen florieren, Preußens Armee vergrößert der König auf bis zu 160 000 Mann. Das Kantonsystem seines Vaters ist bei dem gesteigerten Bedarf an Kämpfern längst an seine Grenzen gestoßen, ebenso wie die Praxis, Tagelöhner, Kleinkriminelle und Landstreicher zu Soldaten zu machen. Stattdessen dienen nun immer mehr „Ausländer“ in Friedrichs Truppen: Werbeoffiziere ziehen etwa durch Mecklenburg, Kurhannover und Süddeutschland, um Männer für die Truppen zu gewinnen: mit Geld und der Aussicht auf ein Leben abseits eines eintönigen Daseins als Handwerksgeselle oder abhängiger Bauer, mitunter aber auch mit Branntwein und List. Der Schweizer Bauernsohn Ulrich Bräker etwa erhält eine Position als Diener eines preußischen Offiziers und folgt diesem nach Berlin. Dort angekommen aber muss er unversehens den blauen Uniformrock überstreifen.
Die Rekruten brauchen lange Arme und gesunde Zähne. Die standardmäßige Flinte der Zeit ist ohne Bajonett fast eineinhalb Meter lang und fünfeinhalb Kilogramm schwer. Um sie abzufeuern, muss man etliche Handgriffe beherrschen: Papierpatrone aus der Tasche nehmen und mit den Zähnen aufreißen, einen Teil des Pulvers in die Zündpfanne schütten, das verbliebene Pulver und die Kugel in den Lauf geben, mit einem Ladestock nachschieben. Auf die Kommandos warten: Gewehr hoch, spannt den Hahn, schlagt an, Feuer.
Die Vorderlader sind keine präzisen Waffen. Damit sie in der Schlacht Wirkung haben, müssen die Soldaten in Salven schießen. Im 18. Jahrhundert marschieren die Armeen in Linien aufeinander zu. Die Männer stehen Schulter an Schulter und rücken möglichst auch so vor, feuern bis zu fünf Schuss pro Minute ab, während die gegnerischen Kugeln auf sie niedergehen. Eine extreme Situation. Ausbilder drillen die Infanteristen, damit sie wie Maschinen funktionieren. Wer zurückweicht, nicht die Richtung hält oder ohne Befehl schießt, bringt Unordnung in die Linie, sorgt dafür, dass auch andere die Nerven verlieren. Der Gegner möchte genau das. Die Artillerie soll Lücken in die Linien des Feindes reißen und so die Schlagkraft der Flintensalven mindern, ein Vorstoß der Reiterei die ganze Formation aufreißen. Nur wer die Linie hält, so die Doktrin, kann die Schlacht gewinnen.
Während die Armee der Habsburger nur einmal wöchentlich, im Sommer gar nur einmal pro Monat exerziert, lässt Friedrich seine Männer täglich antreten, den Kampf mit dem Bajonett trainieren, sie in Manövern über Hügel und durch Gräben marschieren, Angriffe üben. Preußens Armee ist zwar noch immer kleiner als die der kontinentalen Großmächte, doch sie gilt bald als die bei Weitem disziplinierteste.
Friedrichs Rüstungsprogramm fällt in eine Epoche, da sich auch andere europäische Staaten anschicken, ihre Territorien zu erweitern, und das längst nicht mehr nur auf dem heimischen Kontinent. Großbritannien und Frankreich streiten um die Vorherrschaft in Nordamerika, bekriegen sich seit 1754 in den Wäldern des Ohio-Tals (siehe Seite 26). Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Konflikt auf die Alte Welt übergreift, wo die Franzosen mit dem Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, dem nach seiner Hauptstadt auch „Kurhannover“ genannten Stammland des britischen Königs, ein gewichtiges Pfand gegen Großbritannien in der Hand halten würden, so sie es denn erobern könnten. Entscheidend ist jetzt, wie sich die anderen europäischen Mächte verhalten. Preußen steht seit Jahren im Bündnis mit Frankreich. Friedrich bewundert das absolutistische Herrschaftssystem, die Kultur und Philosophie, spricht im Alltag fast nur Französisch.
