Außenpolitik und Austausch
Inhaltsverzeichnis
1. Migration und Integration
1. Migration und Integration
Die Gebiete östlich des Rheins und nördlich der Donau waren bis zum Ende des 1. Jh. n. Chr. nur dünn besiedelt. Durch den Bau des Limes und die dauerhafte Stationierung der Truppen an einem Ort kam es zu einem starken Zuzug vor allem aus Gallien, aber auch aus den Donauprovinzen. Diese Migration aus dem keltischen Kulturraum lässt sich in den erhaltenen Inschriften an den Namen und Ortsangaben erkennen.
Die engen Beziehungen zur römischen Armee waren für die Zuwanderer ein wichtiger Faktor bei der Integration in eine zunehmend romanisierte Gesellschaft. Nicht wenige Soldaten werden schon während ihres aktiven Dienstes eine Familie gegründet haben und die standortnahe Rekrutierung neuer Soldaten förderte die enge Verbindung zwischen Armee und Zivilbevölkerung.
Diesem Bild entspricht, dass zahlreiche Militärdiplome, die Entlassungsurkunden der Soldaten, in den Kastelldörfern gefunden wurden. Ein ähnliches Bild zeigen auch Inschriften von Veteranen, die ihre engen Kontakte zu den Einheiten nutzten, um Handel zu treiben oder Dienstleistungen anzubieten. Durch die engen sozialen und wirtschaftlichen Beziehungen entstand so über die Jahrzehnte eine römisch-keltische Militärgesellschaft.
Der Großteil der Bevölkerung verfügte dabei zunächst noch nicht über das römische Bürgerrecht. Dieses verbreitete sich primär über die Soldaten, die nach 25 Jahren Dienst bei der Entlassung das Bürgerrecht erhielten. Mit verliehen wurde in der Regel das conu-bium, das Recht, eine nach römischem Recht gültige Ehe mit einer Nichtrömerin einzuge-hen, wodurch auch die Kinder aus dieser Beziehung das Bürgerrecht erhielten. Erst im Jahr 212 n. Chr. verlieh Kaiser Caracalla schließlich allen Provinzbewohnern im Reich unabhängig von ihrer Herkunft das römische Bürgerrecht.
-> vgl.: Kemkes, Martin u. Wötzhel, Judith: Römer, Limes, Welterbe. Das Limesmuseum Aalen, Oppenheim am Rhein 2024., S. 60.
Verlinkungen:
->
Quellen:
Internetquellen
->
->
->
Sekundärliteratur
-> Kemkes, Martin u. Wötzhel, Judith: Römer, Limes, Welterbe. Das Limesmuseum Aalen, Oppenheim am Rhein 2024.
->
->
No Comments