Die Habsburger unter Maria Theresia, Preußens Hauptfeind, sind hingegen seit Längerem mit Großbritannien alliiert. Rund zehn Jahre nach dem letzten Waffengang wollen sie Schlesien zurück. Dabei könnte ihnen Russland helfen, das durch Preußens Expansionsdrang seine Vormachtstellung im benachbarten Polen gefährdet sieht. Friedrichs Reich droht womöglich ein Angriff von zwei Seiten. Im Januar 1756 schließt er einen Vertrag mit seinem Onkel König Georg II. von Großbritannien, hofft, damit auch die Zarin in Russland einzuhegen, die ihrerseits ein Abkommen mit den Briten ausgehandelt hat. Doch der Defensivpakt, die „Konvention von Westminster“, beschleunigt den Ausbruch des Krieges in Europa nur: Österreicher und Franzosen, eigentlich seit Jahrhunderten Feinde, fühlen sich durch die Allianz bedroht, sichern sich nun ihrerseits Beistand zu. Auch das Zarenreich scheint geneigt, sich ihnen anzuschließen, wendet sich ab von Großbritannien. Die Koalitionen in Europa haben sich in nur wenigen Monaten komplett verschoben, später werden Historiker vom „Renversement des alliances“ sprechen, der Umkehr der Bündnisse. Jeder Partner scheint den beteiligten Herrschern und Herrscherinnen nun recht, um ihre Ziele durchzusetzen. Die Zeichen stehen auf Krieg.
FRIEDRICH SIEHT SICH mit der Bildung einer mächtigen Koalition gegen Preußen konfrontiert. Er möchte so schnell wie möglich selbst angreifen, bevor es die anderen tun. Ein Präventivschlag gegen eine Übermacht, wird er sich später rechtfertigen. Doch was er vorhat, hat wenig mit Verteidigung zu tun. Er will Kursachsen besetzen, sich dessen Reichtümer und Soldaten bemächtigen, um Preußens materielle Basis für den Kampf mit Österreich um Schlesien zu festigen. Zudem steht das Nachbarland kurz davor, sich der Allianz gegen Friedrich anzuschließen. Von dort möchte Friedrich weiter in das zu Habsburg gehörende Böhmen vorrücken. Und so setzt Preußen seine Truppen in Gang. Die Infanterie, dazu die Kürassiere, Dragoner und Husaren, die schweren, mittleren und leichten Klassen der Kavallerie, und die Artillerie. Mit insgesamt 63 000 Mann überfällt Friedrich am 29. August 1756 Kursachsen.
Der König ist bester Laune an diesem Tag, als er Europa in den Siebenjährigen Krieg stürzt. Er scheint erleichtert, dass es endlich losgeht, berichten Anwesende. Doch vorerst fallen kaum Schüsse. Friedrich zieht ohne Widerstand in Dresden ein, raubt die Staatskassen und Geschütze aus dem Arsenal. Das Gros der kursächsischen Truppen zieht sich zurück vor der preußischen Übermacht, verschanzt sich bei Pirna. Nach einigen Wochen Belagerung – während der Friedrich zwischenzeitlich mit einem Teil seiner Armee nach Böhmen marschiert und sich bei Lobositz mit einem anrückenden österreichischen Heer schlägt – kapitulieren die Eingeschlossenen. Der König lässt preußische Uniformen an die rund 17 000 kursächsischen Soldaten verteilen, presst sie in seine eigenen Reihen. Doch loyal sind sie ihm nicht gesinnt, viele desertieren bei der ersten Gelegenheit.
In Wien ist Maria Theresia schockiert darüber, was dem sächsischen Kurfürsten widerfahren ist. Ihr Gemahl Kaiser Franz I. droht Friedrich mit der Reichsacht, wenn er nicht von Kursachsen ablässt. Im Januar 1757 entscheidet dann ein Reichstag, die Versammlung aller Teile des Heiligen Römischen Reiches, eine eigene Armee aufzustellen, um dem Kurfürstentum gegen Preußen beizustehen. In Sankt Petersburg hat derweil Zarin Elisabeth endgültig beschlossen, dem französisch-österreichischen Bündnis beizutreten und am Krieg teilzunehmen. Und die Schweden, die auch über Gebiete in Vorpommern herrschen, sehen eine günstige Gelegenheit, um den Preußen deren Teil Pommerns zu entreißen.
Schnell zeigt sich: Friedrichs „Präventivschlag“ ist, trotz des einstweiligen Erfolgs, ein strategischer Fehler. Denn er macht Preußens Lage noch prekärer. Es steht einer Allianz gegenüber, die eine halbe Million Soldaten aufbieten kann. Alle Großmächte Europas außer den Briten haben sich darin verbündet. Aber die Gegner brauchen Zeit, um ihre Truppen zu sammeln. Und darauf spekuliert Friedrich womöglich jetzt – und zieht erneut los.
Im Frühjahr 1757 rückt er mit allen verfügbaren Kräften nach Böhmen ein. Unweit von Prag kommt es am 6. Mai zum Kampf mit den Österreichern. Am Abend liegen fast 28 000 Tote und Verwundete beider Seiten auf den Wiesen und Feldern vor der böhmischen Kapitale, eine der blutigsten Schlachten nicht nur des Siebenjährigen Krieges, sondern des ganzen Jahrhunderts. Doch die Linien der Preußen haben länger gehalten als die ihrer Gegner. Im Feld besiegt, aber nicht entscheidend geschlagen, ziehen sich die Verteidiger hinter Prags Mauern zurück. Friedrich ordnet die Belagerung an.
50 Kilometer östlich sammelt sich derweil eine zweite Armee der Österreicher nahe der Stadt Kolin. Der Preußenkönig zieht ihr mit einem Teil der Truppen entgegen. Seine Generäle warnen ihn noch vor einem Angriff auf die zahlenmäßig überlegenen, günstig auf Anhöhen positionierten Gegner. Doch er beachtet sie nicht. Die Schlacht am 18. Juni wird zur Katastrophe für Friedrich, er verliert fast zwei Drittel der beteiligten Infanterie. Mit den Resten seines Heeres flieht er Richtung Prag, löst die Belagerung auf und marschiert nach Sachsen zurück.
Ein Jahr nach Kriegsbeginn wird Friedrichs Lage zusehends bedrohlicher: 55 000 russische Soldaten stehen in Ostpreußen, an der vorpommerschen Küste landen 25 000 Schweden. Die Österreicher gehen von Süden aus in die Offensive, greifen preußische Stellungen in der Oberlausitz und Schlesien an. Im Oktober kann ein Verband der Habsburger von einigen Tausend Mann, darunter viele ungarische Husaren, nach Berlin vorstoßen. Die Kämpfer besetzen für einige Stunden die Köpenicker Vorstadt, erpressen ein hohes Lösegeld. Am späten Abend, als preußische Truppen sich der Kapitale nähern, ziehen die Eindringlinge wieder davon. Eine enorme Demütigung für Friedrich. Er wollte Preußen zur Großmacht formen, nun scheint selbst seine Hauptstadt nicht mehr sicher.
Für Großbritannien, Friedrichs einzigen bedeutenden Verbündeten, läuft es nicht besser. Ein britisch-kurhannoversches Heer, verstärkt durch preußische Einheiten und Soldaten aus einigen kleineren Fürstentümern, konnte eine in Norddeutschland eingedrungene Übermacht aus Frankreich nicht aufhalten – und musste sich bereits im September hinter die Elbe zurückziehen. Die Franzosen besetzen weite Teile Kurhannovers und drohen nun, auch gegen preußische Kernterritorien zu marschieren.
Friedrich ist umzingelt. In seinem Quartier zitiert der Monarch nachts aus Tragödien des französischen Dramatikers Jean Racine, sieht sich als tragischer Held, dem nur noch bleibt, einen ruhmvollen Tod zu suchen. In einem Brief an Voltaire reimt er in diesen Tagen: „Ich aber, dem Schiffbruch droht / muss, mutig trotzend dem Verderben / als König denken, leben, sterben!“ Wenn schon untergehen, dann mit einem letzten großen Auftritt.
Und so macht Friedrich das, was er im Krieg am liebsten tut: angreifen. Mit einem Aufgebot von nur 22 000 Mann zieht er Anfang November zur Saale im Westen Kursachsens, wo ein zweiter Großverband der Franzosen und die Reichsarmee aufmarschiert sind. Zusammen haben sie fast doppelt so viele Soldaten. Friedrich deutet einen Rückzug an, lockt die feindliche Armee so zu einem Vorstoß am folgenden Tag. Seine Reiterei eröffnet die Schlacht, greift aus einem Hinterhalt die gegnerische Vorhut an und kann diese vollständig zerstreuen. Friedrichs Infanterie schlägt daraufhin die Fußsoldaten der Franzosen und der Reichsarmee binnen Minuten in die Flucht. Der Sieg beim Ort Roßbach (im heutigen Sachsen-Anhalt) am 5. November verschafft Friedrich Zeit in seinem Überlebenskampf. Zuvor schon hat einer seiner Generäle die Schweden aus Preußisch-Pommern verdrängt, und auch die Russen haben sich zurückgezogen, wegen Nachschubproblemen.
DER PREUSSENKÖNIG KANN SICH wieder seinem Hauptfeind zuwenden. Und er muss es auch. Denn die Österreicher haben mittlerweile fast ganz Schlesien zurückerobert. So sammelt er Ende November trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit alle verfügbaren Truppen beim Ort Parchwitz, 50 Kilometer nordwestlich von Breslau. Ganz in der Nähe der schlesischen Hauptstadt haben sich die Österreicher mit einer weit größeren Streitmacht verschanzt. Und wieder will Friedrich sie in einer überlegenen Stellung angreifen. Ein Unterfangen, für das er jeden einzelnen Mann braucht, absolute Loyalität.
Und so ruft Friedrich am 3. Dezember seine gesamten Kommandeure im Lager bei Parchwitz zu sich, trägt seine Worte gegen sonstige Gewohnheit auf Deutsch vor, setzt auf deren Wucht und sein Charisma: „Wir müssen den Feind schlagen oder uns vor ihren Batterien alle begraben lassen“, sagt er, nachdem er unverblümt angekündigt hat, einen höchst riskanten Angriff „gegen alle Regeln der Kunst“ zu wagen. Dann packt er die Offiziere bei der Ehre: „Ist einer oder der andere unter Ihnen, der nicht so denkt, der fordere hier auf der Stelle seinen Abschied. Ich werde ihm selbigen ohne den geringsten Vorwurf geben.“ Keiner geht.
Am übernächsten Tag, dem 5. Dezember 1757, marschiert die Armee noch in der Dunkelheit los. Insgesamt 39 000 Mann. Eine dünne Schneeschicht bedeckt die Landschaft. Singend ziehen die Männer in die Schlacht.
ALS DIE MORGENSONNE durch den Nebel bricht, können die Preußen gegnerische Reiter vor sich ausmachen. Aber es ist nicht die Kavallerie der österreichischen Hauptarmee, sondern nur ein Beobachtungskorps. Friedrichs Vorhut stürmt vor, zersprengt die gegnerischen Einheiten. Der König reitet nach diesem ersten Erfolg auf einen Hügel, um sich einen Überblick zu verschaffen. Die Österreicher stehen in einer neun Kilometer langen, nach Westen gewandten Front beiderseits des Dorfes Leuthen. Rund 65 000 Mann, eine fast doppelte Überzahl.
Friedrich ist klar, dass eine frontale Attacke auf das österreichische Zentrum aussichtslos wäre. Doch er hat längst einen Plan. Er täuscht einen Angriff auf den im Norden gelegenen rechten Flügel des Gegners vor, dann aber lässt er den Hauptteil seiner Armee nach Süden abschwenken, um die Österreicher auf der linken Flanke anzugreifen. Bei Kolin und Prag war ein solches Manöver gescheitert. Doch dieses Mal verdeckt eine Hügelkette die Truppenbewegung.
Die preußischen Soldaten marschieren mit größter Disziplin, legen in hoher Geschwindigkeit fünf Kilometer zurück, schwenken dann noch einmal nach links. Gegen 13 Uhr stehen sie dem südlichen Ende der österreichischen Linien gegenüber. Friedrich lässt seine gesamte Infanterie nun in einer schrägen Linie angreifen, das ganz rechte Bataillon geht an der Spitze, das zweite folgt links davon 50 Meter zurückversetzt, das nächste noch mal 50 Meter schräg dahinter, insgesamt 20 Bataillone in der ersten Reihe und weitere in gleicher Formation in der zweiten. Diese schiefe Schlachtordnung soll die Attacke an einer Stelle konzentrieren und gleichzeitig für immer neue Angriffswellen sorgen; zudem wird das Gros der Truppen möglichst lange aus dem gegnerischen Feuer herausgehalten.
Die Männer an der linken Flanke der Österreicher sind völlig überrascht, als die Preußen auf sie zustürmen, müssen dem Druck bald weichen. Sie ziehen sich zum nördlich gelegenen Dorf Leuthen zurück. Einige Soldaten nehmen hinter der Mauer des Friedhofs bei der Kirche Stellung, schießen über den Steinwall auf die ihnen nachfolgenden Angreifer, die sich unter schweren Verlusten bis zu ihnen durchkämpfen. Plötzlich stehen sich Preußen und Österreicher zwischen Grabsteinen gegenüber, schlagen mit Bajonett und Gewehrkolben aufeinander ein, dann ergreifen die Verteidiger die Flucht.
DIE SCHLACHT VON LEUTHEN, 5. DEZEMBER 1757
Mittlerweile hat die Masse der österreichischen Infanterie auf den Flankenangriff reagiert und sich nördlich des Dorfes neu formiert, nun mit einer um 90 Grad gedrehten, nach Süden ausgerichteten Front. Die österreichische Kavallerie vom rechten Flügel greift an, rund 6000 Männer auf ihren Pferden reiten auf die bereits der Erschöpfung nahen preußischen Fußsoldaten zu. Doch auch Friedrichs Kürassiere und Dragoner preschen nun vor in den Kampf. Die gewaltige Wucht des Gegenangriffs drängt die österreichischen Reiter in die eigenen Truppen zurück, Pferde sprengen durch die Reihen, Chaos bricht aus. In der Abenddämmerung fliehen Tausende vom Schlachtfeld.
Für Preußen ist es einer der spektakulärsten Siege des Jahrhunderts. Die Soldaten sind nach elf Stunden Marsch und Kampf ermüdet, dennoch feiern sie ausgelassen die gewonnene Schlacht. Irgendwann stimmen sie das Lied „Nun danket alle Gott“ an. Ein protestantischer Gesang, der als „Choral von Leuthen“ bekannt werden wird, als Hymne des preußischen Triumphs. Doch erst am nächsten Morgen, bei Helligkeit, zeigt sich, zu welchem Preis der Sieg errungen wurde. Neuschnee hat die Leichen Tausender Preußen und Österreicher bedeckt, die Kälte ihre Glieder am Boden festgefroren. Stumme Zeugen eines Krieges, in dem die Leben einfacher Soldaten nicht viel zählen.
Stattdessen wird die Schlacht von Leuthen vor allem zur großen Heldengeschichte eines einzigen Mannes. Preußische Zeitungen berichten über den Erfolg, Kupferstiche zeigen Darstellungen der Schlacht, feiern die taktische Meisterleistung des Königs. Denn der Siebenjährige Krieg ist nicht nur ein Ringen der Soldaten, er ist auch ein Kampf der Medien. Alle Seiten nutzen die Druckerpresse zur Propaganda, um unentschiedene Schlachten als klare Erfolge für sich zu verkaufen, Sympathien für die eigene Sache zu gewinnen und die Untertanen zu weiteren Kriegsanstrengungen oder sogar zum freiwilligen Militärdienst zu motivieren.
In Frankfurt verfolgt der achtjährige Johann Wolfgang Goethe die Taten des Preußenkönigs. Viele in den deutschen Landen, vor allem Protestanten, unterstützen nach den Triumphen von Roßbach und Leuthen Friedrich den Großen, sind wie der junge Goethe fortan „fritzisch gesinnt“. Es ist nicht nur die Bewunderung für seine Person, es zeigen sich auch erste Anklänge eines aggressiven deutsch-preußischen Nationalgefühls.
Auch in Großbritannien entfacht Friedrich Begeisterung. Die dortige Presse feiert vor allem seinen Sieg über die verhassten Franzosen bei Roßbach. Die Engländer benennen Tavernen nach „Frederick the Great“, malen sein Konterfei auf Schnupftabakdosen und Kaffeetassen. Die Regierung in London reagiert auf die propreußische Stimmung im Land, das Parlament bewilligt sogar neue Truppen und Gelder, um Kurhannover von den Franzosen zurückzuerobern und dem Verbündeten in Berlin beizustehen. Der Kampf auf dem Kontinent scheint wieder offen.
In Wien und Versailles hingegen ist man auch nach Leuthen weiterhin entschlossen, Friedrich zu schlagen, diesen „Attila des Nordens“, wie ihn die Mätresse des französischen Königs, Madame de Pompadour, in Anspielung an den Hunnenkönig nennt, der in der Spätantike Europa überrannte. Der Krieg, der später der „Siebenjährige“ genannt werden wird, ist erst im zweiten Jahr, und die schwersten Stunden stehen Friedrich noch bevor.
Verlinkungen:
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Quellen:
Internetquellen
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Sekundärliteratur
-> Seeler, Frederik: Kriegsbeginn in Europa. Ruhm um jeden Preis, in: Der Siebenjährige Krieg (GEO Epoche, Jg. 2024, Heft Nr. 128), Hamburg 2024, S. 40-55.
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